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Trump, Israel und Saudi-Arabien haben im Jemen verloren – Sicherheitsinsider enthüllt das Scheitern

Von Frum Report DE28. September 2026

Eine Miliz aus den Bergen des Jemen, viele ihrer Kämpfer laufen bis heute in Sandalen herum, und doch kann sie der Welt eine Seeblockade aufzwingen, nicht nur Saudi-Arabien, der ganzen Welt. So beschreibt es der Sicherheitsexperte Andreas Krieg vom King's College London, und er nennt die Lage für Riad ein absolutes strategisches Desaster. Für die Saudis, sagt er, gibt es keine militärische Lösung mehr, um aus diesem Krieg herauszukommen. Und dann kam Donald Trump, der nach Kriegs Worten offensichtlich nicht einmal weiß, wo der Jemen liegt. Keine Strategie, alles wird aus dem Moment heraus entschieden.

Die Stärke der Huthis, sagt Krieg, war immer die Schwäche ihrer Gegner. Dreihundertsiebenundsiebzigtausend Menschen sind in diesem Bürgerkrieg nach Angaben der Vereinten Nationen gestorben, die meisten von ihnen Kinder. Jahrzehntelang hat sich kaum jemand für den Jemen und seine Menschen interessiert. Wofür sich die Welt aber interessiert, sind Lieferketten und Schiffsverkehr, und für uns bedeutet das: Alles wird teurer, alles dauert länger. Den Jemen zu regieren, sagt Krieg, sei wie ein Tanz auf dem Kopf einer Schlange.

Heute ist der Welthandel von zwei Kriegen im Nahen Osten gleichzeitig getroffen. In der Straße von Hormus hält der Iran seine Beschränkungen aufrecht, und am Eingang zum Roten Meer haben die Huthis die Kontrolle über die Küste am Bab al-Mandab übernommen. Am zehnten September fiel die Hafenstadt Mokka, am Tag danach meldeten die Huthis die gesamte Westküste des Jemen unter ihrer Kontrolle. Und Washington, Riad und ihre Verbündeten scheinen nichts dagegen tun zu können. Wie konnte eine Miliz aus den Bergen mehr als ein Jahrzehnt lang der vereinten Macht der USA, Israels und Saudi-Arabiens trotzen?

Das hat der britische Sender Double Down News Andreas Krieg gefragt, der am King's College London und am Royal College of Defence Studies lehrt. Seine Antwort beginnt mit dem Gelände. Der Jemen, sagt Krieg, ist eines der unwegsamsten Gebiete, die man überhaupt finden kann. Schmale Küstenstreifen, dahinter steigen die Berge fast senkrecht auf. Keine Armee, die dort einmarschiert ist, konnte in diesem Gelände wirklich kämpfen.

Die Römer kamen nie ins Hinterland, das Britische Empire blieb in Aden an der Küste, und die Ägypter versuchten es in den Sechzigerjahren mehrmals und verloren. Krieg vergleicht den Jemen mit Afghanistan, nicht nur wegen der Berge, sondern auch wegen der Stammeskultur. Und was man über Afghanistan sagt, gilt nach seinen Worten auch hier: ein Friedhof der Imperien. Die Saudis mussten das selbst lernen. Als sie im Jahr zweitausendfünfzehn in den Jemen gingen, sollte die Operation einen Monat, höchstens sechs Wochen dauern.

Daraus wurden Jahre, und am Ende waren die Huthis nicht schwächer, sondern stärker.

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Umso mehr überrascht es Krieg, dass Riad glaubte, es sei eine gute Idee, in diesen Krieg zurückzukehren. Denn die Huthis sind heute gestärkt, sagt er, auch durch den Krieg in Gaza, weil sie sich an die Spitze des Widerstands gegen Israel gestellt haben, zumindest in ihrer eigenen Erzählung. Ihre Stärke kommt daher, dass sie wie eine dezentrale Stammesmiliz arbeiten, mit kleinem Fußabdruck, und dass sie wissen, wie man lokale Kräfte auf die eigene Seite zieht. Doch das eigentliche Problem, sagt Krieg, ist nicht die Stärke der Huthis, sondern die Schwäche derer, die sie aufhalten sollten.

Lange hieß es, die Huthis könnten in der Küstenebene nicht kämpfen, das Gelände sei ihnen fremd. Was sich jetzt zeigt, ist etwas anderes. Auf der Seite der Anti-Huthi-Koalition, sagt Krieg, stehe im Grunde eine Excel-Tabelle mit den Namen von Geistersoldaten, die es gar nicht gibt. Und die, die es gibt, kämpfen nicht. Um das zu verstehen, lohnt ein Blick auf eine alte Landkarte.

In der Kolonialzeit war der Jemen immer geteilt. Die Briten interessierten sich vor allem für den Hafen von Aden, einen wichtigen Stützpunkt auf dem Weg nach Indien. Der gebirgige Norden gehörte zunächst zum Osmanischen Reich und wurde neunzehnhundertachtzehn unabhängig, der britische Süden erst neunzehnhundertsiebenundsechzig. Erst neunzehnhundertneunzig wurden beide Teile zum heutigen Staat Jemen vereint. Und vieles, was wir heute sehen, ist nach Kriegs Worten diese alte Karte, die sich wieder durchsetzt: das Hochland im Norden gegen die Ebenen und Küsten im Süden.

Dazu kommt eine Frage, die im Westen gern vereinfacht wird, die Rolle des Iran. Die Huthis bekommen viel Unterstützung aus Teheran, sagt Krieg. Aber die Vorstellung, die Iraner könnten zum Telefon greifen und sagen, hört bitte damit auf, so funktioniere das nicht. Anders als die Hisbollah wurden die Huthis nicht vom Iran gegründet, sie entstanden als Aufstand im Norden des Jemen. Und sie haben sich, sagt Krieg, immer wieder gegen den Iran gestellt, wenn es um ihre eigenen Interessen ging.

Wie aber kam die Hauptstadt in ihre Hände? Im Jahr zweitausendvierzehn stießen die Huthis nach Sanaa vor, und sie hatten Erfolg, nicht weil sie besonders ausgefeilt vorgingen, sondern weil der Staat, den sie vor sich hatten, vor allem auf dem Papier existierte. Unter dem langjährigen Machthaber Ali Abdullah Salih, so Krieg, war ein System aus Geistersoldaten und Geisterinstitutionen entstanden, in dem alles ein Geschäft war. Ein Ministerium meldete zweihunderttausend Beschäftigte und verlangte Gehälter für zweihunderttausend Menschen. Einen Teil steckten die Verantwortlichen in die eigene Tasche, einen Teil verteilten sie, doch die meisten dieser Menschen gab es gar nicht.

Dasselbe Muster, sagt Krieg, sah man in Afghanistan, wo ganze Bataillone nur auf dem Papier standen, als die Taliban kamen. In Riad schrillten damals alle Alarmglocken. Für Saudi-Arabien war der Jemen immer der verwundbare Unterleib der Arabischen Halbinsel, und Unruhe dort galt als innere Angelegenheit. Nun fiel die Hauptstadt an eine Bewegung, die man in Riad als Partner Teherans sah, zu einer Zeit, in der der Iran dort als Feind Nummer eins galt. Anfang zweitausendfünfzehn kam König Salman an die Macht, und sein Sohn Mohammed bin Salman wurde Verteidigungsminister.

Er wollte sich einen Namen machen, sagt Krieg, und versprach, das Problem zu lösen. Es folgten Bilder von Mohammed bin Salman am Kartentisch mit seinen Generälen, und dann ein Luftkrieg mit Unterstützung der Golfstaaten. Die Vereinigten Arabischen Emirate schickten erstmals in großem Umfang eigene Bodentruppen, landeten zweitausendfünfzehn in Aden und bauten sofort örtliche Verbündete auf. Doch die Emirate blieben im Süden, im früheren britischen Teil, und überließen die Berge den Saudis. Aus Abu Dhabis Sicht war das klug, sagt Krieg, und genau hier beginnt der Riss, der bis heute reicht: Es wurden zwei Kriege.

Einer im Süden, in dem die Emirate ihre eigene Macht festigten, und einer im Norden, den die Saudis nicht gewinnen konnten. Die Saudis verhängten außerdem eine Blockade über Häfen und Luftraum des Nordens. Nach Kriegs Worten entstand so zeitweise die schlimmste humanitäre Krise der Welt: keine Hilfslieferungen, keine Ärzte, die die Menschen erreichten. Bis zum Jahr zweitausendeinundzwanzig zählten die Vereinten Nationen dreihundertsiebenundsiebzigtausend Tote, die meisten starben an indirekten Folgen wie Hunger und Krankheit, und die meisten dieser Opfer waren Kinder. Die Emirate, sagt Krieg, waren dabei klüger als die Saudis.

Sie stellten den Krieg als saudisch geführten Krieg dar, obwohl sie selbst Teil davon waren und im Süden ebenfalls schwere Verbrechen begangen wurden. Die Schuld für das Leid, für die Hungersnot, für die Bilder aus dem Jemen landete damit in Riad. Zweitausendneunzehn und zweitausendzwanzig begriffen die Saudis, dass dieser Krieg nirgendwohin führt, und Mohammed bin Salman, inzwischen Kronprinz, wollte nur noch heraus. Im Jahr zweitausendzweiundzwanzig kam unter Vermittlung der Vereinten Nationen ein Waffenstillstand zustande, der die Front im Kern einfror. Die Huthis behielten die Berge und die Hauptstadt, die Regierung die Ebenen und die Südküste.

Doch zwischen Riad und Abu Dhabi wuchs der Streit. Die Emirate hatten im Süden mit dem sogenannten Südlichen Übergangsrat ein eigenes Werkzeug aufgebaut, in Kriegs Worten ein trojanisches Pferd. Es ging ihnen um Aden, um Häfen, um Lieferketten, und um die Provinz Hadramaut, wo das Öl liegt und die Riad als eigenes Einflussgebiet betrachtet. Krieg spricht von einer Achse der Abspaltung, die die Emirate vom Jemen bis nach Somaliland, in den Sudan und nach Libyen aufgebaut hätten. Und diese Achse, sagt er, sei auch für Israel geöffnet worden, das seit dem Abraham-Abkommen der engste Partner der Emirate in der Region ist.

Auf der Insel Sokotra, die die Emirate übernommen haben, gebe es nach seinen Worten sogar israelisches Personal. Ende zweitausendfünfundzwanzig eskalierte der Streit. Am dreißigsten Dezember bombardierte die saudisch geführte Koalition im Hafen von Mukalla eine Lieferung von Waffen und Fahrzeugen, die aus dem emiratischen Hafen Fudschaira kam und für die Separatisten bestimmt war. Riad nannte seine nationale Sicherheit eine rote Linie und gab den emiratischen Truppen vierundzwanzig Stunden, um das Land zu verlassen. Noch vor wenigen Jahren waren beide Länder enge strategische Verbündete, sagt Krieg, und nun wurde geschossen.

Die Emirate zogen sich offiziell zurück. Doch sie arbeiten über ihre Verbündeten weiter, und nach Kriegs Beobachtung lehnt man sich in Abu Dhabi zurück, isst Popcorn und schaut zu, wie die Saudis den Süden allein verwalten sollen. Dabei hätte es einen Ausweg gegeben. Nach dem langen Waffenstillstand wollten die Saudis raus aus der Sackgasse, und über Oman wurde ein Friedensprozess mit allen Seiten vorbereitet, einschließlich der Huthis. Die Saudis waren bereit, sagt Krieg, und die Huthis waren bereit.

Das Problem sei gewesen, dass dann Trump kam. Israel hatte in Washington, London und Brüssel darauf gedrängt, die Huthis wieder als Terrororganisation einzustufen. Oman warnte eindringlich davor, weil dann keine Gehälter mehr gezahlt und keine Gespräche mehr geführt werden könnten. Genau so kam es, sagt Krieg: Die Einstufung tötete den Prozess. Als die Saudis im Jahr zweitausendfünfundzwanzig verhandeln wollten, waren es Israel und die USA, die das verhinderten.

Und dann bombardierten die Vereinigten Staaten die Huthis selbst, rund fünfzig Tage lang, um sie in die Knie zu zwingen. Wie zuvor die Saudis scheiterten sie. Nach wenigen Wochen riefen sie in Oman an und baten um eine Vereinbarung. Im Mai zweitausendfünfundzwanzig einigten sich Washington und die Huthis: Keine Angriffe auf amerikanische Schiffe, keine amerikanischen Angriffe auf die Huthis. Israel war an diesem Abkommen nicht beteiligt und fühlte sich, so Krieg, im Stich gelassen.

Diesmal sind es die Saudis, die sich im Stich gelassen fühlen. Der Funke für den neuen Krieg fiel im Juli. Am dreizehnten Juli versuchte eine Maschine der iranischen Fluggesellschaft Mahan Air in Sanaa zu landen, an Bord nach Angaben der Gegner Kommandeure der Revolutionsgarden. Die saudisch geführte Koalition bombardierte die Landebahn des Flughafens. Die Huthis erklärten den Waffenstillstand für beendet und griffen noch am selben Tag den Flughafen von Abha in Saudi-Arabien an.

Es sollte ein Warnschuss sein, sagt Krieg, doch Riad hoffte vor allem, dass Trump sich einschalten würde. Er tat es nicht. Und dann kam der September. Die Nationale Widerstandsarmee unter Tarik Salih, dem Neffen des früheren Machthabers, war im vergangenen Jahr als Truppe mit zwanzig- bis fünfundzwanzigtausend gut ausgebildeten Kämpfern präsentiert worden, unterstützt von Saudi-Arabien und den Emiraten. Sie sollte das Sprungbrett sein, um in die Gebiete der Huthis vorzustoßen.

Als sie angegriffen wurde, löste sie sich nach Kriegs Worten innerhalb weniger Stunden auf. Am Mittag, sagt er, sah man Kämpfer auf Videos, die ihre Waffen an die Huthis verkauften oder ihnen die Treue schworen. Nicht die Stärke der Huthis habe das entschieden, sondern die Schwäche dieser Truppe. Genau das, sagt Krieg, ist das Problem der ganzen Anti-Huthi-Koalition: Vieles besteht aus Geistersoldaten, die nur auf dem Papier existieren. Und die Emirate kommen den Saudis nicht zu Hilfe.

Nach Kriegs Einschätzung wollen sie Riad in einem Krieg festhalten, den es nicht gewinnen kann, weil das die Saudis im Wettstreit mit Abu Dhabi schwächt. Und dann die Bitte an Washington. Nach Berichten des Portals Axios rief Kronprinz Mohammed bin Salman den amerikanischen Präsidenten zweimal an und drängte ihn zu Luftangriffen auf die Huthis. Trump lehnte ab und bot nur Geheimdienstinformationen und Zieldaten an. Mitten im Krieg gegen den Iran, vor den Zwischenwahlen und bei ohnehin hohen Spritpreisen will Washington keine neue Front.

Du bist auf dich allein gestellt, so fasst Krieg die amerikanische Botschaft an Riad zusammen. Und selbst wenn Washington mehr täte, was könnte es liefern? Geheimdienstinformationen und Luftangriffe, sagt Krieg, und dieses Rezept sei schon mehrfach kläglich gescheitert. Aus der Luft kann man die Huthis nicht besiegen. Die Saudis haben das gelernt, die Amerikaner haben es gelernt.

Es sei wie in Afghanistan, sagt er, und in Afghanistan sei der Westen gescheitert. Für die Saudis gebe es in diesem Krieg keine militärische Lösung. Wie konnte es so weit kommen? Krieg beschreibt Saudi-Arabien als einen Öltanker. Er bewegt sich sehr langsam, doch wenn er sich bewegt, ist die Richtung kaum noch zu ändern.

Seit Jahren treibe das Königreich strategisch vor sich hin. Schon zweitausendsiebzehn habe Riad gemerkt, dass die Emirate im Jemen eigene Ziele verfolgen. Es habe bis zweitausendneunzehn gedauert, das auszusprechen, und bis Ende zweitausendfünfundzwanzig, bis Saudi-Arabien endlich auf emiratische Schiffe schoss. Und der Grundpfeiler der saudischen Politik, das felsenfeste Bündnis mit den Vereinigten Staaten, bröckelt seit Jahren. Trotzdem, sagt Krieg, haben die Golfstaaten alle ihre strategischen Eier in den amerikanischen Korb gelegt.

Nun steckt Saudi-Arabien nach seinen Worten in der schwersten Krise seit Jahrzehnten, ohne einfachen Ausweg. Und die Amerikaner sagen: Mal sehen, vielleicht später. Diese Isolation ist für Riad eine furchtbare Lage. Krieg beschreibt Saudi-Arabien als schwerfälligen Riesen, der am liebsten klassisch arbeitet, von Staat zu Staat und über die Vereinten Nationen. Die Emirate dagegen seien ein kleiner, wendiger Akteur, der Chaos stiftet, über ein Netz von Netzwerken, das er nicht einmal vollständig kontrolliert.

Manche nennen sie das kleine Sparta, doch strategisch klug sei das nach Kriegs Worten nicht, sondern vor allem beweglich. Die Saudis wiederum müssen nun ohne die Emirate örtliche Kräfte bezahlen, und das in einer Zeit, in der sie schon vor diesem Krieg den Gürtel enger schnallen mussten. Und sie betrifft nicht nur Riad. Wer heute Schiffe durch das Rote Meer versichert, weiß nicht, was morgen geschieht. Die Huthis könnten eines Morgens entscheiden, wieder auf Schiffe zu schießen, sagt Krieg, oder nur noch bestimmte Schiffe durchzulassen.

Früher mussten sie Raketen aus dem Landesinneren abfeuern. Heute stehen sie direkt an der Meeresstraße. Sie können die Schiffe mit bloßem Auge sehen und mit einer Panzerabwehrrakete oder von kleinen Booten aus angreifen. Die Meeresstraße sei so schmal, sagt Krieg, dass man bei Google Earth stark heranzoomen müsse, um zu sehen, wie nah das Ufer liegt. Die Hürde für einen Angriff ist gesunken, die Bereitschaft gestiegen, und die Versicherungsprämien sind schon jetzt gestiegen.

Für Europa ist das keine ferne Frage. Durch das Bab al-Mandab und den Suezkanal kommt ein großer Teil der Waren, die wir hier kaufen, sagt Krieg. Die Meeresstraße von Hormus sei vor allem für die Energiemärkte ein Problem, das Bab al-Mandab dagegen für den gesamten Handel zwischen Ost und West. Und jeder Umweg um das Horn von Afrika macht alles teurer, für die Verbraucher in Europa ebenso wie für die Reedereien. Wohlstand, sagt Krieg, sei auch eine Frage der nationalen Sicherheit, selbst in Großbritannien könne man das nicht ignorieren.

Damit ist eine Lage entstanden, in der der Iran die Straße von Hormus schließen kann, wenn er will, und die Huthis das Bab al-Mandab. Das müsse jetzt jeder in seine Rechnung einbeziehen, sagt Krieg. Und es stärke beide enorm, weil man sich mit ihnen nicht mehr anlegen könne. Beim Iran, einem Staat mit jahrtausendealter Geschichte, sei das wenig überraschend. Überraschend sei etwas anderes: eine Miliz aus den Bergen des Jemen, deren Kämpfer zum Teil in Sandalen und mit Technik aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts unterwegs sind.

Sie hat geschafft, was Saudi-Arabien mit Milliarden nicht verhindern konnte, was die Vereinigten Staaten in fünfzig Tagen Bombardement nicht verhindern konnten und was Israel mit seinem Druck in Washington nicht verhindern konnte. Riad wollte einen schnellen Krieg von wenigen Wochen und bekam ein ganzes Jahrzehnt, mit Hunderttausenden Toten und einem Ruf, der bis heute beschädigt ist. Washington präsentierte sich jahrzehntelang als Schutzmacht des Königreichs und ließ den Kronprinzen nun am Telefon abblitzen, als er um Hilfe bat. Und Israel wollte den Friedensprozess stoppen und bekam eine Miliz an der wichtigsten Meeresstraße zum Roten Meer. Auf der Seite derer, die diesen Krieg führten, bleibt eine bittere Bilanz.

Ein Krieg, der aus der Luft nicht zu gewinnen war. Eine Koalition, die zum großen Teil aus Namen auf Papier bestand und sich in wenigen Stunden auflöste, als es darauf ankam. Und ein Bündnis mit Washington, das im entscheidenden Moment nicht trug, obwohl Riad genau darauf seit Jahrzehnten seine gesamte Sicherheitspolitik gebaut hatte. Was denkst du? Hat Saudi-Arabien diesen Krieg endgültig verloren, und was bedeutet das für die Schiffe, die unsere Waren nach Europa bringen?

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