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Warum MBS jetzt Truppen aus der Türkei holt – nachdem Trump Nein gesagt hat

Von Frum Report DE

Die Türkei schickt Truppen. Nach Saudi-Arabien, gemeinsam mit Pakistan, und Washington sitzt bei diesem Beschluss nicht mit am Tisch. Es ist kein Geheimnis, wie schlecht der Krieg gegen den Iran für Washington gelaufen ist. Donald Trump dachte, er würde einen schnellen Sieg einfahren, und der Rest der Region müsste einfach damit klarkommen. Aber seit mehr als sieben Monaten sieht er zu, wie der Iran standhält, und etwas anderes ist für Amerika vielleicht noch schlimmer. Länder, die ihre Sicherheit jahrzehntelang in Washington eingekauft haben, bauen sich jetzt ein eigenes Bündnis. Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan sind drei dieser Länder. Alle drei haben am siebten August in Mekka einen Verteidigungspakt geschlossen, mitten in diesem Krieg. Und alle drei stehen damit quer zu dem, was Washington und die israelische Regierung für die Zeit nach diesem Krieg geplant haben. Und dieses Problem ist gerade noch größer geworden. Der Mekka-Pakt ist aktiviert, denn die Türkei und Pakistan haben gerade zugesagt, Truppen und militärisches Gerät nach Saudi-Arabien zu schicken, um das Königreich zu schützen. Aber das ist nicht einfach nur eine gewöhnliche Truppenverlegung. Was wir jetzt sehen, ist der Beginn einer Sicherheitsordnung, in der Amerika nicht mehr in der Mitte sitzt.

Am fünften Oktober wurde in Riad bekannt, dass die Türkei und Pakistan Streitkräfte und militärische Fähigkeiten in das Königreich verlegen werden. Sie sollen, so steht es in der gemeinsamen Erklärung der drei Staaten, rasch in Saudi-Arabien stationiert werden. Dem Beschluss ging eine Dringlichkeitssitzung der Verteidigungs- und Außenminister voraus, denn das Königreich wird seit dem dreizehnten Juli aus dem Jemen mit Raketen und Drohnen beschossen. Diese Angriffe reichen von Drohnen auf Raffinerien des Ölkonzerns Aramco bis zu Raketen auf Flughäfen, und zuletzt meldeten die Huthi Treffer am Flughafen König Chalid in Riad und an der Raffinerie von Rabigh, was Riad nicht bestätigt hat. Wer erwartet hatte, dass das Königreich auch diesmal nur in Washington um Hilfe bittet, sah am fünften Oktober etwas anderes: Riad nahm seine neuen Verbündeten beim Wort.

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Diese Verlegung beruht auf dem Abkommen, das Kronprinz Mohammed bin Salman, Präsident Erdoğan und Premierminister Schehbas Scharif im August im Safa-Palast von Mekka besiegelt haben. Die türkische Zeitung Sabah berichtet, Ankara werde Luftabwehrsysteme für niedrige und mittlere Höhen liefern und bei Drohnentechnik und elektronischer Kampfführung helfen. Der Kernsatz des Abkommens bildet den rechtlichen Rahmen dafür: Ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Staaten gilt als Angriff auf alle. Das ist im Grunde der Artikel fünf der NATO, nur ohne Washington am Tisch. Der saudische Verteidigungsminister Chalid bin Salman hat den Beschluss selbst verkündet: Der Ausschuss habe vereinbart, kollektive Abschreckungsmaßnahmen zu aktivieren, als Antwort auf die Angriffe und auf alle, die dafür verantwortlich sind. Das Treffen habe die Geschlossenheit der drei Länder bekräftigt, angesichts der Angriffe auf das Königreich und seine heiligen Stätten. Für Saudi-Arabien geht es dabei vor allem um seine Südgrenze zum Jemen. Diese Grenze ist rund eintausenddreihundert Kilometer lang, und Riad weiß sehr genau, wie viele Möglichkeiten sie einem Gegner bietet, von weiteren Raketen und Drohnen bis zu Vorstößen am Boden. Mit dem Beschluss vom fünften Oktober bekommt das Bündnis außerdem ein festes Gerüst: ein ständiges Generalsekretariat in Riad, geführt für drei Jahre von dem pakistanischen Generalleutnant im Ruhestand Nauman Mahmud.

Saudi-Arabien bekommt aus der Türkei zunächst militärisches Gerät, Waffensysteme und Aufklärungsdaten, wie ein türkischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Ein amerikanischer Regierungsvertreter, der über den Vorgang unterrichtet ist, nennt außerdem Drohnenbediener, Hilfe bei der Feinabstimmung der Abwehr sowie Aufklärung und Überwachung. Dazu kommen strategische Planung und Logistik, also genau die unsichtbare Arbeit, ohne die keine Abwehr funktioniert. Aus Pakistan kommt die zweite Hälfte. Schon am elften April meldete das saudische Verteidigungsministerium die Ankunft pakistanischer Kampfjets und Unterstützungsflugzeuge auf dem Stützpunkt König Abdulaziz. Bis zur Jahresmitte kamen nach den vorliegenden Berichten mehrere Tausend Soldaten, Drohnen und ein Luftabwehrsystem hinzu. Das Portal Middle East Eye spricht sogar von Zehntausenden pakistanischen Soldaten im Königreich, und wie viele jetzt zusätzlich kommen, hat keine der drei Regierungen gesagt. Kurz gesagt: Die Türkei bringt Technik und Bediener, Pakistan bringt Soldaten und Flugzeuge, und Saudi-Arabien bringt den größten Verteidigungshaushalt der drei mit. Gerade die türkische Drohnentechnik passt zu diesem Krieg. Saudi-Arabien hat schon zweitausenddreiundzwanzig türkische Drohnen gekauft, und die Bediener dafür kommen jetzt gleich mit. Der pakistanische Brigadegeneral im Ruhestand Tughral Yamin erwartet, dass sein Land vor allem Spezialisten schickt. Er nennt Luftabwehreinheiten, Drohnen, Fernmeldetechnik, Fachleute für Cyberangriffe, Pioniere zum Legen und Räumen von Minen und einige Spezialkräfte. Zusammen verfügen die drei Staaten nach einer Aufstellung von Al Jazeera über rund eins Komma vier Millionen aktive Soldaten, etwa dreitausendvierhundert Flugzeuge und sechstausend Panzer. Die Türkei stellt die zweitgrößte Armee der NATO, und Pakistan ist der einzige mehrheitlich muslimische Staat mit Atomwaffen. Saudi-Arabien arbeitet nach dem Bericht von Sabah außerdem daran, den Türken einen eigenen Stützpunkt einzurichten. Ein Beamter des türkischen Außenministeriums sagte dazu nur, Riad habe einige Erwartungen übermittelt, und man werde sie prüfen. Was Riad jetzt zur Verfügung steht, wirkt wie maßgeschneidert für die Abwehr von Drohnen und Raketen, und diese Abwehr wird gebraucht.

Die vergangenen Wochen haben das ganz deutlich gemacht. Am achten September trafen Raketen und Drohnen zivile, wirtschaftliche und militärische Anlagen in Abha, Dschisan, Nadschran und Chamis Muschait; dreiundsiebzig Menschen wurden verletzt, und an Ölanlagen brachen Brände aus. Am neunzehnten September brannte ein Treibstofflager am Flughafen König Chalid in Riad. Auch die Pipeline, die saudisches Öl von Ost nach West bringt, musste am elften September nach einem Drohnenangriff aus dem Irak schließen. Noch am Abend des fünften Oktober wurden nach Angaben von Al Jazeera saudische Flughäfen getroffen, und mindestens drei Menschen wurden verletzt. Die Huthi haben im vergangenen Monat die jemenitische Küste am Roten Meer unter ihre Kontrolle gebracht, mit der Meeresstraße Bab al-Mandab, und schon im Juli eine Blockade saudischer Häfen und Schiffe ausgerufen. Für Riad bedeutet das: Der Krieg im Jemen ist seit dem Sommer zurück, und er findet diesmal auch auf saudischem Boden statt. Am vierten Oktober kündigte der jemenitische Präsidialrat von Saudi-Arabien aus eine umfassende Gegenoffensive an. Die von Riad geführte Koalition unterstützt sie nach Angaben von Al Jazeera mit einhundert Kampfjets. Regierungstruppen haben nach eigenen Angaben die Hafenstadt Mocha am Roten Meer zurückerobert. Ihr Ziel ist inzwischen die Hauptstadt Sanaa, die seit zweitausendvierzehn in der Hand der Huthi ist. Aus Europa hat es auf diesen Krieg bereits Reaktionen gegeben. Großbritannien hat zugesagt, saudische Flugzeuge in der Luft zu betanken, Frankreich schickt Soldaten an die Ölroute am Roten Meer, und eine griechische Flugabwehrbatterie hat schon im Juli zwei Raketen aus dem Jemen abgefangen. Allerdings haben die Huthi auf all das eine Antwort angekündigt. Ihr Politbüro-Mitglied Mohammed al-Buchaiti sagte im September im irakischen Fernsehen: Bei Gott, wenn die Türkei und Pakistan sich einmischen, werden wir sie mit eiserner Faust treffen. Er drohte beiden Ländern mit einer entscheidenden und schmerzhaften Antwort. Zur Aktivierung des Pakts selbst haben sich die Huthi nach den vorliegenden Berichten bisher nicht geäußert. Die türkische und pakistanische Hilfe kommt also in einem Moment, in dem dieser Krieg in beide Richtungen eskaliert.

Nicht, dass Riad sich allein auf seine neuen Verbündeten verlässt. Am dreizehnten August rief das Königreich eine eigene Verteidigungskoalition für das Rote Meer aus. Und in Washington kauft es weiter ein: Im Juli genehmigten die Vereinigten Staaten Waffenverkäufe für rund zwei Milliarden Dollar, im September den Verkauf von Kampfjets des Typs F-fünfunddreißig. Dasselbe Washington verhängte im Juli allerdings auch einen Zoll von zwölfeinhalb Prozent gegen das Königreich, und Präsident Trump knüpfte ein Atomabkommen an Riads Beitritt zu den Abraham-Abkommen. Natürlich ist es noch ein weiter Weg, bis der Pakt von Mekka vollen Schutz bietet. Der Vertragstext ist bis heute nicht veröffentlicht, um es ganz offen zu sagen. Aber was wir bei all dem sehen, ist der Beginn von etwas Großem. Jahrzehntelang war die Sicherheit am Golf wie ein Rad gebaut, mit Washington als Nabe und allen anderen als Speichen, so beschreibt es der Sicherheitsforscher Andreas Krieg. Jetzt sehen wir, wie sich die Speichen untereinander verbinden. Riad, Ankara und Islamabad handeln als Einheit, und das ist noch längst nicht alles.

Es geht nämlich nicht nur um Soldaten und Luftabwehr, es geht auch um die Frage, wie belastbar dieser Pakt ist. Am zehnten September, zwei Tage nach dem großen Angriff, erklärte das pakistanische Außenministerium noch, man erwäge keine unmittelbare militärische Antwort im Rahmen des Abkommens. Weder Ankara noch Islamabad griffen damals ein, und beide gaben an, aus Riad gar keine Anfrage erhalten zu haben. Der Kronprinz wandte sich stattdessen direkt an Präsident Trump. Trump lehnte ein direktes Eingreifen ab und bot Aufklärung und Zieldaten an, berichtete der Sender CBS. Der Politikwissenschaftler Doğa Eralp nannte den Pakt im Fachportal War on the Rocks ein unerprobtes politisches Experiment mit hohem Einsatz. Die Washington Times schrieb am vierundzwanzigsten September, die Angriffe auf Riad stellten das neue Bündnis auf die Probe. Keine zwei Wochen später hat sich das Bild gedreht. Es ist also nicht abwegig, die Sitzung vom fünften Oktober als Antwort auf genau diesen Zweifel zu lesen. Wie Dania Thafer vom Gulf International Forum sagt, will Saudi-Arabien den Pakt von einer politischen Erklärung in eine Abschreckung verwandeln. Ein Kollege aus demselben Institut meint, die Angriffe der Huthi hätten das Bündnis von Mekka regelrecht beschleunigt. Die Region stehe an einem kritischen Wendepunkt ihrer Geschichte. Bevor wir weitermachen, gibt es noch eine Wendung in der türkischen Hälfte dieser Geschichte. Nach Artikel zweiundneunzig der türkischen Verfassung muss das Parlament zustimmen, bevor Soldaten ins Ausland verlegt werden. Und das Parlament in Ankara hat den Pakt von Mekka noch nicht ratifiziert. Deshalb läuft die türkische Hilfe, die Luftabwehr eingeschlossen, vorerst auf bilateraler Grundlage. Aus Ankara heißt es, der Pakt werde den Abgeordneten in wenigen Tagen vorgelegt, und danach sollen Umfang und Art der Hilfe wachsen. Es ist jedoch erwähnenswert, dass es nach Angaben des türkischen Regierungsvertreters im Rahmen des Bündnisses bisher keine andere Form der Verlegung gegeben hat. Es ist also nicht nur die Verlegung selbst, die Washingtons alte Rolle in Frage stellt, sondern die Tatsache, dass diese drei Staaten Planung, Aufklärung und Abwehr inzwischen untereinander zusammenlegen. Die Türkei hat ihre Drohnen und ihre Luftabwehr, Pakistan hat seine Soldaten, Saudi-Arabien hat das Geld.

Aber Pakistans Beitrag zu diesem Bündnis geht noch viel tiefer. Bevor wir zeigen, wie tief: Wenn du von Frum Report keine Recherche mehr verpassen willst, drück jetzt auf Abonnieren und auf die Glocke.

Pakistan macht viel mehr, als nur Flugzeuge zu schicken. Seine Soldaten stehen seit neunzehnhundertsiebenundsechzig im Königreich, seit neunzehnhundertzweiundachtzig auf der Grundlage eines förmlichen Abkommens. In den achtziger Jahren waren es nach einer Schätzung der CIA dreizehn- bis vierzehntausend Mann. Auch wenn es so wirken mag, als sei der Pakt von Mekka aus dem Nichts gekommen, ist das nicht der Fall. Sein Vorläufer ist sogar noch aufschlussreicher. Am siebzehnten September zweitausendfünfundzwanzig unterzeichneten Mohammed bin Salman und Schehbas Scharif in Riad ein strategisches Abkommen zur gegenseitigen Verteidigung. Es wertet einen Angriff auf einen der beiden als Angriff auf beide, schreibt aber kein automatisches militärisches Eingreifen vor. Mit dem Pakt von Mekka kam im August die Türkei hinzu, und aus zwei Partnern wurde ein Bündnis mit eigenem Ausschuss und eigenem Sekretariat. Verteidigungsminister Chawadscha Asif sagte am dreißigsten September in Rom, alle Mittel, die Pakistan zur Verfügung stünden, stünden auch Saudi-Arabien zur Verfügung. Ob das auch für den Jemen gilt, ließ er offen. Und Pakistan ist nach einem Bericht von Middle East Eye schon näher an diesem Krieg, als es scheint. Das Portal meldet vier Flugzeugladungen pakistanischer Waffen für die Hafenstadt Aden und pakistanisches Personal im Süden des Jemen, dessen Status unklar ist. Asif selbst beschreibt die Rolle anders: Die Kräfte der Türkei und Pakistans spielten eine unterstützende Rolle, etwa bei der Aufklärung. Wir sind noch nicht fertig damit, wie Pakistan seinen Teil beiträgt. Islamabad hat erkannt, dass die eigene Bevölkerung genauso wichtig ist wie Soldaten und Gerät. Als der Pakt im August unterzeichnet wurde, feierte das Land ihn auf der Straße. In Islamabad wurden öffentliche Gebäude mit den Flaggen der drei Staaten angestrahlt, in Lahore gab es eine Fahrradkundgebung, ein Konzert und ein Feuerwerk, und in Karatschi hingen Plakate mit den drei Staatschefs. Die Armeeführung erklärte, Pakistan werde bis zum Äußersten gehen, um die Sicherheit des Königreichs und der heiligen Städte zu gewährleisten. Asif nannte die Verteidigung von Mekka und Medina eine religiöse Pflicht. Das Ziel bei alldem ist allerdings nicht, dass pakistanische Soldaten im Jemen kämpfen. Wie der Brigadegeneral im Ruhestand Tughral Yamin anmerkt, lautet die eigentliche Frage nicht, wie Pakistan in diesen Krieg hineingezogen wird, sondern wie es verhindert, hineingezogen zu werden.

All das ist Teil eines historischen Wandels in der Region, seit dieser Krieg begonnen hat. Wir haben das am Anfang des Videos angesprochen. Der Krieg gegen den Iran hat Staaten, die sich jahrzehntelang auf amerikanische Garantien verließen, dazu gebracht, einander Beistand zu versprechen. Das ist ein wichtiger Punkt. Steven Cook vom Council on Foreign Relations, einer der bekanntesten Denkfabriken Amerikas, schrieb schon im August, nach fünf Jahrzehnten könne man nicht mehr von einer amerikanisch geführten Ordnung im Nahen Osten sprechen. Er nennt den Pakt den Beginn des postamerikanischen Nahen Ostens: keine Region ohne die Vereinigten Staaten, aber eine, die für ihre Sicherheit nicht mehr von amerikanischer Macht abhängt. Washington hat lange davon gelebt, dass diese Staaten einander misstrauen. Jetzt ist es ausgerechnet Amerikas Krieg, der sie zusammenhält.

Und als wäre es für Washington nicht schon unangenehm genug, dass sich drei Staaten zusammenschließen, könnten bald weitere dazukommen. Ägypten. Auch wenn Ägypten dem Bündnis noch nicht angehört, hat Präsident Erdoğan gesagt, es stehe weiteren Ländern offen, und sein Außenminister Hakan Fidan hält einen Beitritt Kairos für möglich, sobald technische Fragen geklärt sind. Schon beim Gipfel arabischer und islamischer Staaten im März in Riad saßen die Außenminister Ägyptens, Pakistans, Saudi-Arabiens und der Türkei zusammen. Und Ägypten ist nicht der einzige Kandidat. Bangladesch hat im August erklärt, es stehe einem Beitritt zu einem solchen Rahmen grundsätzlich positiv gegenüber. Pakistan verhandelt seit Juli mit Kuwait über eine erweiterte Sicherheitsvereinbarung. Das Bündnis hat seinen Sitz in Riad und steht ausdrücklich weiteren Mitgliedern offen. Und das ist erst der Anfang. Man kann mit Sicherheit sagen, dass eine Regierung darüber alles andere als erfreut ist. Ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter sagte dem Portal Ynet schon im August: Dieses Abkommen beunruhigt uns, das ist ein Bündnis, das sich gegen Israel richtet. Man wäre nicht überrascht, wenn die Ägypter dem Bündnis von Mekka beiträten. Und er fügte hinzu: Erlauben Sie mir, skeptisch zu sein, wenn es heißt, es richte sich in Wahrheit gegen den Iran. Übersetzt heißt das: In Jerusalem rechnet man damit, dass dieses Bündnis nicht gegen Teheran gebaut wurde.

Zurück nach Jerusalem. Derselbe Regierungsvertreter empfahl, Israel solle Gegenbündnisse aufbauen, mit Griechenland und Zypern, mit Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Israel brauche ein gewaltiges Aufrüstungsprogramm und müsse sehr, sehr stark werden. Pakistans Verteidigungsminister Asif hatte zuvor gesagt, Israel sei eine Bedrohung für alle. Solche Sätze sagen uns eines: In Jerusalem ist man nervös. Warum Teheran dagegen gelassen bleibt, wird klar, wenn man hört, was es selbst sagt. Außenamtssprecher Esmail Baghai erklärte im August, der Iran habe keinen Grund zur Sorge. Er deutete den Pakt als Antwort auf israelische Ambitionen und auf das schwindende Vertrauen in amerikanische Sicherheitsgarantien. Außenminister Abbas Araghtschi begrüßte das Abkommen und sprach von der Einheit der Muslime und von Eigenständigkeit. Seit es um den Jemen geht, klingt Teheran allerdings vorsichtiger. Baghai sagte Anfang Oktober, er hoffe, die Berichte über eine pakistanische Verlegung für den Krieg im Jemen seien falsch, denn ein Eingreifen werde die Lage nur komplizierter machen. Der iranische Analyst Dschawad Heiran-Nia geht weiter: Sollte sich Pakistan an Angriffen auf die Huthi beteiligen, sei das für den Iran eine rote Linie.

Worauf wir hinauswollen: Bei diesem Pakt geht es nicht um irgendeine ferne Bedrohung. Die drei Staaten haben gesehen, dass Amerikas Schutz in diesem Krieg weder die eigenen Flugzeuge in Prince Sultan noch die Raffinerie von Ras Tanura bewahrt hat, und sie bereiten sich auf die Zeit danach vor. Sie haben etwas Entscheidendes erkannt. Gemeinsam sind sie stark, getrennt bleiben sie Kunden. Die offene Frage ist, wofür sie diese Stärke einsetzen. Bleibt es bei Abwehr, Aufklärung und Drohnenbedienern, dann schützt der Pakt saudische Städte. Hakan Fidan hat nach dem Treffen betont, man habe auch darüber gesprochen, den Konflikt im Jemen friedlich und im Dialog zu lösen. Wird daraus ein Feldzug im Jemen, dann zahlen den Preis die Menschen dort, und den Nutzen hätten Washington und die israelische Regierung. Präsident Trump jedenfalls ist zufrieden: Ich glaube, sie wollen Saudi-Arabien helfen, und ich finde das großartig, sagte er am siebten Oktober am Weißen Haus. Drei Staaten, vereint, um einer Lage zu begegnen, die für jeden allein zu groß wäre. Sie schreiben die Regeln in ihrer Region neu.

Warum sie dem amerikanischen Schutz nicht mehr trauen, zeigt die Liste des Kongresses mit einundachtzig verlorenen Flugzeugen, und die findest du in unserem Video dazu. Schreib uns in die Kommentare, ob die Türkei Soldaten nach Saudi-Arabien schicken sollte, und abonniere Frum Report, wenn du die Fortsetzung dieser Geschichte sehen willst.

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