SON DAKİKA
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«Yapabiliriz» — Trump hayırını geri alıyor: Riyad havalimanı üçüncü kez vuruldu

Frum Report DE
Özet

10 Ekim Cumartesi günü Riyad'daki Kral Halid Havalimanı bir hafta içinde üçüncü kez vuruldu; Suudi makamlarına göre en az 12 kişi öldü, 300'den fazla kişi yaralandı ve uçuşlar durduruldu. Amerikan Dışişleri Bakanlığı saldırıdan Husileri sorumlu tuttu; Dışişleri Bakanı Marco Rubio, ölenler arasında bir Amerikan vatandaşının da bulunduğunu bildirdi. Eylülde Muhammed bin Selman'ın Amerikan hava saldırısı talebini iki kez reddeden Trump, Beyaz Saray önünde Amerika'nın Suudi saldırılarına katılıp katılmayacağı sorusuna «Yapabiliriz, buna bakacağız» diye cevap verdi.

Tam metin (Almanca)

Trump wankt. Zweimal hat Mohammed bin Salman ihn im September um amerikanische Luftschläge gebeten, und zweimal hat Donald Trump Nein gesagt. Am Samstag hat er dieses Nein zurückgenommen. Wir könnten, sagte er vor dem Weißen Haus, wir sehen uns das an. Wenige Stunden zuvor war der Flughafen der saudischen Hauptstadt zum dritten Mal in einer Woche getroffen worden. Damit steht Amerika, das seit Februar Krieg gegen den Iran führt, vor dem nächsten Krieg. Und das weniger als einen Monat vor einer Wahl.

In diesem Video gehen wir der Reihe nach vor. Wir sehen uns an, was am Samstag in Riad geschehen ist und was Trump danach genau gesagt hat. Wir sehen uns an, warum er im September noch abgelehnt hat und was sich seitdem geändert hat. Wir sehen uns an, wer in diesem Krieg schon alles mitkämpft, von Pakistan bis zur Türkei. Und wir sehen uns an, was Amerika beim letzten Mal erlebt hat, als es die Huthi aus der Luft besiegen wollte.

Beginnen wir mit dem Samstag. Es ist der zehnte Oktober. Der internationale Flughafen von Riad trägt den Namen von König Khalid, und er ist das wichtigste Tor des Königreichs zur Welt. An diesem Tag wird er wieder getroffen. Die saudischen Behörden sprechen von mindestens zwölf Toten und mehr als dreihundert Verletzten. Der Flugbetrieb wird ausgesetzt. Alle Maschinen im Anflug werden umgeleitet. In einer amtlichen Mitteilung an die Piloten heißt es zunächst, die Sperrung gelte bis Mitternacht, danach wolle man die Schäden prüfen.

Es ist nicht der erste Angriff. Schon am Donnerstag waren am selben Flughafen drei saudische Staatsbürger getötet worden. An jenem Tag fielen nach Berichten etwa vierzig Prozent aller Flüge von und nach Riad aus. Seit Tagen werden auch andere Flughäfen des Landes beschossen, dazu Militäranlagen und Anlagen der Ölindustrie. Wir halten an dieser Stelle fest: Getroffen wurden Zivilisten, Reisende und Beschäftigte. Darüber gibt es nichts zu beschönigen.

Wer hat geschossen? Das amerikanische Außenministerium macht die Huthi verantwortlich. Die Huthi selbst hatten den Angriff vom Samstag zunächst nicht ausdrücklich für sich beansprucht. Der Leiter ihres Medienbüros schrieb allerdings, man habe den Flughafen stillgelegt. Und ihr Militärsprecher hatte die Fluggesellschaften schon am Donnerstag gewarnt, zum letzten Mal, wie er sagte: Der saudische Luftraum sei jetzt ein Schauplatz ihrer Operationen. Der amerikanische Außenminister Marco Rubio teilte mit, unter den unschuldigen Opfern sei auch ein amerikanischer Staatsbürger.

Und damit sind wir bei dem Satz, um den es heute geht. Donald Trump wird am Samstag vor dem Weißen Haus gefragt, ob die Vereinigten Staaten sich den saudischen Angriffen auf die Huthi anschließen. Seine Antwort: Wir könnten. Wir werden uns das ansehen. Und dann fügt er hinzu: Wir handeln sehr schnell. Er kündigt außerdem an, mit dem saudischen Kronprinzen zu sprechen. Eine Entscheidung ist das noch nicht. Aber es ist eine Kehrtwende, und um sie zu verstehen, müssen wir vier Wochen zurückgehen.

Im September hat Mohammed bin Salman nach übereinstimmenden Berichten zweimal mit Trump telefoniert. Er drängte auf amerikanische Schläge gegen die Huthi. Die Berichte gehen im Einzelnen auseinander. Ein amerikanisches Nachrichtenportal schrieb, der Kronprinz habe vor allem politische Rückendeckung gewollt. Eine Nachrichtenagentur berichtete, Washington habe Riad mitgeteilt, man sei zu einem direkten militärischen Eingreifen vorerst nicht bereit. Man werde aber mit Aufklärung und bei der Auswahl von Zielen helfen. Und eine große amerikanische Zeitung schrieb, das Pentagon habe eine Operation bereits vorbereitet, dann sei Trump zurückgewichen.

Auffällig ist ein Detail aus diesen Berichten. Dem Kronprinzen ging es danach um ein bestimmtes Ziel, den Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sanaa, von dem aus die Huthi nach saudischer Darstellung ihre Angriffe steuern. Vier Wochen später ist es nicht der Flughafen von Sanaa, der stillsteht. Es ist der Flughafen von Riad.

Das Ergebnis war in allen drei Fassungen dasselbe. Amerika flog keine Angriffe. Der mächtigste Verbündete Saudi-Arabiens hat zugesehen, wie das Königreich allein in diesen Krieg ging. Warum? Weil Trump schon einen Krieg führt. Seit Februar bindet der Iran die amerikanische Marine in der Straße von Hormus, die Luftwaffe in der ganzen Region und die Aufmerksamkeit des Weißen Hauses. Ein zweiter Kriegsschauplatz, weit im Süden der Arabischen Halbinsel, war das Letzte, was dieser Präsident vor einer Wahl gebrauchen konnte.

Was hat sich in vier Wochen geändert? Drei Dinge. Das erste ist der tote Amerikaner. Solange in Riad saudische Staatsbürger starben, war das für Washington ein Problem des Verbündeten. Mit einem amerikanischen Opfer wird es ein amerikanisches Problem. Das zweite sind die Abfangraketen. Nach den Angaben amerikanischer Regierungsvertreter gehen Saudi-Arabien die Abfangraketen aus. Ein Land, das seine Hauptstadt nicht mehr zuverlässig schützen kann, bittet nicht mehr, es drängt. Und das dritte ist das Bild. Ein geschlossener Flughafen in der Hauptstadt des wichtigsten arabischen Partners, das ist eine Niederlage, die man nicht mehr kleinreden kann.

Dabei ist Amerika längst beteiligt, nur eben nicht mit eigenen Bomben. Regierungsvertreter haben bestätigt, dass die Vereinigten Staaten Aufklärungsergebnisse liefern, Ziele benennen und die jüngste Offensive mit geplant haben. Der Schritt, über den Trump jetzt nachdenkt, ist also kleiner, als er klingt, und zugleich größer. Kleiner, weil amerikanische Offiziere schon im Lagezentrum sitzen. Größer, weil mit dem ersten eigenen Angriff aus dem Helfer eine Kriegspartei wird. Wenn Sie solche Zusammenhänge sehen wollen, bevor sie in den Abendnachrichten ankommen, dann abonnieren Sie diesen Kanal, es kostet nichts und hilft uns sehr.

Sehen wir uns den Krieg selbst an. Er hat nicht in Riad begonnen, sondern im Jemen. Anfang Oktober rückten die Huthi im Gebiet von Taiz vor. Nach den vorliegenden Berichten unterbrachen sie die wichtigste Straße zwischen Aden und Taiz und nahmen eine Stadt ein, aus der sich die Truppen der Regierung zurückgezogen hatten. Am fünften Oktober antwortete die international anerkannte Regierung des Jemen mit einer eigenen Offensive. Sie trägt den Namen Morgenröte des Jemen.

Die von Saudi-Arabien geführte Koalition gibt dieser Offensive Deckung aus der Luft. Nach ihren eigenen Angaben sind hundert Kampfflugzeuge im Einsatz. Die Regierungstruppen melden, sie hätten die Hafenstadt Mokka am Roten Meer und Stellungen an der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen. Die Koalition spricht von mehr als dreihundert zerstörten Zielen von hohem Wert. Diese Zahlen stammen von einer Kriegspartei. Unabhängig bestätigt sind sie nicht, und die andere Seite widerspricht.

Wer die Geschichte dieses Krieges kennt, hört solche Meldungen mit Vorsicht. Im März zweitausendfünfzehn hat Saudi-Arabien schon einmal im Jemen eingegriffen. Damals war Mohammed bin Salman Verteidigungsminister, und in Riad rechnete man mit einem Feldzug von wenigen Wochen. Es wurden sieben Jahre. Erst im April zweitausendzweiundzwanzig kam eine Waffenruhe zustande. In diesen Jahren haben die Huthi gelernt, Raketen und Drohnen über Hunderte Kilometer ins saudische Hinterland zu schicken. Im September zweitausendneunzehn legte ein Angriff auf die Ölanlagen von Abkaik für kurze Zeit die Hälfte der saudischen Förderung lahm. Die Huthi beanspruchten ihn für sich, Washington machte den Iran verantwortlich. Das Königreich hat damals erfahren, wie verwundbar seine wichtigsten Anlagen sind.

Die Antwort der Huthi kam nicht an der Front, sondern tief im saudischen Hinterland. Der Sprecher der Koalition hat selbst aufgezählt, welche Städte in den vergangenen Wochen angegriffen wurden: Riad, Abha, Chamis Muschait, Dschisan, Nadschran, Taif und Yanbu. Das sind Orte im Süden an der Grenze, aber auch die Hauptstadt und ein Ölhafen am Roten Meer. Der Anführer der Huthi hat Saudi-Arabien aufgefordert, sich auf einen langen Konflikt einzustellen. Und der Militärsprecher hat den Fluggesellschaften der Welt erklärt, wo sie nicht mehr fliegen sollen.

Die Huthi stellen das als Antwort dar. Aus ihrer Sicht hat die Koalition den Krieg wieder eröffnet, und sie tragen ihn dorthin zurück, wo die Befehle gegeben werden. Vor den Angriffen auf die Flughäfen hatten sie von einer letzten Warnung gesprochen. Man muss diese Sicht nicht teilen, um ihre Logik zu erkennen. Sie greifen nicht die Stärke des Gegners an, seine Luftwaffe. Sie greifen seine Schwäche an, sein Bedürfnis nach Normalität.

Hier liegt der Kern. Eine Koalition mit hundert Kampfflugzeugen greift ein armes Land an, und drei Tage später steht der Verkehr an ihrem eigenen Hauptstadtflughafen still. Die Huthi müssen die Front nicht halten, um zu gewinnen. Es genügt, wenn in Riad die Anzeigetafeln rot werden. Jede gestrichene Verbindung, jede Versicherung, die ihre Prämie erhöht, jeder Investor, der eine Reise absagt, trifft den Kronprinzen an seiner empfindlichsten Stelle. Sein ganzes Zukunftsprogramm beruht auf dem Versprechen, das Königreich sei ein sicherer Ort.

Man muss sich nur ansehen, was Riad in den kommenden Jahren vorhat. Zweitausenddreißig soll dort die Weltausstellung stattfinden. Zweitausendvierunddreißig will das Land die Fußballweltmeisterschaft ausrichten. Dazwischen liegen Hunderte Milliarden an Bauvorhaben, die auf ausländisches Geld und ausländische Fachleute angewiesen sind. All das setzt voraus, dass man in Riad landen kann.

Dazu kommt eine einfache Rechnung. Eine Drohne, wie sie die Huthi einsetzen, kostet einen Bruchteil der Rakete, mit der man sie abschießt. Der Angreifer kann es sich leisten, zehnmal zu verfehlen. Der Verteidiger darf nicht ein einziges Mal danebenliegen, und er verbraucht dabei Vorräte, die sich nicht in Wochen ersetzen lassen. Genau deshalb wiegt der Satz so schwer, dem Königreich gingen die Abfangraketen aus. Und um die Raketen aus denselben Fabriken bewirbt sich in diesem Jahr noch ein zweiter Kunde: die amerikanischen Streitkräfte am Golf.

Am Wochenende hat die Koalition den Einsatz noch einmal erhöht. In der Nacht zum Samstag kündigte ihr Sprecher weiträumige Operationen an. Hundertsechsunddreißig militärische Ziele seien zerstört worden. Das Ziel sei, das Netz der ballistischen Raketen der Huthi zu zerschlagen. Saudi-Arabien habe das angeborene Recht, seine Souveränität zu verteidigen. Wenige Stunden später schlug es am Flughafen von Riad wieder ein. Man kann daraus zwei Schlüsse ziehen. Entweder ist das Raketennetz größer, als die Koalition glaubt. Oder es lässt sich aus der Luft nicht zerschlagen.

Und Saudi-Arabien kämpft nicht mehr allein. Am siebten August haben Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan in Mekka einen Verteidigungspakt unterzeichnet. Ein Angriff auf einen der drei gilt danach als Angriff auf alle. Am fünften Oktober ist dieser Pakt in seine sogenannte operative Phase eingetreten. Beide Länder haben zugesagt, Truppen nach Saudi-Arabien zu verlegen. An Angriffen im Jemen sollen sie sich nach offiziellen Angaben nicht beteiligen. Pakistans Verteidigungsminister spricht von einer unterstützenden Rolle. Bei der Türkei ist vieles offen, denn dort muss das Parlament einer Entsendung zustimmen.

Für Ankara ist das eine heikle Lage. Die Türkei ist Mitglied der NATO, sie hat eine lange Grenze mit dem Iran und einen umfangreichen Handel mit ihm. Türkische Soldaten in Saudi-Arabien, während dort Raketen aus dem Jemen einschlagen, das wäre ein Schritt, den keine türkische Regierung leichtfertig geht. Der Pakt von Mekka wurde für die Abschreckung geschrieben. Jetzt wird er im Ernstfall geprüft, und es zeigt sich, dass Papier allein keine Rakete aufhält.

Wie das Königreich nach Trumps Nein in Ankara und Islamabad nach Hilfe gesucht hat, haben wir auf diesem Kanal in einem eigenen Video gezeigt. Heute zählt die Folge. In diesem Krieg stehen inzwischen eine Atommacht, ein Mitglied der NATO und die reichste Monarchie am Golf auf einer Seite. Und trotzdem ist der Flughafen ihrer Hauptstadt geschlossen. Der Iran hat den pakistanischen Einsatz bereits kritisiert. Das Außenministerium in Teheran erklärte, man hoffe, die Berichte über Zehntausende pakistanische Soldaten seien unwahr.

Damit sind wir beim Iran. Die Huthi werden vom Iran unterstützt, das ist kein Geheimnis und wird in Teheran nicht bestritten. Aber man sollte genau sein. Es gibt keinen Beleg dafür, dass der Iran die Angriffe auf Riad befohlen hat. Was man sagen kann, ist etwas anderes: Niemand gewinnt bei dieser Eskalation so viel wie Teheran. Jede Abfangrakete, die über Riad verschossen wird, fehlt am Golf. Jedes Flugzeug, das im Jemen bombardiert, fehlt über Hormus. Und jeder Tag, an dem Washington über den Jemen nachdenkt, ist ein Tag, an dem es nicht über den Iran nachdenkt.

Für Trump ist das eine Falle mit zwei Ausgängen, und beide sind schlecht. Bleibt er draußen, dann sieht die Welt zu, wie Amerikas wichtigster arabischer Verbündeter seinen Luftraum verliert, während der amerikanische Präsident zusieht. Jeder andere Partner am Golf wird daraus seine Schlüsse ziehen. Greift er ein, dann führt er zwei Kriege zugleich, mit einer Flotte, die schon für einen kaum reicht, und mit Munitionslagern, deren Zustand das Pentagon selbst beklagt. Und er täte es wenige Wochen vor einer Wahl, in der die Preise an der Zapfsäule sein größtes Problem sind.

Man sollte auch die Reihenfolge beachten. Am Freitag hat dieser Präsident Sanktionen gegen Russland gelockert, um an Diesel zu kommen. Am Samstag denkt er laut über einen zweiten Krieg nach. Beides hat dieselbe Ursache. Der Krieg, den er im Februar begonnen hat, verläuft nicht so, wie er es angekündigt hatte. Und jeder Versuch, eine Folge dieses Krieges zu beheben, schafft ein neues Problem. Das ist kein Zufall, das ist das Muster dieses Jahres.

Dazu kommt eine Erfahrung, die in Washington niemand vergessen hat. Im Frühjahr zweitausendfünfundzwanzig hat derselbe Präsident die Huthi schon einmal aus der Luft angegriffen. Die Operation dauerte von Mitte März bis Anfang Mai. Die amerikanischen Streitkräfte meldeten mehr als tausend getroffene Ziele. Die Kosten gingen nach amerikanischen Berichten über eine Milliarde Dollar hinaus. Mehrere Drohnen vom Typ Reaper wurden abgeschossen, und ein Flugzeugträger verlor in diesen Wochen zwei Kampfflugzeuge. Dann verkündete Trump eine Waffenruhe, die der Oman vermittelt hatte.

Trump sagte damals, die Huthi hätten kapituliert, sie wollten nicht mehr kämpfen. Das war im Mai zweitausendfünfundzwanzig. Siebzehn Monate später legen dieselben Huthi den Flughafen einer Hauptstadt still, und derselbe Präsident überlegt, ob er noch einmal von vorn beginnt.

Die Huthi waren danach nicht besiegt. Sie waren noch da, mit ihren Raketen, ihren Drohnen und ihren Werkstätten in den Bergen. Das ist die Lehre aus jenem Frühjahr. Eine Bewegung, die sieben Jahre saudische Luftangriffe überstanden hat und sieben Wochen amerikanische, lässt sich mit einer dritten Welle kaum beeindrucken. Wer jetzt in Washington von schnellen Schlägen spricht, sollte erklären, was diesmal anders sein soll. Was denken Sie: Sollte Amerika in diesen Krieg eintreten, oder wäre das genau der Fehler, auf den Teheran wartet? Schreiben Sie es uns in die Kommentare.

Welche Möglichkeiten hat Trump überhaupt? Man kann drei unterscheiden. Die erste ist die kleinste: mehr von dem, was Amerika schon tut. Mehr Aufklärung, mehr Zielplanung, vielleicht eine Lieferung von Abfangraketen aus den eigenen Beständen. Das ließe sich als Hilfe für einen Verbündeten verkaufen, ohne dass ein amerikanischer Pilot über dem Jemen fliegt. Aber es ändert an der Lage in Riad wenig, und die eigenen Bestände sind knapp.

Die zweite Möglichkeit sind begrenzte Schläge. Einige Nächte mit Marschflugkörpern gegen Abschussrampen und Lager, dazu eine Erklärung, man habe die Fähigkeiten der Huthi entscheidend geschwächt. So ähnlich hat es im Frühjahr zweitausendfünfundzwanzig begonnen. Die dritte Möglichkeit ist ein offener Kriegseintritt an der Seite der Koalition, mit Flugzeugträgern und einem Einsatz ohne festes Ende. Dafür fehlt dem Präsidenten nach Lage der Dinge beides: die Schiffe und die Zustimmung im eigenen Land.

Und was bedeutet das für uns in Europa? Zunächst ganz praktisch: Der Luftraum über der Arabischen Halbinsel ist eine der wichtigsten Strecken zwischen Europa und Asien. Wenn ein Militärsprecher diesen Himmel zum Schauplatz erklärt, dann werden Flüge länger und teurer. Dann das Rote Meer. Bab al-Mandab ist das südliche Tor zum Suezkanal. Ein großer Teil des Handels zwischen Asien und Europa fährt dort hindurch. Schon heute ist Hormus verengt. Wenn auch die zweite Meerenge zum Kampfgebiet wird, dann liegt Europas Handel zwischen zwei Fronten.

Wie das aussieht, wissen die Reedereien aus eigener Erfahrung. Als die Huthi ab dem November zweitausenddreiundzwanzig Handelsschiffe im Roten Meer angriffen, brach der Verkehr durch den Suezkanal um mehr als die Hälfte ein. Die großen Linien schickten ihre Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung, ein Umweg von zehn Tagen und mehr. Die Frachtraten stiegen, die Lieferzeiten auch. Das war zu einer Zeit, in der Hormus offen war.

Und schließlich das Öl. Yanbu, eine der Städte auf der Liste der Koalition, ist der Hafen, über den Saudi-Arabien sein Öl am Roten Meer verlädt, an Hormus vorbei. Diese Ausweichroute war der Plan des Kronprinzen für genau den Fall, dass der Golf gesperrt wird. Wenn nun auch dieser Hafen in Reichweite liegt, dann gibt es für das saudische Öl keinen sicheren Weg mehr. Der Preis dafür steht an jeder Zapfsäule, auch bei uns.

Worauf sollte man in den kommenden Tagen achten? Auf drei Dinge. Erstens: das Telefonat. Trump hat angekündigt, mit Mohammed bin Salman zu sprechen. Was nach diesem Gespräch verkündet wird, zeigt, ob aus dem Vielleicht ein Ja geworden ist. Achten Sie auf die Wörter. Zwischen Unterstützung und Beteiligung liegt ein Krieg. Und achten Sie darauf, wer zuerst spricht. Wenn die Nachricht aus Riad kommt und nicht aus Washington, dann hat der Kronprinz den Präsidenten festgelegt und nicht umgekehrt.

Zweitens: die Flugzeugträger. Ein amerikanischer Eintritt lässt sich nicht verbergen. Er braucht Schiffe im Roten Meer oder im Arabischen Meer, und jedes Schiff, das dorthin fährt, fehlt vor dem Iran. Wenn sich ein Verband aus der Nähe von Hormus nach Süden bewegt, dann ist die Entscheidung gefallen, ganz gleich, was das Weiße Haus dazu sagt.

Drittens: der Flughafen. Solange die Maschinen in Riad am Boden bleiben, wächst der Druck auf Washington mit jeder Stunde. Öffnet er wieder und bleibt offen, gewinnt Trump Zeit. Wird er ein viertes Mal getroffen, dann wird aus dem Wir könnten sehr schnell ein Wir müssen.

Fassen wir zusammen. Im September hat Mohammed bin Salman zweimal um amerikanische Schläge gebeten, und Donald Trump hat abgelehnt. Am fünften Oktober begann die Offensive im Jemen, mit hundert saudischen Kampfflugzeugen. In derselben Woche wurde der Flughafen von Riad dreimal getroffen. Am Samstag starben dort nach saudischen Angaben mindestens zwölf Menschen, darunter nach den Worten des amerikanischen Außenministers ein Amerikaner. Die Koalition meldet hundertsechsunddreißig zerstörte Ziele, und der Flughafen ist trotzdem geschlossen. Und der amerikanische Präsident sagt jetzt: Wir könnten.

Ein halbes Jahr lang hat Washington erklärt, der Iran stehe allein und seine Verbündeten seien geschwächt. An diesem Wochenende entscheidet ein Verbündeter des Iran darüber, ob in Riad Flugzeuge landen. Und Donald Trump muss wählen, ob er einen Krieg führt oder zwei. Wie eng es für ihn schon beim ersten geworden ist, zeigt das Video, das jetzt auf Ihrem Bildschirm erscheint.

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