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MBS baute eine Route, um Hormus zu umgehen – Drohnen trafen genau diese Stelle

Von Frum Report DE

Es gibt keinen Ausweg mehr. Saudi-Arabien hat vor Jahrzehnten eine Route gebaut, um die Straße von Hormus zu umgehen, eine Pipeline quer durch die Wüste, vom Golf bis ans Rote Meer. In diesem Krieg sollte sie das Königreich retten. Im September haben Drohnen sie lahmgelegt. Und seit dieser Woche steht wieder Rauch über einer ihrer Pumpstationen.

Auf einem Satellitenbild vom vierten Oktober, das eine französische Nachrichtenagentur verbreitet hat, sieht man eine schwarze Rauchsäule neben der Pumpstation von Churais, mitten in der saudischen Wüste. Was dort genau geschehen ist, darüber gibt es zwei Darstellungen, die sich gegenseitig ausschließen. Wir kommen gleich dazu. Aber allein die Tatsache, dass man über diesen Ort wieder streitet, sagt schon fast alles.

Denn diese Pipeline ist nicht irgendeine Leitung. Sie ist der Plan B eines ganzen Königreichs. Sie ist die Antwort auf die Frage, die sich Riad seit vierzig Jahren stellt: Was machen wir, wenn Hormus zu ist? In diesem Video sehen wir uns an, was mit diesem Plan B geschehen ist. Wir sehen uns die anderen Ausweichrouten am Golf an, eine nach der anderen. Und wir rechnen am Ende zusammen, wie viel von ihnen noch übrig ist.

Beginnen wir mit dem Vorfall selbst.

Am vierten Oktober melden die Huthi im Jemen einen Treffer in der Nähe von Churais. Churais ist ein großes Ölfeld östlich von Riad, und dort steht eine der Pumpstationen, die das Öl auf seinen langen Weg nach Westen drücken. Am selben Tag entsteht das Satellitenbild mit dem Rauch.

Dann beginnt das, was man in diesem Krieg inzwischen kennt. Eine saudische Quelle aus dem Energiesektor sagt der französischen Agentur, die Leitung stehe nach schweren Schäden an einer Pumpstation erneut still. Wenige Stunden später berichten amerikanische und britische Agenturen unter Berufung auf andere Quellen das Gegenteil: Das Öl fließe ohne Unterbrechung. Der Ölkonzern selbst und das Energieministerium äußern sich zunächst gar nicht. Und kurz darauf wird der saudische Energieminister mit dem Satz zitiert, die Pipeline, die schwer angegriffen worden sei, sei wieder in Betrieb.

Achten Sie auf diese Formulierung. Die schwer angegriffen worden ist. Wieder in Betrieb. Das ist kein Dementi. Das ist die Bestätigung, dass es etwas gab, wovon man sich erholen musste.

Wie lange die Leitung am vierten Oktober tatsächlich stillstand, ob Stunden oder gar nicht, lässt sich von außen nicht sicher sagen, und wir behaupten es nicht. Aber um zu verstehen, warum schon ein paar Stunden an diesem Ort die Märkte nervös machen, muss man einen Monat zurückgehen. Denn im September gab es keinen Streit über die Fakten.

Am zehnten September, nach anderen Angaben am elften, greifen Drohnen die Pumpstationen der Pipeline auf dem Abschnitt zwischen Riad und Medina an. Es gibt Brände. Es gibt Verletzte. Eine britische Nachrichtenagentur berichtet, dass zwei Stationen beschädigt wurden und dass die Leitung abgeschaltet werden musste. Ein amerikanischer Wirtschaftssender zeigt wenige Tage später Satellitenbilder der Schäden. Fachleute schätzen die Dauer der Reparatur auf einige Tage bis zu acht Wochen.

Nach den Daten der Analysten, die jeden Tanker in Janbu zählen, floss danach elf Tage lang nichts durch die Leitung. Elf Tage, in denen Saudi-Arabien weder durch die Meerenge frei exportieren konnte noch um sie herum.

Und jetzt kommt das Detail, das den Fall so brisant macht. Die saudischen Behörden haben nach diesem Angriff erklärt, die Drohnen seien nicht aus dem Jemen gekommen. Sie seien aus dem Irak gekommen.

Aus dem Irak. Das heißt: aus dem Norden. Das Königreich wird in diesem Krieg seit Monaten aus dem Süden beschossen, aus dem Jemen. Darauf ist seine Luftabwehr ausgerichtet. Im September kam der Schlag gegen seine wichtigste Leitung aus der entgegengesetzten Richtung, von dort, wo mit dem Iran verbündete Milizen stehen.

Damit sind wir beim größeren Bild. Denn dieser Angriff war kein Einzelfall. Er ist Teil einer Entwicklung, die im Sommer begonnen hat.

Sehen wir uns zuerst an, was diese Pipeline ist. Sie wurde in den achtziger Jahren gebaut, mitten im Krieg zwischen dem Iran und dem Irak, als schon einmal Tanker im Golf brannten. Sie beginnt im Osten, bei den großen Ölanlagen von Abkaik, und sie endet rund zwölfhundert Kilometer weiter westlich, im Hafen von Janbu am Roten Meer. Auf dem Papier kann sie sieben Millionen Fass am Tag transportieren. Das ist mehr, als die meisten Ölländer der Erde überhaupt fördern.

Auf dem Weg dorthin stehen elf Pumpstationen. Und das ist die Schwäche. Eine Leitung von zwölfhundert Kilometern durch leere Wüste kann man nicht lückenlos schützen. Man muss es auch gar nicht versuchen, denn das Rohr selbst ist schnell geflickt. Die Pumpen sind es nicht. Wer die Pumpen trifft, legt die Leitung still.

Um die Bedeutung dieser Leitung zu ermessen, hilft ein Blick auf ihre Entstehung. Als sie gebaut wurde, tobte am Golf der Krieg zwischen dem Iran und dem Irak. Tanker wurden beschossen, die Versicherungen stiegen, und in Riad stellte man sich zum ersten Mal ernsthaft die Frage, was aus dem Königreich würde, wenn sein einziger Ausgang zum Meer versperrt wäre. Fast das gesamte saudische Öl liegt im Osten, am Golf. Fast alle Verladehäfen lagen damals ebenfalls dort. Ein Land, das von einem einzigen Rohstoff lebt, hatte für diesen Rohstoff genau einen Weg nach draußen.

Die Antwort war ein Rohr quer durch die Arabische Halbinsel. Später wurde es erweitert, dann noch einmal. Jahrzehntelang lief es weit unter seiner Kapazität, denn solange Hormus offen war, brauchte man es kaum. Es war eine Versicherung, für die man bezahlt und die man hoffentlich nie benutzt. In diesem Jahr wurde sie zum ersten Mal wirklich gebraucht. Und im selben Jahr zeigte sich, dass auch der Gegner vierzig Jahre Zeit hatte, sich diese Leitung anzusehen.

Neu ist die Idee, die Pumpen anzugreifen, übrigens nicht. Schon im Mai des Jahres zweitausendneunzehn trafen bewaffnete Drohnen zwei Pumpstationen genau dieser Pipeline, westlich von Riad. Damals stand die Leitung für kurze Zeit still. Im September desselben Jahres folgte der große Angriff auf Abkaik und Churais, der für einige Tage die halbe saudische Förderung lahmlegte. Die Welt war damals erschrocken, und dann vergaß sie es wieder, weil die Anlagen nach wenigen Wochen repariert waren.

Was im Jahr zweitausendneunzehn eine Warnung war, ist heute ein Dauerzustand. Damals gab es zwei Angriffe in einem Jahr. In diesem Herbst gibt es Meldungen fast im Wochentakt. Und damals hatte Saudi-Arabien noch die Meerenge als Hauptweg. Heute ist die Pipeline selbst der Hauptweg.

Im Juli erklärte der Militärsprecher der Huthi zum ersten Mal ausdrücklich, man habe Drohnen auf die empfindlichen Punkte geschickt, über die das Rohöl aus dem Osten Saudi-Arabiens nach Janbu gelangt. Damals zeigten Satellitenbilder Rauch und Schäden in der Umgebung von Abkaik. Die Raffinerie von Dschisan im Süden brannte tagelang. Riad schwieg dazu.

Am achten September wurden Energieanlagen im Süden des Königreichs getroffen. Das saudische Energieministerium sprach selbst von Bränden, von einer vorübergehenden Abschaltung und von dreiundsiebzig Verletzten. Zwei Tage später folgte der Schlag gegen die Pumpstationen.

Ende September meldeten die Huthi einen Angriff auf die Anlagen in Janbu, also auf das andere Ende der Leitung, den Hafen selbst. Riad erklärte, man habe sechs ballistische Raketen abgefangen und es gebe keine Schäden.

Am dritten Oktober stieg Rauch über einer Raffinerie südlich von Riad auf. Am fünften Oktober meldeten die Huthi einen Treffer auf die große Raffinerie von Rabigh am Roten Meer, was Saudi-Arabien nicht bestätigt hat. Und dazwischen, am vierten, Churais.

Legt man diese Punkte nebeneinander, dann erkennt man kein Chaos. Man erkennt eine Linie. Abkaik am Anfang der Leitung. Die Pumpstationen in der Mitte. Janbu am Ende. Wer immer diese Ziele auswählt, er arbeitet die Pipeline ab, von einem Ende zum anderen.

Wenn Sie solche Zusammenhänge verstehen wollen, bevor sie in den Abendnachrichten ankommen, dann abonnieren Sie diesen Kanal, es kostet nichts und hilft uns sehr.

Warum sind gerade die Pumpstationen ein so dankbares Ziel? Dazu muss man wissen, wie eine solche Leitung arbeitet.

Rohöl fließt nicht von allein zwölfhundert Kilometer weit. Es muss geschoben werden, über Hügel, über ein Hochplateau, durch Hitze, die das Material ausdehnt. Dafür stehen entlang der Strecke Stationen mit riesigen Turbinen und Pumpen, jede so groß wie ein kleines Kraftwerk. Fällt eine einzelne aus, kann man sie oft umgehen und mit weniger Druck weiterfahren. Fallen zwei oder drei nebeneinander aus, reicht der Druck nicht mehr, und die Leitung steht.

Und diese Maschinen kauft man nicht im Baumarkt. Die großen Turbinen werden einzeln gefertigt, von wenigen Herstellern auf der Welt, mit Lieferzeiten von vielen Monaten. Ein Ölkonzern hält Ersatzteile auf Lager, aber nicht für jede Station und nicht für jeden Schaden. Das erklärt, warum die Schätzungen nach dem Angriff im September so weit auseinanderlagen, von wenigen Tagen bis zu acht Wochen. Niemand außerhalb des Konzerns wusste, wie viel Ersatz tatsächlich im Lager lag. Und nach jedem weiteren Treffer liegt dort weniger.

Dazu kommt der einfache Vergleich der Kosten. Eine Angriffsdrohne, wie sie in diesem Krieg zu Tausenden eingesetzt wird, kostet so viel wie ein gebrauchter Kleinwagen. Die Abfangrakete, die sie herunterholen soll, kostet so viel wie ein Einfamilienhaus, manchmal wie ein ganzer Straßenzug. Und die Turbine, die sie trifft, wenn sie durchkommt, kostet noch einmal ein Vielfaches davon. Der Angreifer kann sich neunzig Fehlschläge leisten. Der Verteidiger keinen einzigen.

Was kann Saudi-Arabien dagegen tun? Es kann die Lager in Janbu füllen, wenn die Leitung läuft, um Ausfälle zu überbrücken. Das tut es bereits. Es kann die Durchflussmenge senken, um die verbliebenen Pumpen zu schonen. Auch das ist nach den Zahlen des Ministers offenbar geschehen. Und es kann Abwehrsysteme in die Wüste stellen. Nur fehlen diese dann an anderer Stelle. Jede dieser Maßnahmen kauft Zeit. Keine von ihnen löst das Problem.

An dieser Stelle müssen wir über Abkaik sprechen. Denn seit Donnerstag kursieren Meldungen, die Anlage sei erneut getroffen worden und es gebe dort einen Großbrand.

Wir sagen es deutlich: Das ist nicht bestätigt. Es gibt Beiträge in sozialen Netzwerken. Es gibt einen iranischen Agenturbericht. Es gibt Satellitenbilder, die im Netz herumgereicht werden und die keine Redaktion geprüft hat. Es gibt bis jetzt keine Erklärung aus Riad, keine vom Ölkonzern, keine Bestätigung einer großen Nachrichtenagentur, und nicht einmal eine förmliche Erklärung der Huthi, die Abkaik beim Namen nennt.

Warum erwähnen wir es dann? Weil die Aufregung selbst etwas zeigt. Durch Abkaik gehen nach amerikanischen Behördenangaben mehr als sieben Millionen Fass am Tag. Es ist die größte Anlage ihrer Art auf der Welt. Als sie im Jahr zweitausendneunzehn getroffen wurde, fiel für kurze Zeit die Hälfte der saudischen Förderung aus. Allein das Gerücht, es könne wieder geschehen sein, reicht aus, um den Ölmarkt einen Tag lang zu bewegen. So dünn sind die Nerven geworden.

Jetzt aber zu der eigentlichen Antwort auf die Frage dieses Videos. Was ist von den Ausweichrouten am Golf noch übrig?

Die Golfstaaten haben in den vergangenen Jahrzehnten viel Geld in eine einzige Idee gesteckt: Öl ans Meer zu bringen, ohne durch Hormus zu müssen. Es gibt im Wesentlichen vier solche Wege. Gehen wir sie durch.

Der erste und mit Abstand größte ist die saudische Pipeline nach Janbu, über die wir gerade gesprochen haben. Auf dem Papier sieben Millionen Fass. In Wirklichkeit weniger. Nach dem Vorfall war von knapp sechs Millionen die Rede. Und von dem, was in Janbu ankommt, kann nicht alles ausgeführt werden, weil die Raffinerien am Roten Meer selbst Öl brauchen. Die Analysten schätzen, dass am Ende vier bis viereinhalb Millionen Fass am Tag auf Schiffe gehen. An guten Tagen. Wenn die Pumpen laufen.

Der zweite Weg gehört den Emiraten. Eine Pipeline von den Ölfeldern bei Habschan quer durch das Land nach Fudschaira, an die Küste des Golfs von Oman. Sie schafft anderthalb bis knapp zwei Millionen Fass am Tag. Im September hat Fudschaira so viel Rohöl verladen wie noch nie, mehr als zweieinhalb Millionen Fass täglich. Das klingt nach einer Erfolgsmeldung. Aber sehen Sie genauer hin. Der Hafen hat mehr verladen, als die Leitung liefern kann. Das geht nur, wenn man die Lager leert. Man lebt dort von der Reserve.

Der dritte Weg führt aus dem Irak nach Norden, in die Türkei, zum Hafen von Ceyhan am Mittelmeer. Bagdad möchte dort eine Dreiviertelmillion Fass am Tag durchleiten. Berichtet wird bisher von weniger als einer halben Million, und selbst diese Zahl stützt sich auf eine einzige Quelle. Für den Weltmarkt ist das ein Rinnsal.

Und der vierte Weg ist gar keine Leitung. Es ist der Schleichweg entlang der Küste von Oman, auf dem kleine Schiffe Öl aus dem Golf herausbringen und draußen auf große Tanker umladen. Auch dieser Weg steht inzwischen unter Druck, und aus Teheran heißt es, man werde ihn nicht länger dulden.

Bevor wir zusammenrechnen, müssen wir noch über etwas sprechen, das in den meisten Berichten über diese Ausweichrouten fehlt. Es betrifft das Rote Meer selbst.

Die Pipeline nach Janbu löst nämlich nur die Hälfte des Problems. Sie bringt das Öl an eine andere Küste. Aber auch von dieser Küste muss es weiter. Und vom Roten Meer aus gibt es nur zwei Ausgänge. Der eine führt nach Norden, durch den Suezkanal ins Mittelmeer, nach Europa. Der andere führt nach Süden, durch die Meerenge von Bab al-Mandab in den Indischen Ozean, nach Asien.

Die wichtigsten Kunden Saudi-Arabiens sitzen in Asien. China, Indien, Japan, Südkorea. Ein Tanker, der in Janbu für Asien beladen wird, muss also nach Süden. Er muss durch Bab al-Mandab. Und wer steht an dieser Meerenge?

Mitte September haben die Huthi nach übereinstimmenden Berichten die Hafenstadt Mokka eingenommen und dazu strategisch gelegene Inseln in genau dieser Meerenge. Die Fronten haben sich danach stabilisiert, aber die Stellungen sind geblieben. Das bedeutet: Das saudische Öl, das Hormus umgeht, um nach Asien zu gelangen, fährt an einer zweiten Engstelle vorbei, an deren Ufer ein Verbündeter des Iran sitzt.

Man hat also eine Meerenge umgangen und ist bei einer anderen angekommen. Für die Lieferungen nach Europa gilt das nicht, sie gehen nach Norden. Aber Europa allein kann die Mengen nicht abnehmen, die Saudi-Arabien verkaufen muss. Das Königreich braucht Asien. Und der Weg nach Asien führt, so oder so, an einer Küste vorbei, von der aus geschossen werden kann.

Jetzt rechnen wir zusammen.

Alle Ausfuhren über das Rote Meer und über die Küste am Golf von Oman zusammengenommen lagen zuletzt bei knapp sieben Millionen Fass am Tag. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor dem Krieg, und es ist eine beachtliche Leistung der Ingenieure. Aber durch die Straße von Hormus gingen vor dem Krieg dreizehneinhalb Millionen Fass Rohöl am Tag.

Sieben statt dreizehneinhalb. Selbst wenn jede Pumpe läuft, jeder Hafen offen ist und kein einziges Schiff getroffen wird, ersetzen alle Ausweichrouten zusammen nur die Hälfte dessen, was durch die Meerenge ging. Die andere Hälfte gibt es nur mit Hormus. Oder gar nicht.

Das ist die Rechnung, die man in Riad sehr genau kennt. Und sie erklärt, warum die Angriffe auf die Pumpstationen so viel schwerer wiegen als ein einzelner Treffer auf eine Raffinerie. Eine Raffinerie versorgt ein Land mit Benzin. Die Pipeline versorgt ein Königreich mit Einnahmen. Wer sie trifft, trifft den Haushalt.

Es lohnt sich, diese Rechnung einmal aus der Sicht des saudischen Finanzministers zu betrachten. Das Königreich hat sich in den vergangenen Jahren Projekte vorgenommen, die Hunderte Milliarden kosten. Neue Städte in der Wüste, Ferienorte am Roten Meer, Sportereignisse, Fabriken. All das wird aus einer einzigen Quelle bezahlt. Schon vor diesem Krieg reichten die Öleinnahmen dafür nicht mehr ganz aus, und das Land nahm Schulden auf.

Jetzt kommen drei Dinge zusammen. Die Ausfuhrmenge ist gesunken, weil die Ausweichrouten nur einen Teil ersetzen. Die Kosten sind gestiegen, weil ein Krieg im Süden geführt und ein ganzes Land gegen Drohnen verteidigt werden muss. Und der hohe Ölpreis, der das eigentlich ausgleichen könnte, nützt nur dem, der auch liefern kann. Ein Fass, das in einer stehenden Leitung steckt, bringt bei hundert Dollar genauso wenig ein wie bei fünfzig.

Deshalb ist jede Stunde, in der eine Pumpstation brennt, in Riad eine politische Frage und keine technische.

Was denken Sie: Kann Saudi-Arabien diese Leitung auf Dauer schützen? Schreiben Sie uns Ihre Einschätzung in die Kommentare.

Damit kommen wir zu der Frage, was das für die nächsten Monate bedeutet.

Für den Kronprinzen ist die Lage unangenehmer, als es die offiziellen Erklärungen erkennen lassen. Sein Königreich führt im Süden einen Krieg im Jemen, der nicht vorangeht. Seine Flughäfen wurden in dieser Woche getroffen. Und seine wichtigste Leitung wird von zwei Seiten bedroht, aus dem Süden und aus dem Norden. Jede Abwehrbatterie, die er an eine Pumpstation in der Wüste stellt, fehlt ihm über Riad oder über Dschidda. Elf Pumpstationen, ein Hafen, die Anlagen von Abkaik, die Raffinerien, die Flughäfen, die Hauptstadt. So viele Batterien hat kein Land der Welt.

Und er kann sich nicht darauf verlassen, dass ihm jemand welche schickt. Die Vereinigten Staaten haben in den ersten Wochen dieses Krieges einen großen Teil ihrer eigenen Abfangraketen verbraucht. Sie haben in diesem Herbst mehrfach erkennen lassen, dass sie nicht vorhaben, für Riad in den Jemen zu ziehen. Das Königreich hat sich deshalb an andere Partner gewandt. Aber Soldaten aus befreundeten Ländern schützen keine zwölfhundert Kilometer Rohr.

Für den Iran und seine Verbündeten ist es umgekehrt. Sie haben in diesem Jahr etwas gezeigt, was vorher nur eine Vermutung von Fachleuten war. Sie müssen die Meerenge nicht allein zuhalten. Es genügt, wenn sie auch die Wege darum herum unsicher machen. Eine Drohne, die eine Pumpe trifft, kostet einen Bruchteil dessen, was die Rakete kostet, die sie abfangen soll. Und sie muss nur gelegentlich durchkommen. Der Verteidiger muss jedes Mal Erfolg haben, der Angreifer nur manchmal.

Und für uns in Europa? Wir sollten uns nichts vormachen. Das Öl, das über Janbu ins Rote Meer geht, ist genau das Öl, das am ehesten nach Europa fährt. Der Weg ist kurz, durch den Suezkanal ins Mittelmeer. Wenn diese Leitung stockt, dann merken wir es früher als Asien. Der Preis für ein Fass Nordseeöl liegt schon jetzt über hundert Dollar. Und das, obwohl die Pumpen im Moment laufen.

Fassen wir zusammen.

Saudi-Arabien hat eine Route gebaut, um Hormus zu umgehen. Im September haben Drohnen sie für Tage stillgelegt, und nach saudischen Angaben kamen sie aus dem Irak. Am vierten Oktober stand wieder Rauch über einer Pumpstation, und Riad selbst spricht von einer Leitung, die schwer angegriffen wurde. Die Emirate leeren in Fudschaira ihre Lager. Der Weg über den Irak ist ein Rinnsal. Und den Schleichweg vor Oman will Teheran schließen.

Alle diese Wege zusammen ersetzen die Hälfte von Hormus. An einem guten Tag.

Vierzig Jahre lang war die Pipeline nach Janbu die Versicherung des Königreichs gegen den schlimmsten Fall. In diesem Herbst hat sich gezeigt, dass man auch eine Versicherung treffen kann. Es gibt für das Öl vom Golf viele Umwege. Aber es gibt keinen einzigen, der außerhalb der Reichweite dieses Krieges liegt.

Wenn Sie wissen wollen, wie es weitergeht, dann sehen Sie sich jetzt das nächste Video an, das auf Ihrem Bildschirm erscheint.

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