„Schiff in Flammen": Irans Hormus-Zorn nach geplatzten Gesprächen – bombt Trump nach den Midterms?

Kein Durchbruch, neue Angriffe – und jetzt auch noch Kopfgelder. Die Gespräche zwischen Washington und Teheran stecken fest. Rund um die Straße von Hormus wird weiter gekämpft, und der Einsatz steigt von Stunde zu Stunde. Dreht sich dieser Konflikt jetzt noch eine Stufe weiter? Der jüngste Brennpunkt ist die seit Monaten blockierte Straße von Hormus.
Berichten zufolge kam es zu einem neuen Angriff: Ein unbekanntes Geschoss traf ein Schiff mitten in der Straße von Hormus. An Bord brach ein Feuer aus – es konnte später gelöscht werden. Die Besatzung ist in Sicherheit, das Schiff setzt seine Fahrt fort. So meldet es die britische Seefahrtsbehörde U-K-M-T-O – und es passiert in dem Moment, in dem die Diplomatie gegen eine Wand läuft. Katar versucht seit Tagen, die Lücke zwischen Washington und Teheran zu schließen, doch die jüngste Runde brachte laut einem Bericht von Axios kaum Fortschritte.
Und das liegt daran, dass keine Seite bereit scheint, nachzugeben. Keine nennenswerte Bewegung in den Gesprächen. „Es steckt fest", sagt eine mit den Gesprächen vertraute Quelle. Die Iraner verlangten Dinge, die die USA nicht akzeptieren könnten – und die USA glaubten zu gewinnen, also sähen sie keinen Grund für Kompromisse. Am Montag traf der katarische Vermittler in New York den iranischen Außenminister Abbas Araghtschi – mehrere Stunden lang.

Besprochen wurde ein zweiseitiger katarischer Kompromissvorschlag. Die Idee: beide Kernforderungen in einem Papier zu verbinden. Der Iran will, dass die amerikanische Seeblockade aufgehoben wird. Washington will nukleare Zugeständnisse aus Teheran. Auch andere Vermittler in der Region, darunter Pakistan und Ägypten, drängen den Iran zu Zugeständnissen beim Atomprogramm – doch Teherans Position bleibt fest.
Der Iran erklärt, er werde nukleare Schritte erst dann erwägen, wenn Washington zur Absichtserklärung vom Juni zurückkehrt. Vorerst bleibt diese Lücke weit offen – und dann kam die nächste Wendung. Noch am Montag hatten amerikanische Beamte die Gespräche als „positiv und konstruktiv" beschrieben. Der Iran, hieß es, zeige sich beim Atomthema flexibel. Man sprach sogar über mögliche Sanktionserleichterungen und die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder.
Doch nur Stunden später erklärte Trump, er habe dem Iran nichts angeboten – und stellte damit den frühen Optimismus in Frage. Und warum das alles zählt: Der diplomatische Stillstand hat einen gefährlichen Hintergrund. Amerikanische Beamte gehen laut Axios davon aus, dass nach den Zwischenwahlen im November wieder große Kampfhandlungen beginnen könnten. Das heißt: Jedes Scheitern der Diplomatie wird jetzt vor dem Hintergrund eines möglichen neuen Militärschlags gelesen. Und Teheran erhöht den militärischen Einsatz mit einer neuen Warnung.
Der Iran droht mit neuen Schlägen, während er auf die amerikanische Antwort auf seinen Hormus-Plan wartet.

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Parlamentspräsident Ghalibaf: In einer Region, in der der Iran kein Öl verkaufen könne, werde niemand Öl verkaufen. Und wenn Irans Sicherheit nicht garantiert sei, werde keine Infrastruktur sicher bleiben. Zugleich erklärt der Sprecher der Revolutionsgarden, der Iran entwickle neue Waffen. Die Botschaft ist eindeutig.
Teheran sagt, es bereite sich darauf vor, dass dieser Konflikt weitergeht. „Um uns zu verteidigen, entwerfen wir ständig neue Waffen." „Wir rüsten unsere vorhandenen Waffen laufend auf." „Wir produzieren fortlaufend in Serie, damit wir uns verteidigen können." Und man nutze jede Technologie der Welt, um Waffen zu bauen, die Land und Volk schützen könnten.
„Wenn die Konfrontation eine andere Form annimmt, werden wir ganz sicher neue Waffen ins Feld bringen" – und im Zentrum dieser Konfrontation steht Hormus. Der Iran schränkt die Handelsschifffahrt durch die strategische Wasserstraße weiter ein. Washington hält seinerseits die Gegenblockade iranischer Häfen aufrecht. Vor dem Krieg passierte rund ein Fünftel des weltweiten Öls und Flüssiggases diese Route. Jetzt verlagert sich die Konfrontation über Schiffe und Sanktionen hinaus.

Beide Seiten legen jetzt Geld auf den Tisch, um den Druck zu erhöhen. Der Iran hat Belohnungen von umgerechnet zwanzigtausend Dollar ausgesetzt – für jeden, der einen amerikanischen Soldaten gefangen nimmt oder tötet. Der Betrag verdoppelt sich nach dem gemeldeten Schema, wenn eine Frau die Tat ausführt. Das Geld stamme, so der Armeesprecher, aus einer Zeit, in der Spender an diesem „Dschihad gegen den amerikanischen Feind" teilnehmen wollten, aber körperlich nicht kämpfen konnten. Sie hätten erklärt, finanziell zu helfen und die nötigen Mittel bereitzustellen.
Es ist nicht das erste Angebot dieser Art aus dem Iran. Schon im August waren dreißigtausend Dollar ausgelobt worden – und Washington hat seine eigene Antwort. Das Programm „Rewards for Justice" des amerikanischen Außenministeriums bietet bis zu fünfzehn Millionen Dollar. Die drei Namen, die das Programm nennt: Ahmed Dschafarabadi, Abdollah Mehrabi und Ali Asghar Norusi – hohe Funktionäre der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte der Revolutionsgarden. Irgendwo zwischen Irans Raketen, Drohnen und ihren Opfern, so das Ministerium, liege eine Geldspur.
„Helfen Sie uns, sie zu unterbrechen." Informationen über die drei Männer, die Finanzmechanismen der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte oder verbundene Personen und Organisationen könnten Informanten für Belohnung und Umsiedlung qualifizieren. Das Kopfgeld zielt auf die Finanznetzwerke der Revolutionsgarden – Einnahmequellen, Mittelsmänner und verdeckte Operationen. Also: Die Gespräche stecken fest. Hormus steht unter Druck.
Waffen werden aufgerüstet, und Kopfgelder treiben den Einsatz nach oben. Der Diplomatie geht der Raum aus – was kommt als Nächstes? Eine weitere Verhandlungsrunde oder eine weitere Runde Krieg? Und während Amerikas Krieg mit dem Iran sich immer weiter zieht, setzt das Pentagon eine gewaltige Summe auf sein Kampfflugzeug der nächsten Generation: zwanzig Milliarden Dollar. Die US-Marine hat gerade einen Riesenvertrag mit Boeing unterschrieben, um die F-A-XX zu entwickeln – das Flugzeug, das Amerikas Luftmacht in die 2030er-Jahre und darüber hinaus tragen soll.
Die USA bauen also schon jetzt für den nächsten Krieg am Himmel. Die F-A-XX, so die Marine, sei eine „entscheidende, nicht verhandelbare Investition" in Amerikas Sicherheit und seine Luftkampffähigkeit auf lange Sicht. Man tue sich mit Boeing zusammen, um diese Fähigkeiten ins Feld zu bringen. Die Marine hält viele Details geheim – aber das ist bekannt. Die F-A-XX ist keine neue Version eines alten Kampfjets.
Sie ist ein Kampfflugzeug der sechsten Generation: gebaut, um tiefer zu fliegen, weiter zu sehen, in tödlicherem Luftraum zu überleben und Seite an Seite mit KI-gesteuerten Drohnen zu kämpfen. Sie soll von amerikanischen Flugzeugträgern aus operieren und am Ende die F/A-18 Super Hornet und die EA-18G Growler ersetzen. Mehr Reichweite, mehr Überlebensfähigkeit, im Verbund mit der F-35C und künftigen unbemannten Flugzeugen – so beschreiben es die Offiziellen. Und dahinter steckt eine noch größere Geschichte. Boeing hat bereits das Programm der Luftwaffe für die sechste Generation gewonnen – die F-47.
Den Zuschlag dafür bekam Boeing 2025. Mit dem F-A-XX-Vertrag entwickelt Boeing jetzt beide großen amerikanischen Programme der sechsten Generation. Ein gewaltiger Umschwung für einen Konzern, der sich aus dem Kampfjetgeschäft schon fast verabschiedet hatte. Zwei moderne Kampfflugzeuge parallel zu liefern, sei immer der Plan gewesen, sagt Boeing – man habe entsprechend investiert. Man sei bereit und in der Lage, mehrere künftige Kampfflugzeugprogramme gleichzeitig zu bauen.
Dabei war der Jet jahrelang von Verzögerungen und Streit ums Geld gebremst worden. Das Weiße Haus hatte die Entscheidung rund ein Jahr lang zurückgehalten – aus Sorge, die Industrie könne zwei neue Kampfflugzeuge nicht gleichzeitig stemmen. Dann griff der Kongress ein: 750 Millionen Dollar für das Programm im Steuergesetz von 2025 und weitere knapp 900 Millionen im Haushalt für 2026. Und es gibt noch einen Grund, warum das zählt. Die Marine denkt über die Zukunft des Trägerkriegs nach, während China in rasantem Tempo eigene moderne Kampfflugzeuge entwickelt.
Die F-A-XX soll den Trägergeschwadern mehr Reichweite und Überlebensfähigkeit geben – für einen Konflikt, in dem die Nähe zur gegnerischen Küste weit gefährlicher werden könnte, vor allem im Pazifik. Die Marine plant weiterhin den Kauf von mehr als zweihundertsiebzig F-35C von Lockheed Martin für ihre Träger; sie sollen im nächsten Jahrzehnt neben der F-A-XX fliegen. Die Super-Hornet-Flotte, seit den Neunzigern im Dienst, soll bis in die 2040er-Jahre weiterfliegen. Die F-A-XX soll Amerikas Luftmacht in einer Zeit stärken, in der die eigenen Bestände durch die iranischen Angriffe unter massivem Druck stehen. Laut dem Generalinspekteur des Pentagons haben die USA mindestens dreißig Reaper-Drohnen vom Typ MQ-9 verloren – und Dutzende Flugzeuge.
Der Bericht nennt außerdem schwere Schäden an Luftwaffenstützpunkten am Golf sowie Hunderte beschädigte oder zerstörte Gebäude und Anlagen durch iranische Angriffe. Donald Trump hatte zuvor gesagt, der Krieg werde nach den Zwischenwahlen im November ganz sicher enden – jetzt klingt er völlig anders. Ob der Iran kurz davor sei, aufzugeben, wurde er am Dienstag gefragt. „Nun, denen geht es sehr schlecht." „Ich weiß nicht, ob sie schon aufgeben – aber sie werden aufgeben."
Und noch einmal: Denen gehe es sehr schlecht. Und dann der Satz, der hängen bleibt. Man habe in den letzten Tagen mehr Öl aus der Straße von Hormus herausgeholt „als zu irgendeinem Zeitpunkt der Geschichte" – auch vor dem Krieg, den man führe, um die Atombombe zu verhindern. Und darum gehe es: die Atombombe zu verhindern. Doch während die amerikanischen Streitkräfte mit dem Druck des laufenden Krieges kämpfen, gibt Washington bereits Milliarden für das nächste Zeitalter des Luftkriegs aus.
Die F-A-XX wird Jahre bis zur Einsatzreife brauchen – aber ein Zwanzig-Milliarden-Vertrag zeigt, dass die Marine weit über das heutige Schlachtfeld hinausdenkt. Bleiben wir bei diesem Satz von Trump – „mehr Öl als je zuvor". Denn hier lohnt es sich, die Zahlen nebeneinanderzulegen. Sein Energieminister Chris Wright sprach zuletzt von rund dreizehn Millionen Barrel Rohöl pro Tag durch die Wasserstraße. Sein Finanzminister Scott Bessent nannte fünfzehn bis zweiundzwanzig Millionen – vor dem Krieg waren es etwa zwanzig.
Die Datenfirma Kpler zählte im September im Schnitt sieben Komma vier Millionen Barrel Rohölexporte pro Tag durch Hormus. In der Woche bis zum siebenundzwanzigsten September passierten neunzehn Tanker die Straße von Hormus – siebzehn davon Supertanker. Die gesamten Ölexporte der Region – Saudi-Arabien, Emirate, Irak, Oman, Katar, Kuwait und Iran zusammen – lagen bei zwölf Komma acht Millionen Barrel am Tag. Vor dem Krieg, im Februar, waren es achtzehn Komma acht Millionen. Das heißt: Selbst in der großzügigsten Lesart fehlt fast ein Drittel dessen, was vor dem Krieg durch diese Meerenge floss.
Und selbst das iranische Staatsfernsehen räumt ein, dass „mindestens sieben Millionen Barrel" täglich durchkommen. Drei Zahlen aus einer Regierung, eine Zahl aus den Schiffsdaten – und Trumps „mehr als je zuvor" steht neben keiner davon. Bessent formulierte es als Spielstand: „Vereinigte Staaten – mehr als eine Milliarde Barrel sind herausgekommen – und Iran: null." Doch der Spielstand hat noch eine zweite Spalte. Der Ölpreis zum Beispiel: Am Montag nach Trumps Absage an den Sieben-Tage-Plan sprang Brent um mehr als drei Prozent auf fast hundertacht Dollar je Barrel.
Und die Durchfahrten: In der Woche bis zum siebenundzwanzigsten September zählte man hundertzweiunddreißig Passagen durch Hormus – vor dem Krieg waren es rund hundertdreißig an einem einzigen Tag. Dreiunddreißig Komma vier Milliarden Dollar kostete die Operation bis Ende Juni – davon zweiundzwanzig Komma drei Milliarden allein für verschossene Munition. Weitere drei Komma sieben Milliarden entfallen auf verlorenes oder zerstörtes Gerät. Zusammen: mehr als dreiunddreißig Milliarden Dollar in vier Monaten – und die Meerenge ist bis heute nicht offen. Und nach Angaben von drei amerikanischen Beamten gegenüber der Washington Post liegt die wahre Zahl der verlorenen Reaper nicht bei dreißig, sondern bei mindestens fünfundvierzig – ein Viertel der gesamten Flotte.
Das ist der Hintergrund, vor dem Washington zwanzig Milliarden für einen Jet ausgibt, der frühestens im nächsten Jahrzehnt fliegt. Und es ist der Hintergrund, vor dem Teheran seine Kopfgelder ausschreibt und seine „neuen Waffen" ankündigt. Beide Seiten reden von Stärke – und beide bereiten sich auf denselben Termin vor: den dritten November. Um zu verstehen, warum Teheran auf der „Absichtserklärung vom Juni" beharrt, muss man kurz zurückblättern. Am siebzehnten Juni unterzeichneten Washington und Teheran ein Papier mit vierzehn Punkten.
Die USA verpflichteten sich, die Seeblockade binnen dreißig Tagen aufzuheben, Sanktionen zu lockern, eingefrorene Gelder freizugeben und dem Iran den freien Ölverkauf zu erlauben. Nach einem Endabkommen sollten die amerikanischen Kräfte aus der Nähe des Iran abziehen – und ein Wiederaufbaupaket von mindestens dreihundert Milliarden Dollar sollte folgen. Der Iran sagte zu, die Minen zu räumen und Handelsschiffen sechzig Tage lang freie, gebührenfreie Durchfahrt zu gewähren – danach sollte mit Oman über die künftige Verwaltung der Meerenge verhandelt werden. Ein Endabkommen sollte binnen sechzig Tagen stehen, verlängerbar im gegenseitigen Einvernehmen. Am siebzehnten August lief das Papier aus – ohne Endabkommen.
Heute wirft ein amerikanischer Beamter dem Iran vor, die Vereinbarung durch Angriffe auf Handelsschiffe gebrochen zu haben; Teheran sagt, Washington habe seine Zusagen nicht eingehalten. Derselbe Beamte legt die amerikanische Linie offen: Ohne eine Regelung des Atomprogramms werde es kein Abkommen zum Ende des Krieges geben – der Iran zeige sich flexibel, „aber die Seiten liegen beim Zeitplan noch auseinander". Genau dort steckt der Streit: Teheran will zuerst die Blockade weg und die Rückkehr zum Juni-Papier, Washington will zuerst das Atomthema. Wer sitzt auf der amerikanischen Seite überhaupt am Tisch? Am Montagabend berieten in Washington Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und weitere Beamte über den Vorschlag – Vizepräsident J. D. Vance schaltete sich kurz dazu.
Katar, das den Zwei-Seiten-Plan geschrieben hat, ist nach Angaben von Axios über die Haltung beider Seiten „zunehmend entmutigt". Und Trump selbst hatte schon am Wochenende gesagt, worum es ihm geht: „Sie wollen einen Deal machen – aber es ist nicht der Deal, den ich machen will." Ein Abkommen zu seinen Bedingungen – oder keines. Wie fest die Fronten sind, zeigt auch der Blick nach Teheran. Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, beschreibt Trumps Lage so: gefangen in einem Sumpf, in dem er weder verhandeln noch kämpfen könne.
Und der Sprecher der Revolutionsgarden legte vor der Auslandspresse nach: Trump sei „ein großer Lügner", die amerikanischen Stützpunkte seien „die einzige Quelle der Unsicherheit" in der Region. Sollten die USA erneut angreifen, werde die Welt über Irans neue Waffen „staunen". Dazu die Kopfgelder – und die reichen weiter, als es zunächst klang: Der Armeesprecher deutete an, dass auch Bürger der Nachbarstaaten für einen gefangenen Amerikaner bezahlt werden könnten. Washington wiederum nennt bei seinen fünfzehn Millionen nicht nur Namen, sondern Funktionen: Operationen und Logistik, Waffenentwicklung gegen amerikanische Truppen – und eine Stiftung, die das Außenministerium schlicht „schwarze Kasse" nennt. Zwanzigtausend Dollar gegen fünfzehn Millionen – die Summen sind ungleich, die Logik ist dieselbe: Wer den anderen trifft, wird bezahlt.
Das ist die Tonlage, in der beide Seiten in den Oktober gehen. Und sie treffen sich in einem Punkt: Beide reden über den dritten November – Washington als Datum, an dem der Krieg wieder beginnen kann, Teheran als Datum, an dem Amerika seine Rechnung präsentiert bekommt. Was heißt das für uns? Für Deutschland hat dieser Krieg längst eine Zahl: Der September war der teuerste Tankmonat in der Geschichte der Bundesrepublik. Super E10 kostete im Monatsschnitt rund zwei Euro siebenundzwanzig, Diesel rund zwei Euro achtunddreißig – laut A-D-A-C.
Die alten Rekorde – zwei Euro vierzehn für E10 im April, zwei Euro sechsundzwanzig für Diesel im August – wurden um mehr als zehn Cent überboten. Der Grund, in den Worten des A-D-A-C: der Iran-Krieg, der die Ölexporte aus dem Golf massiv eingeschränkt hat – dazu fehlende Raffineriekapazität. Ab dem ersten Oktober soll ein Tankrabatt den Preis um etwa siebzehn Cent pro Liter drücken. Siebzehn Cent gegen einen Krieg, dessen Ende Washington selbst auf „nach den Wahlen" vertagt. Und das ist der eigentliche Punkt dieses Tages.
Ein Schiff brennt in Hormus, und niemand nennt den Schützen. Katar legt zwei Seiten auf den Tisch, und beide Hauptstädte schieben sie zurück. Washington sagt „positiv und konstruktiv" – und der Präsident sagt Stunden später „nichts angeboten". Teheran zahlt zwanzigtausend Dollar für einen gefangenen Soldaten, Washington fünfzehn Millionen für eine Geldspur. Und in Berlin zahlt jeder, der tankt, den Aufschlag – ohne dass ein einziger deutscher Minister an einem dieser Tische sitzt.
Die Gespräche stecken fest, die Waffen werden aufgerüstet, die Kopfgelder steigen. Die Frage ist nicht mehr, ob nach dem dritten November wieder geschossen wird. Die Frage ist, wer bis dahin noch glaubt, dass diese Gespräche jemals etwas anderes waren als eine Pause. Was denkst du – kommt nach den Zwischenwahlen der nächste Schlag, oder blufft Washington? Schreib es uns in die Kommentare und abonniere den Kanal, damit du die nächste Entwicklung nicht verpasst.
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