SON DAKİKA
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Trump tam kontrol sözü verdi – İran 48 saatte 19 gemiyi durdurdu, Tahran boyun EĞMİYOR

Frum Report DE28 Eylül 2026
Özet

Fars ajansına göre İran güçleri cuma günü 12, 26 Eylül cumartesi günü 7 olmak üzere 48 saatte Tahran'dan izinsiz Hürmüz Boğazı'ndan geçmek isteyen 19 gemiyi durdurdu; bu, Trump'ın boğazın ABD kontrolünde olduğunu söylediği güne denk geldi. Trump her gece yaklaşık 30 geminin geçtiğini söylerken Kpler günde 5-11, Lloyd's List Intelligence yaklaşık 12 gemi saydı; Pentagon'un veri tabanında ise savaşta yaralanan asker sayısı açıklamasız 37 arttı. Videoda ABD ablukasının, Tahran'ın 7 günlük planının ve boğaz üzerindeki çekişmenin ne anlama geldiğini anlatıyoruz.

Tam metin (Almanca)

Samstag, der sechsundzwanzigste September, sollte der Tag sein, an dem die Welt sieht, wer die Straße von Hormus beherrscht. So jedenfalls stellte es Washington dar. Doch genau an diesem Tag fingen iranische Kräfte nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars sieben Schiffe ab, die ohne Genehmigung aus Teheran durch die Straße fahren wollten. Schon am Freitag waren es laut Fars zwölf gewesen, neunzehn Schiffe in achtundvierzig Stunden, und die Agentur veröffentlichte dazu ein Video, das ein brennendes Schiff zeigt. Diese Meldung sorgte für Aufsehen, weil sie genau an dem Tag kam, an dem der amerikanische Präsident der Welt das Gegenteil versicherte.

Um zu verstehen, warum diese neunzehn Schiffe zur Weltnachricht wurden, müssen wir zurück zum Anfang dieses Monats, zum zweiten September. Donald Trump schrieb damals auf seiner Plattform, jetzt, da die Straße unter amerikanischer Kontrolle sei, solle man die Straße von Hormus doch in Trump-Straße umbenennen. Und seitdem wiederholt er dasselbe Wort bei jeder Gelegenheit: Kontrolle. Diese Worte fallen, während der Krieg, den die Vereinigten Staaten und Israel gegen den Iran begonnen haben, auf seinen siebten Monat zugeht, und vor den Vereinten Nationen forderte Trump nun die vollständige wirtschaftliche Isolation des Iran. Man muss dabei eines verstehen: Die Vereinigten Staaten können einer Meeresstraße vor fremden Küsten nicht befehlen, offen zu sein.

Deshalb setzen sie auf zwei Werkzeuge, Geleitschutz und Blockade. Das Zentralkommando CENTCOM beschreibt den Mechanismus nüchtern. Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen, werden abgefangen und umgeleitet. Andere, vor allem Öltanker aus den Golfstaaten, sollen unter dem Schutz amerikanischer Kriegsschiffe durch Hormus gebracht werden. Das Versprechen richtet sich an Reeder, Versicherer und Ölkäufer in aller Welt: Fahrt durch, wir schützen euch.

Doch diese Lage ist nicht über Nacht entstanden. Ende August feuerte CENTCOM auf Stellungen der Revolutionsgarden auf der Insel Larak, um nach eigenen Angaben Raketen zu stoppen, mit denen Seeminen in die Meeresstraße gebracht werden sollten. Nach amerikanischer Darstellung ging es um acht Minen, die mit umgebauten Fadschr-Fünf-Raketenwerfern verschossen werden sollten. Washington erklärte damals, die Fahrrinnen seien von Minen geräumt. Doch die Inseln Larak, Keschm und Hormus liegen wie ein Riegel direkt an der Schifffahrtsroute.

Und die Revolutionsgarden behaupten, heute passiere dort kein einziges Schiff mehr ohne ihre Erlaubnis. Amerika wirft ihnen vor, mit Schnellbooten, Minen und Küstenraketen den Welthandel zu erpressen. Die Folgen dieses Kräftemessens waren schon lange vor diesem Samstag zu spüren. Am Wochenende davor passierten nach Schiffsdaten nur noch zwölf Schiffe die Meeresstraße, eine Woche zuvor waren es noch fünfunddreißig gewesen. Der britische Seefahrtsdienst UKMTO schätzt, dass der Handelsverkehr rund fünfundsiebzig Prozent unter dem Niveau vor dem Krieg liegt.

Die großen Reedereien meiden die Route seit Monaten.

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Das Fachblatt Lloyd's List berichtete von Kriegsprämien in zweistelliger Millionenhöhe in Dollar, für eine einzige Fahrt. Vor dem Krieg fuhren an einem normalen Tag rund einhundert Schiffe durch diese Enge. Mit ihnen flossen jeden Tag etwa zwanzig Millionen Barrel Öl. Heute ist davon nur ein Bruchteil übrig.

Und selbst dieser Bruchteil ist umstritten. Anfang September verglich der Sender Al Jazeera die Angaben aus Washington mit den Daten unabhängiger Schiffsverfolger. Trump hatte behauptet, mit amerikanischer Hilfe kämen jede Nacht etwa dreißig Schiffe durch. Die Datenfirma Kpler zählte dagegen fünf bis elf Schiffe am Tag, Lloyd's List Intelligence rund zwölf, und die Plattform PortWatch des Internationalen Währungsfonds kam seit März im Schnitt auf sieben. Ein Analyst vermutete, die amerikanische Zählung schließe womöglich alles ein, was sich in der Nähe der Marine bewegt, bis hin zu Schleppern und kleinen Versorgungsbooten.

Doch die totale Kontrolle, die Washington verspricht, gibt es auf dem Wasser nicht. Seit dem Frühjahr betreiben die Revolutionsgarden ein eigenes System, in dem Schiffe registriert und nach der Flagge ihres Landes eingestuft werden. Nach Berichten von Bloomberg und Lloyd's List zahlten manche Tanker dafür schon im Frühjahr Gebühren in chinesischen Yuan, oft etwa einen Dollar pro Barrel. Wer unter der Flagge eines befreundeten Landes fährt und registriert ist, kommt durch, wer sich verweigert, riskiert einen Angriff. Genau das meldete Fars an diesem Wochenende, neunzehn Mal.

Und dann gab es in dieser Woche ein Detail, das den meisten entgangen ist. In der öffentlichen Datenbank des Pentagon stieg die Zahl der im Irankrieg verwundeten Soldaten plötzlich um siebenunddreißig. Neunundzwanzig Seeleute der Marine und acht Marineinfanteristen, ohne jede Erklärung des Verteidigungsministeriums. Die Washington Post, die den Anstieg entdeckte, stellte fest, dass die Datenbank weder sagt, wann, noch, wie diese Soldaten verwundet wurden, und dass zuvor kein Angriff auf amerikanische Kräfte gemeldet worden war. Ein Marinevertreter sagte lediglich, alle neunundzwanzig Seeleute seien wieder im Dienst.

Mehr erfährt die Öffentlichkeit nicht. Dazu passt ein Brief, den der amtierende Marineminister Hung Cao wenige Tage zuvor an den Kongress schickte. Darin bestätigte er, dass acht Angehörige der Trägerkampfgruppe um die USS Abraham Lincoln während des Einsatzes gegen den Iran versucht hatten, sich das Leben zu nehmen. Ein Militärvertreter nannte die Zahl gegenüber CNN außergewöhnlich hoch, üblich seien ein oder zwei Fälle im Jahr. Als Grund nannte er die Belastung dieses Einsatzes: keine Hafenaufenthalte, ständiger Alarm.

Und all das fällt in eine heikle Zeit, denn in wenigen Wochen wählen die Amerikaner einen neuen Kongress. Ein Krieg mit wachsenden Opferzahlen ist vor einer solchen Wahl das Letzte, was das Weiße Haus erklären möchte. Am Rande der UN-Vollversammlung trafen Trumps Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner in New York zu vermittelten Gesprächen auf die iranische Seite. Trump nannte das Treffen sehr gut. Dort legte Außenminister Abbas Araghchi einen Plan für sieben Tage vor: Washington hebt die Seeblockade auf, verzichtet auf Sanktionen gegen iranisches Öl und gibt rund zwölf Milliarden Dollar eingefrorener Gelder frei, alle Kämpfe in der Region ruhen, und die Straße von Hormus öffnet wieder.

Doch laut Wall Street Journal wischte Trump den Plan rasch vom Tisch. Stattdessen verkündete er am Samstag, der Iran wolle nur verhandeln, weil kein Geld mehr hereinkomme. Die große Frage lautet jetzt, wie lange sich dieser Kurs durchhalten lässt, wenn die Schiffe nicht fahren. Aus Teheran kam die Antwort in scharfem Ton. Außenminister Araghchi sagte dem Sender NBC in der Sendung Meet the Press, der Iran sei zur Diplomatie bereit und zugleich zum Krieg.

Und Teheran hat seine Forderungen längst öffentlich aufgelistet: ein Ende aller Angriffe, auch im Libanon, die Freigabe eingefrorener Gelder, das Ende der See- und Ölblockade, die Aufhebung der Sanktionen, den Abzug amerikanischer Kriegsschiffe und Flugzeuge aus der Nähe des Iran, Entschädigung für Kriegsschäden und ein Ende der Drohungen. Es ist eine Liste, die in Washington bisher niemand unterschreiben will. Finanzminister Scott Bessent sprach am Sonntag bei Fox News über die iranische Wirtschaft, und der Sender fasste seinen Auftritt mit den Worten zusammen: Der Iran liegt auf den Knien. UN-Botschafter Mike Waltz sagte im selben Sender, Trump habe nach der Ablehnung der Waffenruhe seinen Fuß auf dem Nacken des Iran. Die Botschaft aus Washington ist eindeutig: Der Gegner ist am Ende.

Diese Worte muss man vorsichtig lesen, denn sie kommen von der Seite, die diesen Krieg führt, und am selben Wochenende meldete Teheran neunzehn abgefangene Schiffe, während unabhängige Zähler nur eine Handvoll Durchfahrten sahen. Noch härter klang der Sprecher der Revolutionsgarden, Brigadegeneral Hossein Mohebbi. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim sagte er, trotz der größten Marine der Welt hätten die Vereinigten Staaten die Straße von Hormus nicht einmal für ein paar Stunden offen halten können. Und er fügte hinzu, man werde nicht aufhören, die Vereinigten Staaten zu bestrafen, bis Irans sieben Bedingungen erfüllt sind. Für Teheran ist die Botschaft klar: Der Iran nimmt die Blockade seiner Häfen nicht schweigend hin.

Und doch gibt es mitten in dieser Eskalation ein Signal der Diplomatie. Ein amerikanischer Vertreter sagte dem Sender Al Jazeera, die über Katar vermittelten Gespräche seien weiterhin positiv und konstruktiv. Und Trump selbst sagt, ein Abkommen könne kurz nach den Wahlen zustande kommen. Auf der einen Seite also Blockade und Drohungen. Auf der anderen Seite Sätze, die die Tür zu Verhandlungen offen halten.

Für gewöhnliche Menschen sind die Folgen längst spürbar. In den Vereinigten Staaten kostet eine Gallone Benzin im Durchschnitt inzwischen vier Dollar neunundvierzig, einen Monat zuvor waren es vier Dollar zehn. Im Bundesstaat Louisiana ist der Diesel knapp geworden, und selbst UN-Botschafter Waltz musste im Fernsehen dazu Stellung nehmen. Im Iran trifft die Blockade der Häfen die Wirtschaft eines ganzen Landes. Genau darauf zielt Washington, denn der Iran soll wirtschaftlich ausbluten.

Doch Teheran hat eigene Verbindungen und verhandelte mit China, Indien, Pakistan, Malaysia und dem Irak über sichere Durchfahrten. Dieses Geschehen lässt sich nicht vom Krieg selbst trennen. Seit Ende Februar haben gemeinsame Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels den Obersten Führer des Iran und mehrere hochrangige Kommandeure getötet. Der Iran antwortete, indem er die Straße von Hormus schloss. Sie ist die wichtigste Energieader der Welt, und der Ölpreis schoss in die Höhe.

Am Ende dieser Woche ist das Bild deshalb widersprüchlich. Washington spricht von totaler Kontrolle und einem Gegner auf den Knien, Teheran von neunzehn abgefangenen Schiffen, und das Pentagon trägt still neue Verwundete nach. Das ist der aktuelle Stand. Jetzt schauen wir tiefer, warum eine einzige Meeresstraße zum Prüfstein für eines der mächtigsten Werkzeuge der Weltpolitik werden konnte, die Seemacht. Um das zu verstehen, beginnen wir mit der einfachsten Frage.

Was ist eigentlich eine Seeblockade, und warum darf ein Staat sie überhaupt verhängen? Eine Blockade ist ein militärisches Druckmittel. Kriegsschiffe sperren die Häfen eines Landes, damit weder Waren hinein noch Öl hinausgelangen, in der Hoffnung, dass der Gegner nachgibt. Sie trifft Öltanker, Lebensmittel, Ersatzteile und den gesamten Außenhandel eines Staates. Viele Regierungen halten sie für ein Mittel zwischen Diplomatie und offenem Krieg, weil sie billiger wirkt und keine Bodentruppen kostet.

Doch das Völkerrecht sieht das strenger. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat im Jahr neunzehnhundertvierundsiebzig in ihrer Definition der Aggression festgehalten, dass die Blockade der Häfen oder Küsten eines Staates durch die Streitkräfte eines anderen Staates eine Angriffshandlung ist. Genau darauf beruft sich Teheran, wenn es die amerikanische Blockade als Krieg bezeichnet. Und genau deshalb halten viele Staaten eine Blockade ohne Mandat des Sicherheitsrats für rechtswidrig. Die Vereinigten Staaten sehen das natürlich anders.

Washington beruft sich auf die Freiheit der Schifffahrt, die es mit seiner Flotte zu schützen behauptet. Für amerikanische Reeder und Firmen gilt ohnehin, dass sie keine Geschäfte mit dem Iran machen dürfen. Das ist amerikanisches Recht, und dort hat Washington zweifellos das Sagen. Das Problem beginnt dort, wo Schiffe aus anderen Ländern betroffen sind, die weder amerikanisch sind noch in amerikanischen Gewässern fahren. Ein chinesischer Tanker zum Beispiel ist amerikanischem Recht nicht unterworfen.

Aber wenn er einen iranischen Hafen ansteuert, kann ihn ein amerikanischer Zerstörer abfangen und umleiten. Hier zeigt sich die eigentliche Macht einer Blockade. Sie braucht kein Gesetz im Zielland, sie macht Ungehorsam nur extrem teuer. Warum wirkt diese Drohung so stark? Die Antwort liegt nicht nur bei den Kriegsschiffen, sondern bei den Versicherern.

Kaum ein Tanker fährt in ein Kriegsgebiet ohne eine eigene Kriegsrisikoversicherung. Und ohne Versicherung finanziert keine Bank die Ladung. Wenn Versicherer ein Seegebiet für zu gefährlich halten, steigen die Prämien so stark, dass sich eine Fahrt nicht mehr lohnt. Für eine Reederei kann ein einziger Auftrag dann mehr kosten, als er einbringt. Das ist die unsichtbare Blockade, die neben der militärischen wirkt, und sie trifft beide Seiten.

Auch diese Waffe hat eine lange Geschichte. In den Achtzigerjahren, im sogenannten Tankerkrieg zwischen Iran und Irak, wurden im Golf Hunderte Handelsschiffe angegriffen. Im Jahr neunzehnhundertsiebenundachtzig begannen die Vereinigten Staaten, kuwaitische Tanker unter amerikanische Flagge zu stellen und durch Hormus zu eskortieren. Die Operation hieß Earnest Will und war der größte amerikanische Geleitschutz auf See seit dem Zweiten Weltkrieg. Im April neunzehnhundertachtundachtzig lief die amerikanische Fregatte Samuel B. Roberts auf eine iranische Mine, und die US-Marine zerstörte danach in der Operation Praying Mantis iranische Ölplattformen und Kriegsschiffe.

Der Internationale Gerichtshof entschied im Jahr zweitausenddrei, dass die Angriffe auf die Plattformen nicht als Maßnahmen zum Schutz wesentlicher Sicherheitsinteressen gerechtfertigt waren. Diese Erfahrung prägt das Denken in Teheran bis heute. Jetzt sehen wir, warum ausgerechnet die Schifffahrt so verwundbar ist. Ein Öltanker auf internationaler Route hängt an einer langen Kette von Diensten. Er braucht eine Versicherung, Lotsen, Treibstoff, einen Hafen zum Laden, einen Käufer und eine sichere Route.

Ohne diese Grundlagen fährt auch der modernste Supertanker nicht lange. Deshalb muss der Iran keinen einzigen Tanker versenken, es reicht, diese Kette an einer Stelle zu stören. Genau das geschieht, wenn die Revolutionsgarden Schiffe ohne Genehmigung abfangen: Die ganze Kette gerät ins Stocken. Irans Marine hat diese Lektion über Jahrzehnte gelernt. Nach der Revolution von neunzehnhundertneunundsiebzig und den Verlusten im Tankerkrieg konnte der Iran keine große Hochseeflotte aufbauen.

Vor der Revolution hatte der Schah seine Kriegsschiffe noch im Westen gekauft, in Amerika und in Großbritannien. Nach dem Bruch mit Washington alterten diese Schiffe, und Ersatzteile gab es nur noch über Umwege. Die Revolutionsgarden setzten deshalb auf etwas anderes: schnelle Boote, Seeminen und Raketen von der Küste aus. Das Atomabkommen von zweitausendfünfzehn weckte kurz die Hoffnung auf Entspannung. Der Iran bekam Erleichterungen bei den Sanktionen und beschränkte dafür sein Atomprogramm.

Teheran unterschrieb damals große Verträge über neue Verkehrsflugzeuge bei Airbus und Boeing. Doch nachdem die Vereinigten Staaten im Jahr zweitausendachtzehn aus dem Abkommen ausgestiegen waren, kehrten die Sanktionen zurück, und die meisten dieser Geschäfte platzten. Seitdem setzt der Iran auf eigene Wege, auf See wie im Handel. Die Marine der Revolutionsgarden ist das deutlichste Beispiel dafür. Aus einer Truppe mit Schnellbooten wurde die Kraft, die heute entscheidet, wer Hormus passiert.

Im Jahr zweitausendneunzehn setzten die Vereinigten Staaten die gesamten Revolutionsgarden auf ihre Terrorliste. Seitdem ist amerikanischen Firmen jede Zusammenarbeit mit ihnen verboten. Doch die Truppe hat überlebt. Seit sieben Monaten hält sie die wichtigste Wasserstraße der Welt faktisch geschlossen, obwohl die größte Marine der Welt vor ihrer Küste liegt. Das zeigt, wie hartnäckig Teheran jede Einschnürung zu durchbrechen versucht.

Und warum ist China in diesem Kräftemessen so wichtig? Weil China seit Jahren der größte Käufer iranischen Öls ist und schon im April die amerikanische Blockade iranischer Häfen als gefährlich und unverantwortlich verurteilt hat. Eine Blockade dieser Häfen trifft deshalb direkt die Energieversorgung der zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt. In der Gegenwart verbindet beide Länder vor allem ein nüchternes gemeinsames Interesse. China ist der größte Energieverbraucher der Welt und braucht Öl aus dem Nahen Osten.

Der Iran ist ein großer Öl- und Gasproduzent und braucht Käufer und Investoren. Am siebenundzwanzigsten März zweitausendeinundzwanzig unterzeichneten beide Länder in Teheran ein Abkommen über fünfundzwanzig Jahre Zusammenarbeit. Die Außenminister Wang Yi und Mohammad Dschawad Sarif nannten es eine umfassende strategische Partnerschaft für Wirtschaft, Energie und Infrastruktur. Seit zweitausenddreiundzwanzig ist der Iran außerdem Mitglied der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit. Es ist noch zu früh, um zu sagen, wer dieses Kräftemessen gewinnt.

Neunzehn abgefangene Schiffe allein beweisen noch nicht, dass Teheran den Kampf um Hormus gewonnen hat. So wenig, wie ein paar eskortierte Tanker beweisen, dass Washington die totale Kontrolle hat. Was wir sehen, ist ein widersprüchliches Bild, in dem amerikanischer Druck an manchen Stellen wirkt. An anderen Stellen, vor allem in der Meeresstraße selbst, stößt er auf Widerstand. Die eigentliche Prüfung kommt in den nächsten Tagen.

Dann zeigt sich, ob Reeder, Versicherer und Kapitäne Washingtons Versprechen von Sicherheit noch glauben. Am Ende ist die Geschichte dieser Woche eine Geschichte über die Grenzen militärischer Macht, über eine Datenbank, die still nachgetragen wird, und über Worte, die der Wirklichkeit auf dem Wasser nicht standhalten. Für Teheran ist jedes abgefangene Schiff eine Botschaft, dass es sich nicht beugt. Für Washington ist jedes dieser Schiffe eine Erinnerung daran, dass Worte wie totale Kontrolle erst zählen, wenn die Schiffe wirklich fahren. Und für den Rest der Welt ist jede Durchfahrt ein stiller Hinweis darauf, dass sich die Welt nicht mehr nur nach einem einzigen Machtzentrum richtet.

Die Welt wartet nun, ob sich Hormus weiter schließt oder ob am Ende doch wieder mehr Schiffe fahren. Das war FR Report.

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