🚨 Israelischer Beamter bestätigt: „Angriffe auf den Iran nur noch eine Frage der Zeit“

Wie geht man aus Sicht der israelischen Regierung im Jahr zweitausendsechsundzwanzig mit dem Iran um? Man lässt ihn gar nicht erst wieder zu Kräften kommen. Man schlägt zu, bevor Teheran seine Anlagen wieder aufbauen kann, und beseitigt die vermeintliche Gefahr, bevor sie überhaupt die Chance hat, Wirklichkeit zu werden. In einer Region, in der Waffenruhen so wenig wert sind wie seit Jahrzehnten nicht mehr, gilt in Jerusalem ein einfacher Grundsatz: Wer zuerst zuschlägt, bestimmt die Regeln. Zumindest ist das die Linie, die die Regierung Netanyahu jetzt ganz offen ausspricht.
In einem bemerkenswerten Bericht erklärt ein israelischer Regierungsvertreter, neue Angriffe auf den Iran seien nur noch eine Frage der Zeit. Seinen Namen nannte der Sender nicht. Die Frage ist demnach nicht mehr, ob die nächste Angriffswelle kommt, sondern nur noch, wann. Doch diesmal soll sie nicht mehr davon abhängen, was im Weißen Haus entschieden wird. Die Entscheidung, so lautet die Botschaft, fällt in Jerusalem. Israel sei jederzeit bereit, die Kämpfe mit dem Iran wieder aufzunehmen, sagte der Beamte, und zwar entweder an der Seite der Vereinigten Staaten oder ganz unabhängig von ihnen.
Am selben Tag trat Benjamin Netanyahu in New York vor die Vollversammlung der Vereinten Nationen. Und seine Rede klang wie die offizielle Bestätigung dieser Drohung, vorgetragen vor den Vertretern fast aller Staaten der Welt. Genau wie es der Beamte angekündigt hatte, rückte Israel damit einen großen Schritt näher an eine neue Runde dieses Krieges, in der es nicht mehr abwartet, was Washington und Teheran am Verhandlungstisch vereinbaren, sondern den Zeitpunkt selbst bestimmen will. Der saudische Sender Al-Hadath brachte die Aussage als Erster. Dienste für Finanznachrichten verbreiteten sie innerhalb weniger Minuten an die Märkte weiter. Am vierundzwanzigsten September griff die Times of Israel den Bericht auf und machte damit öffentlich, dass ein Vertreter der israelischen Regierung einen neuen Krieg gegen den Iran nicht nur für möglich, sondern für unausweichlich hält.

Nach seiner Darstellung verlagert der Iran Teile seines Atomprogramms in einen Berg südlich von Natanz und baut ihn zu einer unterirdischen Festung aus, eine Behauptung, die bislang niemand unabhängig bestätigt hat. Das heißt, Israel will sich nicht damit begnügen, auf Satellitenbilder zu zeigen und der Welt zu sagen, seht her, was Teheran angeblich plant. Denn machen wir uns nichts vor: Hier geht es um einen ganz bestimmten Ort. Werden dort nach israelischer Lesart rote Linien überschritten, dann soll genau dieser Berg das nächste Ziel werden, ganz gleich, wie weit die Gespräche zwischen Washington und Teheran bis dahin gekommen sind. Die eigentliche Garantie gegen einen atomar bewaffneten Iran, so der Beamte weiter, liege im Sturz der heutigen Führung in Teheran, auf die eine oder andere Weise. Gemeint ist nicht weniger als ein Regimewechsel, und damit geht es längst nicht mehr nur um Atomanlagen.
Netanyahu selbst erklärte am Rednerpult, die Zerstörung der iranischen Atomanlagen sei hart gewesen, für ihn aber eine der leichtesten Entscheidungen seiner gesamten Amtszeit. Hätte Israel nicht gehandelt, so Netanyahu, dann wären heute alle tot. Allerdings gibt es einen Haken, bevor wir weitermachen. Denn während in Jerusalem über den nächsten Schlag gesprochen wird, sitzt Washington mit Teheran am Tisch, und Israel ist bei diesen Gesprächen nicht einmal vertreten. Am dreiundzwanzigsten September verhandelten amerikanische und iranische Vertreter am Rande der Vollversammlung stundenlang über Vermittler, und der Sondergesandte Steve Witkoff nannte die Gespräche anschließend konstruktiv und vielversprechend.
Das könnte zum eigentlichen Stolperstein werden, denn schon im August machte Donald Trump deutlich, dass er sich von Netanyahu nicht vorschreiben lässt, wann dieser Krieg weitergeht: Er brauche Bibi nicht, um das zu wissen, sagte Trump, Bibi sage ihm das nur, weil er wolle, dass Amerika weiter mitmacht. Doch bevor wir klären, warum das so wichtig ist, eines vorweg: Diese Drohung kommt nicht aus dem Nichts. Israel und die Vereinigten Staaten führen diesen Krieg gegen den Iran bereits seit Monaten, und er hält die gesamte Region seitdem in Atem. Am achtundzwanzigsten Februar begann ihre gemeinsame Offensive. Seit April ruhen die großen Angriffe weitgehend, und die Vereinbarung vom Juni, die daraus einen dauerhaften Frieden machen sollte, zerbrach nach wenigen Wochen. Im August lief sie endgültig aus.
Seitdem wird eine Schranke nach der anderen abgebaut. Und auch die Drohung, notfalls allein zu handeln, ist nicht neu. Schon Anfang August berichtete Al Jazeera, dass sich Netanyahu darauf vorbereiten könnte, den Krieg gegen den Iran allein fortzusetzen, falls Washington auf einen Kompromiss setzt. Schon damals war die Frage also nicht, ob Israel angreifen will, sondern nur, ob es dafür noch auf Washington wartet. Netanyahu selbst sagte damals, Israel sei entschlossen, den Iran am Bau einer Atomwaffe zu hindern. Und dafür werde man tun, was immer notwendig sei.

Diese neue Drohung ist also nicht nur eine Ankündigung von Angriffen. Sie ist das Signal, dass die Regierung Netanyahu bereit ist, auch dann loszuschlagen, wenn Washington einen anderen Weg wählt, und genau darin liegt der eigentliche Sprengstoff dieser Nachricht. So weit die Grundlagen dieser Drohung. Doch schauen wir uns jetzt genauer an, um welchen Ort es eigentlich geht. Er heißt Kuh-e Kolang Gas La, im Westen besser bekannt als der Spitzhackenberg, eine wörtliche Übersetzung seines persischen Namens.
Er liegt nur etwa zwei Kilometer südlich der Anreicherungsanlage von Natanz. Im Inneren dieses Berges hat der Iran über Jahre ein großes Tunnelsystem angelegt, nach Einschätzung westlicher Analysten tiefer im Fels als die meisten bekannten Anlagen des Landes. Und genau dort wird seit Monaten gebaut, wie Satellitenbilder zeigen. Nach einer Auswertung des Washingtoner Zentrums für strategische und internationale Studien werden die Tunneleingänge erhöht und verstärkt, die Zufahrtswege asphaltiert und große Mengen Erde abtransportiert. Es sind Arbeiten, wie man sie sieht, wenn eine Anlage gegen Luftangriffe gehärtet werden soll. Am zehnten September bestätigte auch der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi, im Sender Bloomberg, dass es an diesem Ort Bauaktivitäten gibt.
Seine Inspektoren waren nach eigener Aussage jedoch noch nie im Inneren der Anlage. Die Behörde hat Teheran um Auskunft und Zugang gebeten, eine Antwort ist bislang nicht bekannt. Für die israelische Regierung reicht genau diese Lücke aus, um den Berg zum Ziel zu erklären: Was niemand sehen kann, soll im Zweifel zerstört werden. Vielleicht denken Sie jetzt, dass diese Logik ziemlich weit geht. Ein Land zu bombardieren, weil man nicht in seine Tunnel schauen kann, ist eine Sache.
Aber dasselbe Land zu bombardieren, während es mit Washington verhandelt, ist ein Schritt, den viele in der Region als offene Sabotage der Diplomatie verstehen dürften. Und damit wären Sie nicht allein, denn Präsident Massud Peseschkian brachte es vor den Vereinten Nationen auf einen Satz: Die Atomwaffe sei in Israel, die Inspektoren aber seien im Iran. Wir haben bereits erwähnt, dass Israel in Washington nicht mehr den Takt vorgibt, und genau das könnte zum Problem für Netanyahu werden. Denn auch in Israel selbst ist die Unterstützung für diesen Kurs keineswegs einhellig. Der israelische Historiker Ahron Bregman vom Londoner King's College nennt den Krieg gegen den Iran eine strategische Katastrophe.

Das Magazin Foreign Policy geht noch weiter und fragt, ob Netanyahu diesen Konflikt vor allem für sein eigenes politisches Überleben braucht. Der Analyst David Rosenberg schreibt dort, Netanyahu könnte versucht sein, vor der Wahl eine oder mehrere Sicherheitskrisen zu erzeugen, um sich erneut als der Mann zu präsentieren, der Israel schützt. Dieses Bild ist sein wichtigstes politisches Kapital, und genau dieses Kapital hat in den vergangenen Jahren schwer gelitten. Ein neuer Schlag gegen den Iran würde ihm erlauben, es kurz vor der Wahl wieder aufzupolieren, und zwar auf Kosten einer ganzen Region. Es gibt auch Bedenken, was dieser Kurs international bedeuten würde.
Denn Israel ist, anders als der Iran, kein Mitglied des Atomwaffensperrvertrags und hat seine eigenen Anlagen nie für internationale Inspektoren geöffnet, obwohl es nach allgemeiner Einschätzung selbst über Atomwaffen verfügt. Genau diese Ungleichheit meinte Peseschkian, als er in New York erklärte, der Iran wolle keine Atomwaffen, aber auch keine Grenzen für neue friedliche Atomtechnologie. Für viele Staaten, im Nahen Osten und weit darüber hinaus, wäre ein neuer israelischer Alleingang deshalb ein gefährlicher Bruch mit den Regeln, auf die sich die Welt nach Jahrzehnten der Abrüstungspolitik eigentlich verständigt hat. Die Gegenseite in Israel sieht das natürlich völlig anders. Für die Falken in Jerusalem sind Gespräche mit Teheran reine Zeitverschwendung, und jede Pause gibt dem Iran aus ihrer Sicht nur die Gelegenheit, sich neu aufzustellen.
Genau so argumentiert Kobi Michael vom Misgav-Institut, der gegenüber Al Jazeera forderte, Israel müsse direkt auf den Kopf des Kraken zielen, und die Verhandlungen als nutzlos abtat. Trotzdem gibt es für Netanyahu noch Hürden. Kann er sie überwinden, bevor die Israelis an die Urnen gehen? Die Zeit dafür wird jedenfalls knapp, und zwar aus einem Grund, der mit dem Iran nur wenig zu tun hat. Am siebenundzwanzigsten Oktober wählt Israel eine neue Knesset, und das ist der späteste Termin, den das Gesetz überhaupt zulässt.
Laut Foreign Policy tritt Netanyahus Likud in den Umfragen bestenfalls auf der Stelle oder verliert sogar, während die Opposition aufholt, angeführt von seinem Herausforderer Gadi Eisenkot, dem früheren Generalstabschef der Armee. Ein Wahlsieg ist für Netanyahu diesmal also alles andere als eine Formsache. Und wenn das stimmt, dann wird verständlich, warum in Jerusalem ausgerechnet jetzt so laut über den nächsten Krieg gesprochen wird. Doch die eigentliche Frage bleibt: Warum soll dieser Schlag gerade jetzt kommen, mitten in laufenden Gesprächen? Genau das zeigen wir Ihnen jetzt.
Doch bevor wir tiefer einsteigen: Sie sehen Frum Report, und hier gibt es noch viel mehr solcher Analysen. Wenn Sie den Kanal noch nicht abonniert haben, nehmen Sie sich bitte eine Sekunde, drücken Sie auf den Knopf und aktivieren Sie die Glocke, damit Sie kein Video verpassen. Wir haben diese Angriffe bisher als Präventivschlag bezeichnet, so wie es die israelische Regierung selbst am liebsten tut. Das stimmt insofern, als Israel damit einer Entwicklung zuvorkommen will, die es im Inneren eines Berges nur vermutet. Doch in Wahrheit ist daran gar nichts präventiv, denn ein neuer Angriff wäre nicht der Beginn eines Krieges, sondern nur die nächste Runde eines Krieges, der längst läuft.
Wir gehen nach New York. Nach Berichten der Jerusalem Post blieb Netanyahu weniger als acht Stunden in der Stadt, gerade lange genug für seine Rede. Ein Treffen mit Donald Trump stand nicht auf dem Programm, denn der Präsident hatte New York zu diesem Zeitpunkt bereits wieder verlassen. Dann kam eine weitere Wendung hinzu. Trump hatte in derselben Woche vor derselben Versammlung gesprochen.
Seine Rede dauerte achtunddreißig Minuten, und Israel kam darin nur ein einziges Mal vor. Netanyahus Name fiel überhaupt nicht. Der wichtigste Verbündete Washingtons reiste also um die halbe Welt, und der Mann, auf den es für ihn ankommt, war nicht nur abwesend, sondern hatte ihn in seiner großen Rede nicht einmal erwähnt. Und im Saal verließen zahlreiche Delegationen demonstrativ ihre Plätze, als Netanyahu ans Pult trat. Diesen Auszug haben wir bereits in einem eigenen Video ausführlich eingeordnet. Dieses Mal blieb es in New York bei Worten.
Doch beim nächsten Mal, so lautet die Botschaft aus seinem Umfeld, könnten Bomben folgen, und zwar ohne vorher in Washington um Erlaubnis zu fragen. Offiziell betont die Regierung Netanyahu natürlich weiterhin die enge Partnerschaft mit Washington. Doch jeder in der Region versteht, was mit dem kleinen Zusatz unabhängig gemeint ist. Dabei hat Washington selbst den Druck auf Teheran im August drastisch erhöht. Die Vereinigten Staaten weiteten ihre Sekundärsanktionen aus, und das Finanzministerium sprach sogar von einem wirtschaftlichen D-Day. Gemeint ist, dass jeder, der mit dem Iran Geschäfte macht, selbst vom amerikanischen Finanzsystem abgeschnitten werden kann.
Einen Durchbruch hat aber auch dieser Druck bislang nicht gebracht. Und dass Israel trotz dieser Offensive aus Washington und trotz laufender Gespräche offen von neuen Bomben spricht, zeigt, warum der Ton gerade jetzt so schnell schärfer wird. Und Teheran antwortet mit derselben Härte, allerdings nicht über anonyme Beamte, sondern mit Namen und Uniform. Der Sprecher der Revolutionsgarden, Brigadegeneral Hossein Mohebbi, erklärte am einundzwanzigsten September, bei einem neuen Angriff würden sich Schauplatz, Waffen und Ziele dieses Krieges verändern. Der Iran sei auf einen langen Krieg vorbereitet und verfüge über neue Waffen mit neuen Fähigkeiten, so Mohebbi. Welche Waffen das sein sollen, sagte er nicht.
Diese Warnung sollte man in Jerusalem nicht leichtfertig abtun. Denn die bisherigen Runden dieses Krieges haben gezeigt, dass der Iran zurückschlagen kann und dass der Preis dafür nicht nur in Israel, sondern in der ganzen Region bezahlt wird. Und je näher die Wahl in Israel rückt, desto größer wird die Gefahr, dass politische Rechnungen wichtiger werden als militärische Vernunft. So jedenfalls klingt es aus Teheran. Natürlich spricht Mohebbi für die Revolutionsgarden, und seine Worte sind auch Teil der Abschreckung.
Doch ganz ohne Grundlage ist seine Warnung nicht. Und auch in Washington wächst die Sorge vor einem neuen, größeren Krieg. Im amerikanischen Kongress formiert sich nämlich offener Widerstand. Der Senat lehnte eine Resolution, die den Krieg gegen den Iran beenden sollte, nur äußerst knapp ab, nachdem das Repräsentantenhaus zuvor bereits eine eigene Resolution verabschiedet hatte. Eine so knappe Mehrheit zeigt, wie dünn die Unterstützung für diesen Krieg in Washington inzwischen geworden ist, und das mitten in einem laufenden Einsatz.
Und genau in diesem Klima legte Irans Außenminister Abbas Araghtschi nach Angaben der Financial Times einen Vorschlag auf den Tisch. Innerhalb von sieben Tagen sollten die Straße von Hormus wieder geöffnet und der Weg für Verhandlungen frei gemacht werden, auf Grundlage der Vereinbarung vom Juni. Seine Bedingungen sind klar: Die Seeblockade wird aufgehoben, eingefrorene Vermögen werden freigegeben, und der Krieg endet an allen Fronten, auch im Libanon. Araghtschi traf sich in New York auch persönlich mit Witkoff. Es liegt also ein konkreter Fahrplan auf dem Tisch, und Israel hat an diesem Tisch keinen Platz, weder als Verhandlungspartner noch als Beobachter.
Für Netanyahu wäre ein solches Abkommen eine politische Niederlage, ausgerechnet wenige Wochen vor der Wahl, denn es würde zeigen, dass Washington über seinen Kopf hinweg mit Teheran verhandelt und sich einigt. Hier zeigt sich, wie groß der Druck auf ihn wirklich ist. Und dieser Druck wächst weiter, denn Teheran hat Washington eine Frist gesetzt. Mohsen Resai, der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates, sprach von vier oder fünf Tagen, in denen Washington die Bedingungen erfüllen müsse, und zwar vollständig und auf einmal. Was danach komme, ließ er offen, er sprach nur vom nächsten Schritt.
Nach dieser Rechnung läuft die Frist an diesem Wochenende ab, also genau in den Tagen, in denen dieses Video erscheint. Hier sehen wir den eigentlichen Grund, warum in Jerusalem gerade jetzt von neuen Angriffen gesprochen wird. Jahrelang konnte sich Netanyahu darauf verlassen, dass Washington am Ende an seiner Seite steht, ganz gleich, was er tat. Diesmal läuft die Uhr, und die Entscheidung über Krieg oder Abkommen könnte ohne ihn fallen, und genau das kann er sich vor der Wahl am wenigsten leisten. Doch es geht noch tiefer.
Wenn die israelische Regierung auf diese Gespräche blickt, sieht sie nicht einfach eine diplomatische Chance, die sie verpassen könnte. Sie sieht eine Bedrohung. Und aus dieser Sicht führt der Weg nicht zu einem Abkommen, sondern zu einem Krieg, der größer werden könnte als alles, was wir in diesem Jahr gesehen haben. Im Grunde hat der Beamte das schon selbst gesagt. Gegenüber Al-Hadath erklärte er, man glaube nicht an eine Einigung zwischen Washington und Teheran, auch wenn die Abstimmung mit den Vereinigten Staaten stark und ununterbrochen sei.
Mit anderen Worten: Für die Regierung Netanyahu ist nicht das Scheitern dieser Gespräche das eigentliche Risiko, sondern ihr Erfolg. Kurz gesagt, in Jerusalem ist man immer überzeugter, dass ein neuer Krieg kommt. Und diesmal will man selbst bestimmen, wann er beginnt. Doch ausgerechnet aus Washington kommen ganz andere Warnungen, und zwar aus der eigenen Militärführung. Wie die Washington Post Ende August berichtete, warnten die Chefs von Heer, Marine und Luftwaffe sowie mehrere regionale Oberkommandos schon am vierzehnten August schriftlich, dieser Krieg verlange zu viel über eine zu lange Zeit.
Der Marinechef und drei regionale Befehlshaber verweigerten dem Plan, die Einsätze zu verlängern, sogar ausdrücklich ihre Zustimmung. Solche Widersprüche aus der eigenen Militärführung werden in Washington nur selten öffentlich. Das heißt, die amerikanischen Streitkräfte wollen diesen Krieg nicht in die Länge ziehen, während die israelische Regierung ihn neu entfachen will. Genau hier liegt der Konflikt, den Netanyahu kaum offen aussprechen kann. Denn ein Alleingang gegen einen tief verbunkerten Berg, ohne amerikanische Tankflugzeuge, Aufklärung und Raketenabwehr, wäre für Israel ein Wagnis mit völlig ungewissem Ausgang. Deutlicher könnten die Signale aus Washington kaum sein.
Die eigenen Generäle wollen raus aus diesem Krieg, und der Präsident will sich von Netanyahu nicht treiben lassen. Wenn Netanyahu trotzdem zuschlägt, dann tut er es gegen den Rat genau jener Armee, auf die Israel im Ernstfall angewiesen wäre. Damit sind wir wieder bei dem, was wir ganz am Anfang dieses Videos gesagt haben. Abwarten reicht der Regierung Netanyahu nicht mehr. Und auf Washington verlassen will sie sich auch nicht mehr.
Aus ihrer Sicht muss Israel zuschlagen, bevor ein Abkommen zustande kommt, das dem Iran eine Atempause verschafft. Denn ein Abkommen würde dem Wahlkampf seine wichtigste Erzählung nehmen. Bis zur Wahl bleiben ihr dafür nur noch gut vier Wochen, und jeder Tag ohne Abkommen ist aus ihrer Sicht ein gewonnener Tag. Und dann wird sich zeigen, wie Washington reagiert. Wird Trump seinen Verbündeten bremsen, oder wird er am Ende doch wieder mitziehen, so wie im Februar? Das ist die große Frage, aber eines wird immer klarer: Die Regierung Netanyahu setzt alles auf eine Karte, und den Preis dafür würde die ganze Region zahlen.
Doch Israel ist nicht das einzige Land, das in der Region gerade Fakten schafft. Auch am Roten Meer hat sich in diesen Tagen etwas verschoben, das die Lage am Golf grundlegend verändern könnte. Was genau ist dort passiert? Das erfahren Sie in unserem nächsten Video. Doch bevor wir uns verabschieden: Wir hoffen, diese Analyse hat Ihnen gefallen.
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