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Was der Iran gerade in Hormus tat... Trumps ganze Flotte ist jetzt wirkungslos

Von Frum Report DE24. September 2026

In den vergangenen Tagen hat der Druck auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus nicht einen einzigen Tag ausgesetzt. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation, die Fachbehörde der Vereinten Nationen für die zivile Seefahrt, führt darüber Buch. Mit Stand elfter Juni verzeichnete diese Behörde sechsundvierzig bestätigte Angriffe auf Schiffe. Vierzehn unschuldige Seeleute sind dabei ums Leben gekommen. Die Liste wird mit jeder Woche länger, und sie wird nicht kürzer, wenn man wegschaut. Tanker, Frachter, Flüssiggasschiffe, Versorger, Schiffe unter Flaggen, die mit diesem Krieg nicht das Geringste zu tun haben. Nach denselben Aufzeichnungen sitzen rund eintausend Schiffe mit etwa zwanzigtausend Besatzungsmitgliedern im Persischen Golf fest, und zwar seit mehr als einhundert Tagen. Einhundert Tage. Das ist keine Verzögerung mehr, das ist ein Zustand. Man sollte sich kurz klarmachen, was diese Zahl für die Menschen an Bord bedeutet. Eine Handelsbesatzung fährt normalerweise mit Verträgen über einige Monate, mit festen Ablöseterminen und mit Flügen, die im Voraus gebucht sind. Wenn ein Schiff nicht in den Hafen kommt, findet keine Ablösung statt. Die Besatzung bleibt an Bord, über den Vertrag hinaus, ohne Landgang, ohne Ersatz, ohne verlässliche Auskunft darüber, wann es weitergeht. Zwanzigtausend Menschen befinden sich derzeit in dieser Lage, und sie gehören keiner Armee an. Die Reedereien haben lange versucht, mit begrenzten Mitteln zu reagieren. Konvoifahrten, Nachtdurchfahrten, abgeschaltete Transponder, kürzere Liegezeiten. Mehr zu tun war zu teuer und zu gefährlich. Doch inzwischen verändert sich die Lage in dieser Meerenge grundlegend, weil beide Kriegsparteien die Handelsschifffahrt nicht mehr als Nebenschauplatz behandeln, sondern als Hauptschauplatz.

Der fünfte September hat das mit einer Deutlichkeit gezeigt, die vorher nicht da war. An diesem Tag feuerten die Revolutionsgarden ballistische Raketen auf zwei Kriegsschiffe der amerikanischen Marine. Es handelte sich um einen Flugzeugträger und um einen lenkwaffenbestückten Zerstörer. Beide Schiffe wichen mehreren Angriffen aus. Das amerikanische Zentralkommando teilte mit, dass keines der beiden Schiffe getroffen wurde und dass kein Soldat verletzt worden sei. Man muss sich diesen Vorgang einen Moment lang vor Augen führen. Ein regionaler Akteur feuert ballistische Raketen auf einen amerikanischen Flugzeugträger. Vor fünf Jahren wäre das der Beginn eines Weltkriegsszenarios gewesen. Heute ist es ein Dienstag. Die amerikanische Antwort kam noch am selben Tag und sie traf nicht militärische Ziele. Das amerikanische Militär griff drei iranische Rohöltanker an. Nach Angaben des Zentralkommandos wurde ein Rohöltanker vor der Insel Kharg dauerhaft außer Gefecht gesetzt, ein weiterer in der Nähe von Jask. Kharg ist der wichtigste Ölverladehafen des ganzen Landes. Jask liegt am Golf von Oman, außerhalb der Meerenge, und war jahrelang genau deshalb als Ausweichhafen aufgebaut worden. Beide Orte zu treffen bedeutet, dass der Ausweg genauso getroffen wird wie der Hauptweg. Und an dieser Stelle verlässt der Krieg die Kategorie der Gefechte und wird zu etwas anderem. Er wird zu einer Auseinandersetzung darüber, wer Öl bewegen darf.

Um zu verstehen, warum diese Meerenge für die stärkste Marine der Welt zu einem Problem geworden ist, muss man sich anschauen, was dort eigentlich gegeneinander steht. Auf der einen Seite ein Arsenal, das bewusst nicht auf Größe ausgelegt ist. Marschflugkörper, die in unterirdischen Bunkeranlagen lagern und damit Aufklärung und Erstschlag überstehen sollen. Seezielflugkörper, also Raketen, die ausschließlich für den Angriff auf Schiffe gebaut sind. Einwegdrohnen, die kein Pilot zurückholt, weil sie selbst der Sprengkopf sind. Seeminen. Und schnelle Angriffsboote, die einzeln bedeutungslos und im Schwarm gefährlich sind. Diese fünf Kategorien ergeben zusammen etwas, das in der Militärsprache asymmetrische Seekriegsführung heißt. Man sieht sich die Stärken des Gegners an und baut nichts, was dagegen antreten könnte. Man baut das, was seine Stärken unbrauchbar macht. Ein Marschflugkörper fliegt tief, langsam und folgt dem Gelände, und er ist damit für Radarsysteme, die auf hohe, schnelle Ziele ausgelegt sind, ausgesprochen schwer zu fassen. Dass diese Flugkörper unterirdisch gelagert werden, ist dabei kein Detail, sondern der eigentliche Punkt. Ein Waffenlager, das man aus der Luft nicht zerstören kann, muss man am Startpunkt abfangen, und dafür bleiben nach dem Start oft nur Minuten. Die Seezielflugkörper sind die zweite Kategorie und sie sind für genau eine Aufgabe gebaut. Sie sollen ein Schiff treffen, das sich bewegt, auf einer Wasserfläche, die keine Deckung bietet. Einwegdrohnen wiederum sind das, was dieser Krieg weltweit verändert hat. Sie kosten einen Bruchteil dessen, was eine Abfangrakete kostet, und sie zwingen die Gegenseite, für jedes billige Fluggerät ein teures abzufeuern. Seeminen sind die älteste Waffe in dieser Aufzählung und in einer Meerenge die wirksamste, weil sie nicht zielen muss. Sie liegt einfach dort, und allein die Möglichkeit, dass sie dort liegt, hält Kapitäne auf Abstand. Und die schnellen Angriffsboote schließlich arbeiten nach dem Prinzip der Masse. Einzeln kann ein Zerstörer sie mühelos ausschalten. Wenn dreißig gleichzeitig aus drei Richtungen kommen, muss das Abwehrsystem Prioritäten setzen, und jede Priorität bedeutet, dass etwas anderes durchkommt. Kein einzelnes dieser Systeme kann einen Flugzeugträger versenken. Das ist auch nicht ihr Zweck. Ihr Zweck besteht darin, jede Durchfahrt so teuer zu machen, dass sie unterbleibt. Auf der anderen Seite steht eine Ansammlung von Kriegsschiffen, wie sie die Region selten gesehen hat. Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln, Kennung C-V-N zweiundsiebzig. Die USS Gerald R. Ford, das modernste und teuerste Kriegsschiff, das je gebaut wurde. Das Atom-U-Boot USS Charlotte, Kennung S-S-N siebenhundertsechsundsechzig. Dazu Zerstörer, deren Namen in den Lagemeldungen meist gar nicht mehr auftauchen. Diese Schiffe können Ziele über Hunderte von Kilometern bekämpfen. Sie können Luftangriffe fliegen, die ein ganzes Land treffen. Was sie nicht können, ist eine Meerenge offen halten, die an ihrer engsten Stelle nur wenige Kilometer breit ist. Denn dort nützt Reichweite wenig und Fläche gar nichts. Dort zählt nur, wie viele Bedrohungen gleichzeitig aus wie vielen Richtungen kommen. Und genau darauf ist das kleinere Arsenal ausgelegt. Das ist der eigentliche Grund, warum diese Meerenge militärisch so schwer zu lösen ist. Sie belohnt nicht den Stärkeren. Sie belohnt den, der billiger angreifen kann, als der andere verteidigen kann.

Wie ernst diese Rechnung inzwischen geworden ist, zeigte eine Äußerung vom zwanzigsten September. An diesem Tag gab Generalmajor Mohsen Resai, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Iran, dem katarischen Sender Al Jazeera ein Interview. Darin erklärte er, der Iran habe bei dem Angriff vom fünften September einen neuen Seezielflugkörper erprobt. Das Besondere daran sei der Gefechtskopf. Es handele sich um einen Streumunitionssprengkopf. Ein solcher Sprengkopf zerlegt sich vor dem Ziel in viele kleinere Submunitionen. Gegen einen gepanzerten Schiffsrumpf ist das kaum wirksam. Gegen alles, was an Deck steht, ist es verheerend: Radarantennen, Startanlagen, Flugzeuge, Rettungsboote, Menschen. An dieser Stelle ist Genauigkeit wichtiger als jede Schlagzeile. Nach den iranischen Angaben schlug diese Rakete in der Nähe des Schiffes ein, nicht auf dem Schiff. Das ist eine iranische Darstellung, vorgetragen von Resai, und sie ist von amerikanischer Seite nicht bestätigt worden. Wir berichten sie deshalb als das, was sie ist: als Aussage eines Verantwortlichen, nicht als festgestellte Tatsache. Aber selbst in dieser vorsichtigen Form bleibt der Kern bemerkenswert. Denn entscheidend ist nicht, ob diese eine Rakete getroffen hat. Entscheidend ist, dass ein neuer Sprengkopftyp erprobt wurde, während ein Flugzeugträger in Reichweite lag. Die Revolutionsgarden beschrieben ihre Zielauswahl in derselben Linie. Man habe mehrere ballistische Raketen auf einen amerikanischen Flugzeugträger und einen Zerstörer gerichtet, weil diese Schiffe iranische Schiffe behindert und sich an einer Seeblockade beteiligt hätten. Das ist die Begründung, die Teheran der eigenen Bevölkerung und der Region gibt. Nicht Angriff, sondern Antwort auf eine Blockade. Und ob man diese Begründung teilt oder nicht, sie erklärt, warum diese Angriffe nicht als einmalige Eskalation behandelt werden, sondern als Teil einer Linie. Wer eine Blockade als Kriegshandlung einstuft, der begründet jede Reaktion darauf als Verteidigung. Und genau an dieser Stelle liegt das juristische Problem dieses Krieges, über das in den Abendnachrichten fast nie gesprochen wird. Eine Seeblockade ist völkerrechtlich kein Zwischending. Sie gilt traditionell als kriegerische Maßnahme, und wer sie verhängt, muss sie auch als solche vertreten. Deshalb ist die Frage, wer in dieser Meerenge angefangen hat, für beide Seiten nicht nur eine Frage der Öffentlichkeitsarbeit. Sie entscheidet darüber, ob die eigenen Angriffe als Aggression oder als Reaktion in die Akten eingehen.

Nehmen wir nun an, eine Seite entscheidet sich dafür, diese Meerenge mit Gewalt wieder zu öffnen. Was würde das tatsächlich kosten? Die Straße von Hormus ist an ihrer engsten Stelle nur etwa neununddreißig Kilometer breit, und die nutzbaren Fahrwasser sind noch deutlich schmaler. Und schmal ist hier nicht nur ein Wort. Die eigentlichen Verkehrstrennungsgebiete, also die getrennten Fahrspuren für ein- und auslaufende Schiffe, sind jeweils nur wenige Kilometer breit, mit einer Pufferzone dazwischen. Ein vollbeladener Großtanker braucht mehrere Kilometer, um zum Stehen zu kommen, und er kann in dieser Rinne nicht wenden. Ein Konvoi, der dort durchmuss, kann nicht ausweichen. Er kann nur schneller fahren oder langsamer. Wie diese Rechnung aussieht, hat dieser Krieg bereits mehrfach vorgeführt. Die iranische Fregatte IRIS Dena wurde versenkt. Am zwanzigsten März brannten im Hafen von Bandar Lengeh nach Berichten sechzehn Boote. Und die Angriffe, die in der Statistik der Seeschifffahrtsorganisation landen, haben seitdem nicht aufgehört. Das ist die eigentliche Antwort auf die Frage, ob man diese Meerenge freikämpfen kann. Man kann es versuchen. Aber jeder Versuch bedeutet auf beiden Seiten verlorene Schiffe, und zwar nicht nur graue. Denn zwischen den Kriegsschiffen fahren die eintausend Handelsschiffe, von denen wir am Anfang gesprochen haben. Eine militärische Öffnung dieser Meerenge wäre keine Operation gegen eine Marine. Sie wäre eine Operation mitten durch eine Warteschlange aus Zivilschiffen.

Wie groß ist die Macht, die auf amerikanischer Seite tatsächlich vor Ort steht? Sie ist erheblich, und sie ist sichtbar. Der Flugzeugträger Abraham Lincoln, die Gerald R. Ford, das Atom-U-Boot Charlotte, dazu Zerstörer mit Abwehrsystemen, die zu den besten der Welt gehören. Ein Flugzeugträger ist eine schwimmende Luftwaffenbasis mit Dutzenden Kampfflugzeugen. Ein Zerstörer dieser Klasse kann Dutzende Ziele gleichzeitig verfolgen und bekämpfen. Ein Atom-U-Boot kann monatelang unter Wasser bleiben, ohne aufzutauchen. Hinzu kommt etwas, das man auf Lagekarten nicht sieht. Ein Trägerverband ist nie ein Schiff, sondern immer ein Verbund. Der Träger trägt die Flugzeuge, die Zerstörer tragen die Abwehr, das U-Boot trägt die verdeckte Komponente, und Versorgungsschiffe halten das Ganze wochenlang in Fahrt. Diese Arbeitsteilung ist der Grund, warum ein solcher Verband in offener See praktisch nicht anzugreifen ist. In offener See hat er Raum. Er kann sich bewegen, er kann seine Position verschleiern, und er kann jedem Angreifer eine Annäherung über Hunderte von Kilometern aufzwingen, auf der dieser selbst angreifbar wird. Auf dem Papier ist diese Zusammenstellung jeder regionalen Marine der Welt überlegen. Auch die Sprache der Kommandeure ist entsprechend. Der zuständige amerikanische Flottenadmiral Cooper erklärte zur Tötung des iranischen Marinekommandeurs Tangsiri, dieser Schritt mache die Region sicherer. Solche Sätze sind in Kriegen üblich. Sie sollen Entschlossenheit zeigen. Doch sie beantworten die Frage nicht, die am Golf inzwischen jeden Tag gestellt wird. Ob die Region sicherer geworden ist, lässt sich nämlich sehr einfach überprüfen. Man muss nur zählen, wie viele Handelsschiffe an einem normalen Tag durch diese Meerenge fahren. Und diese Zahl ist seit Monaten nicht gestiegen.

Damit kommen wir zu dem Punkt, an dem die Grenzen sichtbar werden, und zwar nicht die iranischen, sondern die amerikanischen. Der amerikanische Präsident hat in diesem Zusammenhang einen Satz gesagt, der leicht zu überhören war, der aber mehr über die Lage verrät als jede Drohung. Die Straße von Hormus werde von anderen Nationen bewacht und kontrolliert werden müssen, von jenen Staaten, die sie nutzen, so nötig. Andere Nationen. Das ist die größte Marine der Welt, die öffentlich erklärt, dass sie eine Wasserstraße nicht allein offen halten kann. Es ist wichtig, das nicht als Schwäche zu verspotten, sondern als das zu lesen, was es ist: eine nüchterne Aussage über Kosten. Eine Meerenge dauerhaft zu sichern bedeutet Minenräumung rund um die Uhr, Begleitschutz für jeden Konvoi, Luftüberwachung ohne Unterbrechung und Abfangraketen für jede Bedrohung. Und all das nicht einen Tag lang, sondern jeden Tag, über Monate, mit gleichbleibender Aufmerksamkeit. Militärisch ist das die anstrengendste Aufgabe überhaupt, weil sie keinen Sieg kennt, sondern nur das Ausbleiben eines Zwischenfalls. Eine Offensive hat ein Ende. Eine Sicherungsaufgabe hat keines. Sie bindet Schiffe, Besatzungen, Flugstunden und Munition an einem Ort, an dem nichts erobert wird, und zwar so lange, wie die Gegenseite bereit ist, weiterzumachen. Wie mühsam allein der erste Teil ist, zeigt eine einzige Zahl. Bis zum fünfundzwanzigsten August waren mehr als einhundert verdächtige Minen geräumt worden. Mehr als einhundert. Und jede dieser Minen musste einzeln gefunden, einzeln identifiziert und einzeln unschädlich gemacht werden, in einem Seegebiet, in dem gleichzeitig geschossen wird. Minenräumung ist die langsamste Arbeit, die es auf See gibt. Ein Räumboot kriecht durch das Wasser. Es kann nicht beschleunigen, es kann nicht ausweichen, und es ist währenddessen selbst das leichteste Ziel im ganzen Seegebiet. Wer verstehen will, warum diese Meerenge trotz aller Flugzeugträger nicht frei ist, findet die Antwort nicht in der Luft. Er findet sie auf dem Meeresgrund.

Bleibt die Frage, wie lange die andere Seite das durchhalten kann. Denn auch der Iran ist nach sieben Monaten Krieg nicht unversehrt. Nach Berichten hat das Land die Produktion ballistischer Raketen in unterirdischen Anlagen wieder aufgenommen. Der Umfang dieser Produktion liegt allerdings deutlich unter dem Vorkriegsniveau, und sie stützt sich stark auf Bauteile, die frühere Angriffe überstanden haben. Das ist ein wichtiger Unterschied. Es ist keine Wiederaufrüstung im eigentlichen Sinne. Es ist ein Zusammensetzen aus Beständen. Parallel dazu wird nachgekauft. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass der Iran zwischen dreihundert und vierhundert schultergestützte Flugabwehrraketen der Typen Q-W-zwölf und F-N-sechzehn aus China erworben hat und dass eine erste Lieferung von bis zu vierhundert Startgeräten vorbereitet wurde. Schultergestützt bedeutet, dass ein einzelner Soldat sie tragen und von nahezu jedem Punkt aus abfeuern kann, von einem Boot, von einem Hausdach, von einer Küstenstraße. Es sind keine Waffen gegen Flugzeugträger. Das sind Waffen gegen alles, was tief und langsam fliegt: Hubschrauber, Drohnen, Aufklärer. Und bei den Drohnen liegt die eigentliche Zahl. Nach Einschätzung des Centre for Information Resilience verfügt das Land über die industrielle Kapazität, monatlich rund zehntausend Drohnen zu produzieren. Zehntausend im Monat. Man muss diese Zahl neben die Abfangraketen legen, die eine Marine an Bord mitführen kann, um zu verstehen, warum diese Rechnung für die stärkere Seite unangenehm ist. Ein Flugzeugträgerverband kann viele Bedrohungen abwehren. Er kann sie nicht unbegrenzt oft abwehren. Und darin liegt die unangenehmste Eigenschaft dieses Krieges für die technisch überlegene Seite. Überlegenheit entscheidet hier nicht mehr die Frage, wer gewinnt. Sie entscheidet nur noch, wie lange es dauert, bis die Vorräte zur Neige gehen. Wer billige Einwegdrohnen mit Abfangraketen bekämpfen muss, die ein Vielfaches davon kosten, gewinnt jedes einzelne Gefecht und verliert trotzdem die Rechnung.

Fügen wir alles zusammen, dann wird das Bild vor uns ziemlich klar. Auf der einen Seite steht die größte Marine der Welt mit Schiffen, die technisch überlegen sind. Auf der anderen Seite steht ein Arsenal, das nicht gewinnen will, sondern verhindern. Und dazwischen liegen eintausend Handelsschiffe mit zwanzigtausend Menschen an Bord, die seit über einhundert Tagen warten. Sechsundvierzig bestätigte Angriffe. Vierzehn tote Seeleute. Mehr als einhundert geräumte Minen. Ein Satz aus Washington, dass andere Nationen diese Meerenge sichern müssten. Das ist der Stand nach sieben Monaten. Die Meerenge ist nicht befreit worden, sie ist verriegelt worden, und keine der beiden Seiten hat den Schlüssel allein in der Hand. Für Europa ist das keine ferne Angelegenheit. Durch diese Wasserstraße läuft ein erheblicher Teil des Öls, das über den Weltmarkt auch in deutsche Raffinerien gelangt, und jeder Tag Verzögerung schreibt sich in Versicherungsprämien, Frachtraten und am Ende in Preise. Die Schiffe, die dort warten, warten nicht für sich allein. Sie warten mit Ladung, die bereits verkauft, bereits eingeplant und bereits kalkuliert ist. Und je länger diese Warteschlange steht, desto teurer wird jede Ware, die diesen Weg nehmen muss. Das ist der Grund, warum eine Meerenge von wenigen Kilometern Breite über die Preise in einem Land entscheidet, das mehrere tausend Kilometer entfernt liegt. Es sieht danach aus, dass die kommenden Monate über dieser Wasserstraße nicht die Auflösung der grauen Wolken bringen werden, sondern deren Verdichtung.

Was halten Sie von dieser Verschiebung der militärischen Kräfteverhältnisse am Persischen Golf? Glauben Sie, dass ein Flugzeugträgerverband eine Meerenge von wenigen Kilometern Breite dauerhaft offen halten kann? Oder sehen Sie wie viele Fachleute den Punkt erreicht, an dem die Kosten des Offenhaltens den Nutzen übersteigen? Teilen Sie Ihre Einschätzung mit uns in den Kommentaren, gern mit Begründung, denn gerade bei diesem Thema gehen die Meinungen von Fachleuten weit auseinander, und die besten Argumente kommen erfahrungsgemäß aus dieser Kommentarspalte und nicht aus den Studios. Wir lesen jeden Beitrag und greifen die stärksten Einwände in einer der kommenden Sendungen auf. Wenn Ihnen diese Analyse etwas gebracht hat, lassen Sie ein Like da, abonnieren Sie den Kanal und aktivieren Sie die Glocke, damit Sie keine neue Einordnung verpassen. Bleiben Sie bei uns, wenn Sie wissen wollen, wie sich die Lage in dieser Meerenge in den kommenden Wochen entwickelt. Danke, dass Sie bis hierhin dabei geblieben sind.

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