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MBS verliert seinen Himmel — Lufthansa stoppt alle Riad-Flüge, Trump sagt wieder Nein

Von Frum Report DE

Riads Flughafen ist getroffen. Die Lufthansa hat alle Flüge in die saudische Hauptstadt gestoppt, Kronprinz Mohammed bin Salman verliert die Kontrolle über seinen eigenen Himmel, und Donald Trump hat seine Bitte um Hilfe zum zweiten Mal abgelehnt. Das Bild von Riad als sicherer Hauptstadt für Geschäfte und Tourismus ist ein weiteres Mal zerbrochen. Saudi-Arabien erlebt innerhalb von vier Tagen Angriffe auf vier seiner Flughäfen, und diesmal gibt es Tote. Zwischen dem fünften und dem achten Oktober wurden vier saudische Flughäfen zum Ziel: Dschasan und Nadschran am Montag, Abha am Dienstag, und am Mittwoch und am Donnerstag der König-Khalid-Flughafen in Riad.

Der Sprecher der saudisch geführten Koalition, Generalmajor Turki al-Maliki, erklärte am Donnerstag, zwei ballistische Raketen mit Kurs auf Riad und eine dritte mit Kurs auf Chamis Muschait seien abgefangen und zerstört worden. Aber was durchkam, und was nach dem Abfangen als Trümmer vom Himmel fiel, hat in der Hauptstadt Schaden angerichtet. Nach Angaben des saudischen Zivilschutzes trafen Trümmerteile einen Kindergarten und einen medizinischen Komplex in Riad, und am Flughafen selbst brannte eine Maschine der staatlichen Saudia am Terminal. Doch das eigentliche Ziel dieser Angriffe waren nicht einzelne Gebäude. Es war etwas viel Größeres und viel Strategischeres.

Es war der saudische Luftraum, und das Ergebnis war ein Albtraum für die Hauptstadt. Der König-Khalid-Flughafen, das wichtigste Drehkreuz der Hauptstadt, wurde am Donnerstagnachmittag nach Angaben des Dienstes Flightradar vierundzwanzig erneut geschlossen. Abflüge wurden gestoppt, Reisende mussten das Gebäude verlassen, und schon zuvor war in dieser Woche eine IndiGo-Maschine aus dem indischen Hyderabad nach Dammam umgeleitet worden. Aber das war keine zufällige Welle von Angriffen. Dahinter steht eine Linie, die sich seit dem dreizehnten Juli verfolgen lässt, seit dem ersten Angriff auf den Flughafen von Abha.

Das Ziel ist nicht einfach, Saudi-Arabien zu beschießen. Das Ziel ist, den saudischen Himmel für die zivile Luftfahrt zu schließen und die Führung in Riad mit den wahren Kosten ihres Krieges im Jemen zu konfrontieren. Tatsächlich war das alles angekündigt: Am Montag, dem fünften Oktober, erklärte eine von den Huthi geführte Behörde den saudischen Luftraum zum Operationsgebiet und forderte die Fluggesellschaften der Welt auf, ihn zu meiden. Und was dort angekündigt wurde, war wenige Tage später Wirklichkeit. Die Koalition erklärte, die Angriffe würden nicht ungestraft bleiben, und Katar sprach von einer schweren Verletzung der saudischen Souveränität.

Doch dieselbe Koalition bombardiert den Jemen seit März zweitausendfünfzehn, seit mehr als elf Jahren. Und während dieser Krieg jetzt auf saudischen Boden zurückschlägt, sitzt die Macht, die das Königreich schützen sollte, Tausende Kilometer entfernt in Washington. Ein Flughafen, den im Schnitt hundertzwölftausend Menschen am Tag nutzen, wird geräumt, und aus Washington kommt keine direkte Hilfe. In Riad wächst die Einsicht, dass man mit Washington nicht mehr im selben Boot sitzt. Um zu verstehen, was dieser Angriff bedeutet, reicht ein Blick auf den Betrieb am König-Khalid-Flughafen.

Nach den Daten von Flightradar vierundzwanzig lag am Donnerstagnachmittag die letzte Landung mehr als achtzig Minuten zurück, der letzte Start mehr als neunzig. Ein Zeuge schilderte der Nachrichtenagentur AP Rauch über dem Gelände, Feuerwehr und Rettungswagen, und Reisende, die ihr aufgegebenes Gepäck zurücklassen und das Gebäude verlassen sollten. Dann kamen die Absagen der Fluggesellschaften. Die Lufthansa-Gruppe setzt ihre Flüge nach Riad bis zum sechzehnten Oktober aus; ein Sprecher verwies gegenüber Reuters auf die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten. Air India und Akasa Air strichen alle Verbindungen bis zum zehnten Oktober, IndiGo bis zum neunten.

Warum lässt sich der wichtigste Flughafen der Hauptstadt so leicht lahmlegen? Ein entscheidender Teil der Antwort liegt darin, was Saudi-Arabien mit seiner Luftabwehr zuerst schützt, und was es überhaupt noch schützen kann. Diese Systeme müssen zugleich Ölanlagen, Stützpunkte, die Grenze zum Jemen und die Hauptstadt abschirmen, und für alles zusammen reichen sie nicht. Und die Abfangraketen dafür werden knapp: Schon am neunzehnten September meldete die AP unter Berufung auf Regierungsvertreter der Region, Saudi-Arabien gehe der Vorrat an Abfangraketen aus. Riad habe deshalb Frankreich, Großbritannien, Pakistan und Ägypten um Unterstützung bei der Luftabwehr gebeten.

Wohin solche Hilfe geht, ist bekannt: Präsident Macron kündigte am vierundzwanzigsten September Soldaten, Radaranlagen und Abwehrsysteme an, ausdrücklich zum Schutz der Ölroute am Roten Meer. Eine griechische Batterie hat schon im Juli zwei ballistische Raketen aus dem Jemen abgeschossen. Wo die saudischen Batterien stehen, veröffentlicht das Königreich nicht, und unabhängig überprüfen lässt sich ihre Verteilung nicht. Aber die Reihenfolge der Prioritäten zeigt sich in der Hauptstadt selbst. Denn über Riad wird abgefangen, und trotzdem brennt am Flughafen ein Flugzeug.

Dabei hat das Königreich viel gekauft: Die Vereinigten Staaten genehmigten im Oktober zweitausendsiebzehn den Verkauf des Systems THAAD für fünfzehn Milliarden Dollar, mit vierundvierzig Startgeräten und dreihundertsechzig Abfangraketen. Die erste saudische Batterie ging erst im Sommer zweitausendfünfundzwanzig in Dienst. Dazu kommen Patriot-Batterien, die seit dem Golfkrieg von neunzehnhunderteinundneunzig im Land stehen, und ein System aus Südkorea; geschützt sind die Flughäfen damit, sicher sind sie nicht. Die Rechnung für diesen Ausfall zahlen zuerst die Fluggesellschaften und ihre Passagiere: Eine Maschine der Saudia ist schwer beschädigt, und nach Angaben einer Quelle wurden sogar drei Flugzeuge beschädigt. Auch ausländische Gesellschaften gerieten zwischen die Fronten.

Mehrere internationale Gesellschaften haben ihre Verbindungen nach Riad ausgesetzt, um die Sicherheitslage neu zu bewerten. In Wahrheit ist dieser Ausfall Teil einer größeren Krise, die Saudi-Arabiens Verkehrswege von allen Seiten trifft. Die Ost-West-Pipeline, die das Öl ans Rote Meer bringt, wurde am elften September nach einem Drohnenangriff abgeschaltet und lief ab dem zweiundzwanzigsten nur mit geringer Menge wieder an. Für saudische Häfen und Schiffe gilt seit dem zwanzigsten Juli eine erklärte Blockade an der Meeresstraße Bab el-Mandeb, und in Riad wurden Schulen und Universitäten Ende September für eine Woche in den Fernunterricht geschickt. Luft, See und Land: Das Königreich wird auf allen drei Wegen zugleich getroffen.

Der Auslöser dieser Woche war allerdings keine Rakete und keine Drohne. Es war eine Mitteilung. Am fünften Oktober wandte sich das sogenannte Koordinierungszentrum für humanitäre Operationen, eine Behörde der Huthi, direkt an die internationalen Fluggesellschaften. Die Botschaft war eindeutig. Der saudische Luftraum sei ein Operationsgebiet, und zivile Gesellschaften sollten ihn meiden.

Die Mitteilung war mit Bedacht formuliert. Sie begründete die Warnung damit, dass saudische Kampfflugzeuge Gebiete im Jemen angreifen, und schob die Verantwortung damit Riad zu. Wann, wo und auf welchen Routen etwas geschehen könnte, ließ sie offen. Am achten Oktober folgte die Verschärfung: Der Militärsprecher der Huthi warnte die Fluggesellschaften nach eigenen Worten zum letzten Mal. Ausgenommen sei allein der Luftraum über Mekka und Medina; jedes andere Flugzeug über Saudi-Arabien gelte als Ziel.

Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA hatte die Gefahr schon am dreißigsten September anerkannt: Ihr Bulletin rät, einen festgelegten Teil des saudischen Luftraums in jeder Höhe zu meiden, und es gilt bis zum sechzehnten November. Die Reaktion aus Riad fiel scharf aus. Die Koalition meldete als Antwort zweiundachtzig zerstörte militärische Ziele in Saada, Hodeida, Dschauf und Marib. Unabhängig bestätigen lässt sich diese Zahl nicht. Die Huthi wiederum sprechen von Luftangriffen auf Wohnhäuser und Märkte.

Und genau hier liegt der Widerspruch in der Empörung der saudischen Führung. Nach Angaben der Huthi-Medien starben am zweiundzwanzigsten September in Mokka sechs Mitglieder einer Familie bei einem Luftangriff auf ihr Haus und am siebenundzwanzigsten September sieben Menschen auf einem Markt in Taiz; Riad hat sich dazu nicht geäußert. Und es gibt einen zweiten Grund, warum die Warnung keine leere Drohung war. Die EASA nennt als Gefahr für Verkehrsflugzeuge nicht nur Raketen und Drohnen, die Flugrouten kreuzen, sondern auch die Luftabwehr selbst: Ein ziviles Flugzeug könnte falsch erkannt werden, und Trümmer fallen dorthin, wo niemand sie erwartet. Am siebzehnten September tötete das Trümmerteil einer abgefangenen Drohne zum ersten Mal einen Zivilisten in Saudi-Arabien, und in dieser Woche starben an den Flughäfen von Abha und Riad drei Menschen: zwei Frauen aus Marokko und Algerien und ein Staatsbürger des Sudan.

Wo war in diesen Tagen die Schutzmacht des Königreichs? Am Mittwoch, als die Behörden in Riad drei Tote und sechsunddreißig Verletzte meldeten, war Donald Trump auf dem Weg nach Texas. Vor dem Weißen Haus sagte er über die Türkei und Pakistan: Ich glaube, sie wollen Saudi-Arabien helfen, und ich finde das großartig. Wenige Tage zuvor, am ersten Oktober, hatte der saudische Verteidigungsminister Khalid bin Salman seinen amerikanischen Kollegen Pete Hegseth angerufen und um Angriffe gebeten; ein amerikanischer Regierungsvertreter sagte danach, man werde vorerst nicht militärisch eingreifen. Kurz gesagt: Während der Himmel über Riad geschlossen wurde, lobte der amerikanische Präsident die Hilfe der anderen.

Es stimmt, dass Washington Aufklärung und Zieldaten liefert und mehr als hundert Berater im Land hat, aber das Bild war verheerend. Und die anderen? Am Donnerstag, am Tag der Schließung, trat der türkische Außenminister Hakan Fidan vor die Presse und sagte über den Pakt von Mekka: Das ist kein Angriffsabkommen. Die Türkei werde keine Soldaten entsenden, um ein anderes Land anzugreifen; geliefert hat Ankara nach Reuters bisher vor allem Gerät, Waffensysteme und Aufklärungsdaten, was Riad darüber hinaus braucht, sollen Militärdelegationen erst festlegen, und das türkische Parlament hat den Pakt noch nicht ratifiziert. Pakistans Außenminister Ishaq Dar hatte schon am zweiten Oktober betont, das Bündnis habe keine offensive Agenda. Selbst auf der eigenen Seite der Front ist der Luftraum nicht sicher: Am siebten Oktober schlug am Flughafen von Aden eine Rakete nahe der Landebahn ein, während eine Maschine aus Kairo erwartet wurde.

Die Huthi erklärten, ihr Ziel sei ein Militärlager gewesen. Wenn du verstehen willst, wie dieser Krieg wirklich verläuft, und nicht nur, was Washington darüber sagt, dann abonniere Frum Report. Warum also konnte die teure saudische Luftabwehr diese Angriffe auf die Hauptstadt nicht verhindern? Auf dem Papier ist der Schirm über dem Königreich viele Milliarden wert. Er besteht aus mehreren Schichten, die über Jahrzehnte eingekauft wurden.

Für große Höhen und weite Entfernungen ist THAAD gedacht, darunter arbeiten die Patriot-Batterien, und für mittlere Reichweiten kommt das südkoreanische System hinzu. Wie wird ein solcher Schirm trotzdem Woche für Woche durchbrochen? Die Antwort liegt in seiner Bauart: Systeme wie Patriot und THAAD wurden in erster Linie entwickelt, um ballistische Raketen und Flugzeuge in großer Höhe zu treffen. Die Angriffe aus dem Jemen mischen aber alles: ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen, die tief und langsam fliegen. Genau das legt die Schwäche der großen Systeme offen.

Dazu kommt nach Angaben der jemenitischen Regierung eine neue Waffe, ein Marschflugkörper, der bis zu fünfundzwanzig Minuten über einem Gebiet kreisen kann; die Forscherin Eleonora Ardemagni vom Mailänder Institut für internationale politische Studien sagt, einen sicheren Beweis gebe es dafür nicht, ausschließen lasse es sich aber auch nicht. Kommt alles gleichzeitig, wird aus Abwehr ein Rechenproblem: Jede Batterie kann nur eine begrenzte Zahl von Zielen zugleich verfolgen. Und die Entfernung hilft dem Verteidiger wenig: Zwischen dem Norden des Jemen und Riad liegen rund tausend Kilometer, eine Strecke, für die eine ballistische Rakete nur Minuten braucht. Was abgefangen wird, verschwindet zudem nicht: Die Trümmer fallen auf die Stadt, in dieser Woche auf einen Kindergarten und auf einen medizinischen Komplex. Die härteste Seite dieses Krieges ist aber das Verhältnis der Kosten.

Eine moderne Abfangrakete für das System Patriot kostet rund vier Millionen Dollar, und üblich ist es, auf ein anfliegendes Ziel zwei davon abzufeuern; eine Angriffsdrohne kostet einen Bruchteil davon. Diese Rechnung hält kein Verteidiger auf Dauer durch, und die Vorräte schrumpfen in diesem Tempo. Wie schnell, zeigt ein Beispiel aus diesem Krieg: Ein amerikanischer Stützpunkt in Jordanien feuerte nach einem Bericht des Senders CBS bei einem einzigen Angriff mehr als dreißig Patriot-Raketen ab. Hergestellt werden von diesen Raketen nur einige Hundert im Jahr. Deshalb reicht es den Angreifern, wenn nur ein Teil durchkommt: Jede Welle leert die Magazine, ermüdet die Mannschaften und erzwingt den nächsten Stopp am Flughafen.

Aus Sicht der Angreifer folgt die Wahl der Flughäfen einer kalten Logik. Der Luftfahrtexperte Saj Ahmad von StrategicAero nannte das schon Ende September ein riesiges Dilemma für die Saudis: Sie wollen ihren Luftraum nicht schließen, aber jede anfliegende Rakete macht den Verkehr zum Risiko. Die folgenreichste Wirkung dieser Kampagne liegt aber weder in abgefangenen Raketen noch in geschlossenen Flughäfen. Sie entfaltet sich im Alltag eines Landes, das der Welt als sicherer Ort für Geschäfte und Tourismus präsentiert wird. Lange war der Krieg im Jemen von Riad aus gesehen weit weg; jetzt ist er in der Hauptstadt angekommen.

Das Ausmaß zeigen die Zahlen. Der Sprecher der Huthi sprach am zweiten Oktober von vierundneunzig Angriffen in vierundzwanzig Stunden und von dreizehnhundertfünfzig insgesamt; überprüfen lässt sich das nicht. Aber die Folgen lassen sich nicht mehr verbergen. Die amerikanische Botschaft in Riad warnt ihre Bürger vor Schließungen des Luftraums und gestrichenen Flügen. Wer über den König-Khalid-Flughafen reist, soll besonders wachsam sein.

Eigenen Regierungsmitarbeitern untersagt sie, sich der Grenze zum Jemen auf weniger als zwanzig Meilen zu nähern. Großbritannien, Indien, die Emirate, Oman und Ägypten haben die Angriffe verurteilt. Und der Zeuge der AP am Flughafen beschrieb, wie Reisenden gesagt wurde, sie sollten ihre Koffer stehen lassen und gehen. Trotzdem verlangt eine ehrliche Einschätzung Vorsicht. Nichts deutet bisher darauf hin, dass die Herrschaft des Kronprinzen wankt; er hat am dreißigsten September erklärt, das Königreich werde nicht zögern, auf jede Bedrohung entschlossen zu antworten.

Der Druck dieser Kampagne wirkt an drei Fronten: wirtschaftlich, militärisch und politisch. An der wirtschaftlichen Front zeigen die Zahlen, was auf dem Spiel steht. Der König-Khalid-Flughafen zählte im Jahr zweitausendfünfundzwanzig nach der saudischen Statistikbehörde vierzig Komma acht Millionen Passagiere, fast ein Drittel des gesamten Luftverkehrs im Land. Und das soll erst der Anfang sein. Saudi-Arabiens Flughäfen fertigten im vergangenen Jahr hundertvierzig Komma neun Millionen Reisende ab, bis zweitausenddreißig sollen es dreihundertdreißig Millionen sein.

Hundert Milliarden Dollar sind dafür vorgesehen, mehr als zweihundertfünfzig Ziele sollen angeflogen werden. Die Hauptstadt soll demnächst wieder internationale Gipfel ausrichten, darunter die Future Investment Initiative, nach Einschätzung des Magazins Foreign Policy ein Hauptkanal, über den das Königreich fremdes Kapital anzieht. Der eigentliche Engpass aber ist die Versicherung gegen Kriegsrisiken. Nach den üblichen Regeln des Marktes können Versicherer diesen Schutz mit einer Frist von sieben Tagen kündigen. Und ein Verkehrsflugzeug ohne Versicherung ist ein Flugzeug, das keine Gesellschaft fliegen lässt.

Schon im April wurden Gesellschaften von außerhalb des Golfs für einen einzigen Flug in die Region zwischen siebzigtausend und hundertfünfzigtausend Dollar berechnet. Die Lufthansa-Gruppe ist jetzt bis Mitte Oktober weg, drei indische Gesellschaften vorerst für einige Tage, und jede weitere Absage macht die nächste wahrscheinlicher. Genau auf diese Verbindungen zielt die Warnung an die Fluggesellschaften. An der militärischen Front läuft die Rechnung der Abnutzung weiter. Jede billige Drohne verbraucht Abfangraketen für Millionen und bindet Batterien, die anderswo fehlen: an den Ölanlagen, an der Grenze, an den Stützpunkten.

Dazu kommt der Schaden am Öl selbst: Der Preis für die Sorte Brent stieg am Mittwoch wieder über hundert Dollar je Fass. Am Donnerstag, nach den Explosionen in Riad, zogen die Ölpreise weiter an. Die entscheidende Front aber ist die politische, und sie liegt nicht in Riad. Sie liegt in Washington, bei der Frage, ob die Vereinigten Staaten für Saudi-Arabien in diesen Krieg eintreten. Der Mann, an dem diese Entscheidung hängt, ist Donald Trump.

Kronprinz Mohammed bin Salman hat ihn im September zweimal angerufen und um Angriffe auf die Huthi gebeten. Es ging dabei nie nur um ein paar Kilometer Front im Jemen. Es ging um das, was Riad sich seit Jahrzehnten mit seinen Waffenkäufen in Washington zu sichern glaubte: dass Amerika kämpft, wenn das Königreich angegriffen wird. Wie nah es daran war, berichtete die Jerusalem Post: Um den zwanzigsten September waren die Ziellisten bereits genehmigt, und die Munition wurde auf die Flugzeuge geladen. Dann wurde der Angriff in letzter Minute gestoppt.

Nach einem Bericht, der sich auf die New York Times beruft, stand der größte Teil von Trumps engstem Kreis einem Eintritt in diesen Krieg skeptisch oder ablehnend gegenüber. Das Zentralkommando der Streitkräfte hatte nach Angaben des Portals Axios ernste Vorbehalte: Ein Einsatz im Jemen lenke vom Iran ab. Seitdem liefert Washington Aufklärung und Zieldaten, aber keine eigenen Angriffe. Am zweiten Oktober meldete Axios, die Vereinigten Staaten hätten die saudische Bitte zum zweiten Mal abgelehnt. Drei Tage später setzte Riad zum ersten Mal den Pakt von Mekka in Gang, das Bündnis mit der Türkei und Pakistan.

Kann dieser Druck den Kronprinzen dazu bringen, den Krieg im Jemen zu beenden? Mohamad Bazzi von der New York University erinnert daran, dass mehr als zehn Jahre Bombardierung die Huthi nicht zum Einlenken gezwungen haben. Und der Analyst Ibrahim Jalal sagt, um das Patt zu brechen, müsse es eine entscheidende Schlacht geben. Abdul-Malik al-Huthi wirft Saudi-Arabien vor, die Meeresstraße Bab el-Mandeb in ein Kriegsgebiet verwandelt zu haben. Foreign Policy schreibt, dieser Konflikt sei auf dem Weg, ein regionaler Krieg zu werden.

Darauf kommt es jetzt an: ob die Fluggesellschaften nach dem sechzehnten Oktober zurückkehren, und ob Washington bei seinem Nein bleibt. Denn der Krieg, den Riad vor mehr als elf Jahren in den Jemen getragen hat, schließt jetzt den Himmel über der eigenen Hauptstadt. Und diesen Himmel wieder zu öffnen, wird schwerer, als irgendjemand in Riad oder in Washington erwartet hat. Das war Frum Report. Warum Riad jetzt auf die Türkei und Pakistan setzt, zeigt unser Video über den Pakt von Mekka.

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