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Das tat Trump, als Xi ankam… und beim Iran gab Peking nichts

Von Frum Report DE25. September 2026

„Seit meiner ersten Wahl im Jahr zweitausendsechzehn haben Präsident Xi und ich eine Freundschaft geschmiedet, eine wirklich großartige Freundschaft." Washington braucht Peking. Washington droht, im Iran-Krieg das letzte Wort zu verlieren, und zwar dort, wo es am wenigsten damit rechnet: im eigenen Weißen Haus. Seit Monaten erklärt die Regierung Trump, sie wolle Teheran wirtschaftlich isolieren und die Straße von Hormus wieder öffnen. Bei jedem Gipfel wird dieses Ziel aufs Neue verkündet, zuletzt im Mai in Peking.

Doch die Wirklichkeit sieht völlig anders aus. Denn wer Teheran isolieren will, braucht dafür ausgerechnet das Land, das die iranische Wirtschaft am Leben hält. Und diese Wirklichkeit schiebt die Entscheidung Stück für Stück nach Peking. Sehen Sie sich diese Bilder aus dem Weißen Haus an, die gerade um die Welt gehen. Xi Jinping steht am Rednerpult, Donald Trump hört zu, und Xi sagt einen Satz, der in Washington aufhorchen lässt.

„Es sollte ein Wettlauf sein, bei dem man einander einholt. Kein Ringkampf, bei dem einer gewinnt und der andere verliert." „Die Interessen Chinas und der Vereinigten Staaten sind tief miteinander verflochten. Es gibt viel Raum für Zusammenarbeit." Übersetzt heißt das: Peking kommt nicht als Bittsteller, sondern als gleichrangige Macht.

Was hinter diesen Worten steckt, steht auch in Washingtons eigenen Geheimdienstberichten. Aus dem Land, das Trump öffentlich als großartigen Freund feiert, kamen laut diesen Berichten Satellitenbilder für Teheran. Und auch die Zahlen zeigen in genau diese Richtung. Nach Angaben der Zeitung The National gehen rund neunzig Prozent der sanktionierten Ölexporte des Iran nach China. Wo Washington Sanktionen verhängt, kaufen chinesische Raffinerien weiter, Tanker für Tanker.

Das ist die Geschichte einer Weltmacht, die im Nahen Osten gerade still und leise ihren Hebel abgibt. Um diese Geschichte zu verstehen, reicht es, die Worte neben die Wirklichkeit zu legen. Schon im Mai flog Trump nach Peking, um über den Iran und die Straße von Hormus zu sprechen. Danach erklärte er, Xi habe zugestimmt, dass der Iran die Meeresstraße wieder öffnen müsse. Das Weiße Haus verkündete, die Straße von Hormus müsse offen bleiben, um den freien Fluss von Energie zu sichern.

Doch in Chinas eigener Zusammenfassung des Treffens tauchten weder der Iran noch die Meeresstraße überhaupt auf. Stattdessen nannte das chinesische Außenministerium den Krieg einen Konflikt, der niemals hätte passieren dürfen und keinen Grund habe, weiterzugehen. Und am Tag von Trumps Rückkehr stieg der Ölpreis um rund drei Prozent auf etwa hundertneun Dollar. Die Zahlen seitdem zeigen den Trend deutlich. Im Oktober zweitausendvierundzwanzig bezog China auf dem Höhepunkt knapp eins Komma neun Millionen Barrel iranisches Rohöl pro Tag.

Im Juli und August dieses Jahres waren es über die Straße von Hormus noch rund fünfhundertdreißigtausend Barrel, achtundvierzig Prozent weniger als vor dem Krieg. Der Krieg hat Washingtons Lage an zwei Fronten verschärft. An der Handelsfront ist das Kräfteverhältnis erstaunlich einseitig. Trump verhängte einen Zoll von zehn Prozent auf chinesische Waren wegen Fentanyl und weitere zwölfeinhalb Prozent auf Waren aus sechzig Handelspartnern wegen Zwangsarbeit. Peking antwortete mit Exportbeschränkungen für fünf Seltene-Erden-Metalle und drohte Ende letzten Jahres mit Beschränkungen für sieben weitere.

Das ist kein Zufall. Seltene Erden stecken in Elektromotoren, Elektronik und Rüstungsgütern, und genau dort sitzt Peking am längeren Hebel. An der Energiefront hängt alles an einer einzigen Meeresstraße. Durch die Straße von Hormus fließt rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasangebots. Solange sie blockiert ist, zahlen Verbraucher auf der ganzen Welt den Preis.

Washington führt diesen Krieg, doch den Schlüssel zur Lösung hält ein anderer in der Hand. Genau deshalb ist Xis Satz im Weißen Haus so bedeutsam. Wir wissen nicht, was hinter verschlossenen Türen genau gesagt wurde. Ein einzelner Satz ist noch kein Beweis, doch er fasst die Zahlen von eben in wenigen Worten zusammen. Wer als Gast kommt und von einem Wettlauf auf Augenhöhe spricht, sieht sich nicht als Juniorpartner.

Und wo Washington nicht mehr allein entscheiden kann, entsteht ein Vakuum. Peking ist nicht der Einzige, der dieses Vakuum sieht. Auch in Washington weiß man das. Mitte September berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf amerikanische Beamte über einen brisanten Befund. Demnach erhielt der Iran hochauflösende Satellitenbilder eines amerikanischen Stützpunkts in Jordanien von chinesischen Firmen, vor und nach einem Angriff.

Es geht um den Stützpunkt Muwaffaq Salti im Nordosten Jordaniens. Bei dem iranischen Angriff im Juli wurden dort drei amerikanische Soldaten getötet und vier verletzt. Die Beamten haben die Firmen nicht benannt und der chinesischen Regierung nicht vorgeworfen, die Hilfe angeordnet zu haben. Schon im Mai hatte die Regierung Trump drei chinesische Satellitenfirmen sanktioniert: Meentropy Technology, The Earth Eye und Chang Guang Satellite Technology. Die Begründung: Ihre Bilder ermöglichten iranische Angriffe auf amerikanische Truppen im Nahen Osten.

Die demokratische Senatorin Elissa Slotkin wurde deutlich. „Seit Monaten wissen wir, dass chinesische Firmen dem iranischen Militär helfen, amerikanische Truppen ins Visier zu nehmen und sie zu töten." Doch die tiefere Sorge in Washington betrifft nicht einzelne Firmen, sondern Pekings Rolle am Golf. Um diese Sorge zu verstehen, müssen wir kurz ein paar Jahre zurückgehen. Am siebenundzwanzigsten März zweitausendeinundzwanzig unterzeichneten China und der Iran in Teheran ein Kooperationsabkommen über fünfundzwanzig Jahre.

Unterschrieben haben es die Außenminister Mohammad Dschawad Sarif und Wang Yi, die Einzelheiten wurden nie veröffentlicht. In Berichten war von bis zu vierhundert Milliarden Dollar chinesischer Investitionen die Rede, im Gegenzug für stetige Öllieferungen. Mit anderen Worten: Für Peking ist der Iran kein gewöhnlicher Kunde, sondern ein Partner auf Jahrzehnte. Vor diesem Hintergrund bekommen die Satellitenbilder ein ganz anderes Gewicht. Zwei Jahre später, am zehnten März zweitausenddreiundzwanzig, gelang Peking ein diplomatischer Coup, den kaum jemand erwartet hatte.

Saudi-Arabien und der Iran vereinbarten in Peking, ihre diplomatischen Beziehungen wiederherzustellen, sieben Jahre nach dem Bruch. Seitdem gilt China am Golf als Vermittler, mit dem beide Seiten reden. Washington dagegen ist für Teheran Kriegspartei. Wie groß das Unbehagen in Washington ist, zeigt ein republikanischer Senator. Roger Wicker sagte: „Hätte das Weiße Haus mich gefragt, hätte ich dem Präsidenten geraten, Xi Jinping nicht zu einem so prunkvollen Empfang nach Washington einzuladen."

Doch am aufschlussreichsten ist die Reaktion des Präsidenten selbst. Trotz aller Warnungen zog Trump keine rote Linie. Kurz vor dem Gipfel sagte er an Bord der Air Force One über Xi: „Ich denke, er hat sich einigermaßen gut verhalten, und wir verhalten uns einigermaßen gut." In der internationalen Politik nennt man das keine Stärke. Man nennt es Abhängigkeit.

Und diese Abhängigkeit steht nicht nur auf dem Papier. Ihr erster Schauplatz ist die Straße von Hormus selbst. Im Mai berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars über eine Vereinbarung, die bestimmten chinesischen Schiffen die Durchfahrt erlaubt. Was dann geschah, lässt sich an den Schiffsbewegungen ablesen. Innerhalb kurzer Zeit passierten rund dreißig Schiffe die Meeresstraße, darunter ein chinesischer Tanker.

Und das war kein Einzelfall, sondern ein System. Der Iran richtete eine eigene Stelle für die Meeresstraße ein, die Persian Gulf Strait Authority. Jedes Schiff muss dort Ladung, Eigentümer, Ziel und Zeitplan angeben, und wer als feindlich gilt, darf nicht passieren. Wer mit Teherans Marine zusammenarbeitet, kommt durch, wer Teheran als Feind behandelt, bleibt draußen. Doch die offiziellen Durchfahrten sind nur die Spitze des Eisbergs.

Unter der Oberfläche läuft ein ganzes Netz aus Käufern, Tankern und Umwegen. Den größten Teil des iranischen Öls kaufen unabhängige Raffinerien in der chinesischen Provinz Shandong, die sogenannten Teekannen. Sie arbeiten mit knappen Margen und brauchen genau das billige Öl, das Washington verbieten will. Als Hormus unsicher wurde, stiegen Chinas Rohölimporte über das Rote Meer im April auf zwei Komma sechs zwei Millionen Barrel pro Tag, ein Plus von zweihundertachtundzwanzig Prozent. Doch auch dieser Umweg hat seine Grenzen, und genau dort wird es teuer.

Bis August fiel diese Menge wieder auf rund eins Komma null zwei Millionen Barrel. Wer stattdessen um das Kap der Guten Hoffnung fährt, braucht rund fünfzig statt fünfundzwanzig bis siebenundzwanzig Tage. Die Fracht über den Suezkanal kostet inzwischen zehn bis elf Dollar pro Barrel, mehr als doppelt so viel wie vor den Angriffen. Und hier kommt Europa ins Spiel. Diese Frachtkosten bleiben nicht in Asien.

Sie wirken auf den Weltmarkt, von dem auch Deutschland sein Öl kauft. Peking dagegen hat vorgesorgt: China hält nach Schätzungen eine bis eins Komma vier Milliarden Barrel Öl auf Lager. Das ist ein Polster für mehrere Monate. So zahlt Europa die Rechnung am Weltmarkt, während Peking in Ruhe abwarten kann. Legen wir nun die neueste Schicht über dieses Bild.

Im Oktober zweitausendfünfundzwanzig trafen sich Trump und Xi in Südkorea. Im Mai zweitausendsechsundzwanzig reiste Trump nach Peking. Und jetzt, im September, empfängt er Xi im Weißen Haus, das dritte persönliche Treffen in weniger als einem Jahr. Die Symbolik ist bereits in den Protokollen sichtbar. Xi ist der erste chinesische Staatschef, der zum zweiten Mal zu einem offiziellen Staatsbesuch in die USA kommt, zuletzt war er im September zweitausendfünfzehn in Washington.

Beim Staatsbankett saßen Jeff Bezos, Sundar Pichai, Sam Altman und Elon Musk mit am Tisch. Einzeln betrachtet ist all das gewöhnliche Diplomatie. Doch übereinandergelegt ergibt sich ein klares Muster. Washington lädt ein, rollt den roten Teppich aus und wirbt, und Peking lässt sich umwerben. Genau davor hatte Senator Wicker gewarnt.

Was macht das möglich? Am Anfang dieses Mechanismus steht eine einzige Zahl: neunzig Prozent. Seit der Westen dem Iran die Türen verschlossen hat, ist China sein größter Handelspartner und der Abnehmer von rund neun Zehnteln seiner sanktionierten Ölexporte. Kein anderer Käufer könnte diese Mengen ersetzen. Von der anderen Seite betrachtet ist die Asymmetrie deutlich.

Für China ist iranisches Öl nur ein Teil seiner Versorgung, für den Iran ist China fast der ganze Markt. Am deutlichsten zeigt sich diese Abhängigkeit aber in den Verhandlungen mit Washington selbst. Für Trump ist dieser Gipfel kein gewöhnlicher Staatsbesuch. Vor dem Krieg war die Straße von Hormus offen. Heute ist sie für die meisten Schiffe praktisch gesperrt.

Chinas Einfluss auf Teheran war Trumps größte Hoffnung, diesen Verlust wettzumachen. Doch nach drei Treffen in weniger als einem Jahr gibt es in der Iran-Frage keinen Durchbruch. Pekings Antwort gleicht eher einer Bedingung als einem Angebot. Xi forderte, dass die USA und der Iran zum Dialog zurückkehren, und zwar zu dem Rahmenabkommen, auf das sie sich im Juni geeinigt hatten. Gemeint ist die Absichtserklärung mit vierzehn Punkten, die kurz darauf wieder zerbrach.

Für Washington heißt das: zurück auf Anfang. Pekings Botschaft lautet im Kern: Redet mit Teheran, statt es zu isolieren. Die eigentliche Demütigung liegt aber nicht in der Antwort, sondern im Ablauf. Schon nach dem Treffen im Mai sagte Trump selbst einen bemerkenswerten Satz. „Ich bitte um keine Gefallen, denn wer um Gefallen bittet, muss auch Gefallen zurückgeben."

Diesmal hat Washington gefragt. Trump rief China auf, Teheran mit zu isolieren und die Meeresstraße zu öffnen, doch Peking zögert, sich einzumischen. Gleichzeitig verlängerte Washington den Handelsfrieden, der im November auslaufen sollte, bis zum zehnten Januar. Die Rechnung ist eindeutig. Pekings Strategie ist das Warten, denn je länger der Krieg dauert, desto mehr braucht Washington China.

Dieselbe Machtverschiebung lässt sich an einem einzigen Waffenpaket ablesen. Im Dezember genehmigten die USA noch Waffenverkäufe an Taiwan über elf Milliarden Dollar, die größten bisher. Doch ein zweites Paket über vierzehn Milliarden Dollar liegt seit Monaten auf Eis. Im Mai verschob Trump die endgültige Genehmigung und nannte solche Verkäufe „ein sehr gutes Verhandlungsinstrument". Die vielleicht beunruhigendste Einsicht dieses Gipfels betrifft aber die Zeit nach dem Krieg.

Peking plant seine Rolle am Golf nicht mehr um Washington herum. Es plant für die Region nach diesem Krieg. Mit dem Abkommen in Teheran und der Vermittlung zwischen Riad und Teheran hat Peking Verbindungen auf beiden Seiten des Golfs geknüpft. Diese Verbindungen sind auf Jahrzehnte angelegt, nicht auf eine Wahlperiode. Ein weiteres Detail vervollständigt das Bild.

Seit April blockieren die USA iranische Häfen, und trotzdem kommen chinesische Schiffe durch die Meeresstraße. Und der Präsident nennt Xis Verhalten trotzdem vernünftig. Auf wen setzt Peking also? Ein Blick auf Pekings Vorgehen macht die Methode deutlich. China setzt nie nur auf eine Seite.

Es kauft Öl aus Teheran, vermittelt mit Riad und verlängert den Handelsfrieden mit Washington, alles zur selben Zeit. Selbst im Weißen Haus sagte Xi, viele globale Probleme seien ohne die USA und China kaum zu lösen. Peking stützt keine Seite aus Treue, sondern weil jede Seite ihm einen Vorteil bringt. Was China braucht, ist weder ein Sieger noch ein Verlierer am Golf. Es braucht eine berechenbare Region, in der das Öl fließt und die Meeresstraße wieder offen ist.

Dass Peking dabei die Regeln mitbestimmt, zeigen die offiziellen Mitteilungen. In der Taiwan-Frage hat Peking seine rote Linie erneut klar gemacht. Nach Angaben von Xinhua forderte Xi Trump auf, sich gegen eine Unabhängigkeit Taiwans zu stellen und das Thema umsichtig zu behandeln. Und die Amerikaner sind gespalten: In einer Umfrage von Economist und YouGov im Mai setzten sechsunddreißig Prozent auf gute Beziehungen zu Peking, fünfunddreißig Prozent auf den Schutz Taiwans. Weniger als vierzig Prozent unterstützten militärische Gewalt, um eine chinesische Kontrolle über Taiwan zu verhindern.

Auch beim Iran bestimmt Peking die Tagesordnung. Im Mai versicherte Xi nach Trumps Worten, China werde dem Iran keine militärische Ausrüstung liefern. Mehr gab es nicht. Einer gemeinsamen Front gegen Teheran verweigert sich Peking bis heute. Fügt man all das zusammen, ist das Bild vollständig.

China ist nicht Irans Verbündeter im Krieg. Es ist seine wirtschaftliche Lebensader. Selbst dort, wo in Washington Kritik laut wird, bestätigt sich diese Rangordnung. Nicht einmal Trumps eigene Partei ist sich einig. Senator Rand Paul sagte: „Ich bin froh, dass dieses Treffen stattfindet, Diplomatie ist der Schlüssel. Mehr reden, weniger Krieg."

Was Washington auf den Tisch legt, sind Zölle, Sanktionen und ein Krieg, den es allein nicht beenden kann. Was Peking auf den Tisch legt, sind Geduld, Ölkäufe und der direkte Draht nach Teheran. Mit anderen Worten: Washington liefert die Probleme, Peking verwaltet die Lösungen. Wohin führt dieser Weg? Für die kommenden Monate sind drei Entwicklungen denkbar.

Die wahrscheinlichste ist die Fortsetzung dessen, was wir gerade sehen: eine schleichende Verschiebung. Kein Schiff wird versenkt, doch mit jedem Gipfel gibt Washington ein Stück Hebel ab, und Peking gewinnt eines hinzu. Eine offene Parteinahme Pekings für Teheran ist unwahrscheinlich und auch nicht nötig, denn Einfluss ohne Verantwortung ist weit profitabler. Die zweite Möglichkeit: Washington und Teheran kehren zu dem Rahmen vom Juni zurück, so wie Xi es verlangt. Sein erklärtes Ziel ist eine umfassende Einigung, die auch die Atomfrage abdeckt. Dann säße Peking mit am Tisch, ohne einen einzigen Soldaten geschickt zu haben.

Niemand erklärt einen Krieg, und doch wird das letzte Wort am Golf eines Morgens nicht mehr in Washington gesprochen. Und dann gibt es das Extremszenario: ein Zusammenstoß um Taiwan und Hormus zugleich. Doch Peking hat seine rote Linie zu Taiwan selbst gezogen, und Washington hält sein Waffenpaket zurück, ein solcher Zusammenstoß ist für keine Seite vernünftig. Allen drei Wegen ist eines gemeinsam: Peking muss sich nicht beeilen. Seine Strategie ist das Warten, und die Zeit arbeitet für China.

Prüfen wir diese These nun fair an den stärksten Einwänden. Erstens: Xi hat sich im Weißen Haus ausdrücklich für Dialog und Frieden ausgesprochen. Er sagte, die Souveränität und Sicherheit aller Staaten müssten respektiert werden, und alle Beteiligten sollten an friedlichen Lösungen festhalten. Zweitens: Auch China zahlt für diesen Krieg, seine Importe iranischen Öls sind um fast die Hälfte gefallen, und seine Tanker fahren längere und teurere Wege. Selbst der Umweg über das Rote Meer brach von April bis August um einundsechzig Prozent ein. Die eigentliche Schwäche ist also nicht Pekings Stärke, sondern Washingtons Abhängigkeit.

Drittens: Peking hat Washington nicht gezwungen, um Hilfe zu bitten, denn diesen Krieg haben die USA und Israel im Februar selbst begonnen. Und Peking hatte schon im Mai erklärt, dieser Krieg hätte niemals passieren dürfen. Wer mit dem Finger auf Peking zeigt, verdeckt Washingtons eigene Fehler. China nimmt Washington den Golf nicht weg, Washington gibt ihn aus der Hand. Noch kann Washington Nein sagen: Das Waffenpaket für Taiwan ist verschoben, nicht gestrichen, und die Zölle bestehen weiter, Abhängigkeit ist noch keine Kapitulation. Was bleibt also von diesem Bild? Eine der ältesten Ironien der Geschichte.

Washington begann diesen Krieg am achtundzwanzigsten Februar, um Stärke zu zeigen, und sieben Monate später steht es mit einer Bitte vor Peking. Trumps eigener Satz aus dem Mai, er bitte um keine Gefallen, klingt heute wie ein Echo aus einer anderen Zeit. Der Krieg hat Washington an China gekettet, und diese Abhängigkeit kostet es seinen Hebel am Golf. Jetzt sehen Sie das ganze Bild: Washingtons eigene Beamte verbinden chinesische Satellitenbilder mit einem tödlichen Angriff, und der Präsident nennt Xis Verhalten vernünftig. Ein republikanischer Senator hätte Xi gar nicht erst eingeladen, und das Weiße Haus wartet vor Pekings Tür auf eine Antwort, die nicht kommt. Der Golf gehört heute nicht China, und vielleicht auch morgen nicht.

Doch wer eine Region prägt, entscheidet sich nicht nur mit Flugzeugträgern, sondern auch daran, wer das Öl kauft und mit wem alle Seiten reden. Das ist keine Kriegsgeschichte, niemand feuert einen Schuss, niemand überschreitet eine Grenze. Es ist die Geschichte einer Weltmacht, die ihren Einfluss still abgibt, und diese Übergabe hat bereits begonnen. Wie sehen Sie das? Schreiben Sie es uns in die Kommentare. Das ist Frum Report, wir gehen in jedem Video tiefer als die Schlagzeilen.

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