SON DAKİKA
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Suudi Arabistan'ın hava savunmasında ölümcül bir sorun var – bu, bin Selman'a savaşı kaybettirebilir

Frum Report DE4 Ekim 2026
Özet

AP'nin aktardığı bölge yetkililerine göre Suudi Arabistan'ın önleme füzeleri tükeniyor; Riyad bu yüzden Fransa, İngiltere, Pakistan ve Mısır'dan hava savunma desteği istedi. 8 Eylül'de füzeler ve insansız hava araçları Abha, Cizan, Necran ve Hamis Muşayt'ı vurdu, 19 Eylül'de ise bu tırmanmanın başından beri ilk kez başkent Riyad'a balistik füze atıldı. Veliaht Prens Muhammed bin Selman Trump'tan Husileri bombalamasını istedi; CBS'e göre Washington bunun yerine keşif ve hedef belirleme yardımı önerdi, Axios'a göre de ikinci kez hava saldırısı talebini geri çevirdi.

Tam metin (Almanca)

Jahrzehntelang hat Saudi-Arabien etwas aufgebaut, von dem das Königshaus wusste, dass es für das Land lebenswichtig sein würde. Eine Luftabwehr, Schicht um Schicht, die Ölanlagen, Flughäfen und Städte schützt, und dahinter die Gewissheit, dass im Ernstfall Amerika kommt. Dieser Schirm sollte anfliegende Raketen stoppen und jede Drohne ausschalten, die ein Gegner schicken könnte. Aber gegen die Huthi, Irans Verbündete im Jemen, hält er nicht mehr. Nicht nur das: Die Abfangraketen gehen zur Neige, und das schafft für Riad eine ganze Reihe weiterer Probleme. Der Kronprinz kann das, was er verschießt, nicht so schnell ersetzen. Und die Lage hat sich gerade noch verschlechtert, nach einem Monat, in dem die Huthi so massiv zugeschlagen haben wie nie zuvor. Was Saudi-Arabien jahrzehntelang aufgebaut hat, haben Irans Verbündete in nur einem Monat zunichte gemacht.

So sollte es eigentlich nie kommen. Der saudische Luftschirm sollte eigentlich unüberwindbar sein. Seit dem Golfkrieg von neunzehnhunderteinundneunzig hat das Königreich massiv in seine Luftabwehr investiert. Daraus sollte eines der dichtesten Abwehrnetze der Welt hervorgehen. Die Patriot-Batterien aus Amerika, die damals ins Land kamen, sollen ballistische Raketen im Anflug treffen. Das System THAAD, für das Washington im Jahr zweitausendsiebzehn einen Verkauf im Wert von fünfzehn Milliarden Dollar genehmigte, mit vierundvierzig Werfern und dreihundertsechzig Abfangraketen, soll Raketen schon in großer Höhe abfangen. Die erste saudische Batterie wurde im Sommer zweitausendfünfundzwanzig in Dienst gestellt. Dann gibt es noch Systeme für kurze Reichweiten. Sie wurden angeschafft, um einzelne Anlagen gegen tief fliegende Bedrohungen zu verteidigen und sie angeblich unverwundbar zu machen. Riad hat über Jahrzehnte ein mehrschichtiges Verteidigungssystem aufgebaut, mit einem der größten Militärhaushalte der Welt. Das Königreich hat auch versucht, sich anzupassen, als es mit einer neuen Art von Bedrohung konfrontiert wurde. Im September zweitausendneunzehn trafen Drohnen und Marschflugkörper die Ölanlage von Abkaik, und die halbe Förderung des Landes fiel vorübergehend aus. Als klar wurde, dass nicht hoch fliegende Raketen das Hauptproblem waren, sondern langsame, tief fliegende Drohnen, kaufte Riad neue Ebenen dazu, darunter ein Abwehrsystem aus Südkorea. Diese Ebenen sollten in das bestehende Netz eingebunden werden und die meisten Angriffsmittel ausschalten, bevor sie überhaupt eine Raffinerie erreichen. Nichts davon reicht, und die Huthi beweisen es, indem sie den Schirm mit genau der Mischung überlasten, gegen die er gebaut wurde: billige Drohnen, Marschflugkörper und ballistische Raketen zugleich.

Gerade liegt ein solcher Monat hinter uns. Aber bevor wir dir zeigen, was im September passiert ist: Wenn dir unabhängige Einordnungen wichtig sind, dann abonniere den Frum Report und sag uns, was du denkst.

Trotz aller Bemühungen Riads, seinen Luftschirm aufrechtzuerhalten, scheinen die Huthi die Oberhand zu haben. Zumindest lässt sich das aus dem ablesen, was die saudischen Behörden selbst gemeldet haben. Am achten September trafen Raketen und Drohnen die Städte Abha, Dschisan, Nadschran und Chamis Muschait. Mehr als siebzig Menschen wurden verletzt, an Ölanlagen und Versorgungsbetrieben brachen Brände aus. Das bedeutet, dass die Waffenruhe, die seit zweitausendzweiundzwanzig weitgehend gehalten hatte, an diesem Tag zerrissen ist. In der Woche danach meldeten die Huthi Angriffe auf den Stützpunkt Scharura, auf die Luftwaffenbasis König Chalid und auf Anlagen des Ölkonzerns Aramco in Janbu. Am siebzehnten September starb in Taif der erste Zivilist, getroffen von Trümmern einer abgefangenen Drohne. Und am neunzehnten September wurde zum ersten Mal seit Beginn dieser Eskalation eine ballistische Rakete auf die Hauptstadt Riad abgefeuert. Die Koalition erklärte, sie habe die Rakete abgefangen. Anwohner berichteten von einer Explosion und später von einer Rauchsäule in der Nähe des Flughafens. Was das zeigt, ist die systematische Vorgehensweise der Huthi: Sie nehmen Riad genau das weg, was es nicht ersetzen kann. Warum kann das Königreich nicht einfach neue Abfangraketen kaufen? Das erklären wir später noch genauer. Zunächst zur Bilanz dieses Monats, und die stammt nicht von den Huthi. Nach Angaben regionaler Beamter, die die Nachrichtenagentur AP zitiert, gehen Saudi-Arabien die Abfangraketen aus. Riad habe deshalb Frankreich, Großbritannien, Pakistan und Ägypten um Unterstützung bei der Luftabwehr gebeten. Ein Land, das über Jahrzehnte den teuersten Schirm der Region gekauft hat, bittet nach einem einzigen Monat vier andere Staaten um Hilfe. Einen solchen Verbrauch wird das Königreich so schnell nicht ausgleichen können, und das bedeutet, dass die Abdeckung, die es vor dem September hatte, vorerst nicht zurückkommt.

Die Folgen dieses Monats sind verheerend für Riad. Jede Abfangrakete, die verschossen wird, und jede Batterie, die verlegt werden muss, öffnet irgendwo eine Lücke. Und jedes Mal, wenn eine Lücke entsteht, entsteht ein Korridor. Wir haben gesehen, wohin das führt. Am zehnten und elften September trafen Drohnen, die von irakischem Gebiet aus gestartet waren, die Ost-West-Pipeline. Die Logik dahinter ist einfach. Seit die Straße von Hormus faktisch geschlossen ist, leitet Saudi-Arabien rund fünf Millionen Fass Öl am Tag durch diese eine Leitung zum Hafen Janbu am Roten Meer. Riad schaltete die Pipeline vorsorglich ab. Die erste Schicht der Zwiebel wurde sozusagen entfernt. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur fiel die saudische Rohölversorgung auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahrzehnten. Der Ölpreis stieg in diesen Tagen auf rund hundert Dollar je Fass, den höchsten Stand seit Juli. Wir sehen etwas Ähnliches am Boden, im Jemen selbst. An der Küste des Roten Meeres rückten die Huthi innerhalb weniger Tage vor. Sie nahmen den Hafen Mocha ein und nach Angaben der jemenitischen Regierung auch die letzten Inseln in der Meeresstraße Bab al-Mandab, die sie noch nicht kontrollierten. Der Jemen-Fachmann Mohammed al-Bascha sagte dem Sender CNN, an dieser Front sei ein großes Gebiet innerhalb von Stunden gefallen. Wieder einmal zeigte sich, dass der Schutz, auf den sich Riad verlassen hatte, nicht dort war, wo er gebraucht wurde.

Saudi-Arabien kann diese Abfangraketen nicht einfach ersetzen, und das bringt das Königshaus in eine Zwickmühle. Der Grund liegt in Amerika. Die Raketen für Patriot und THAAD kommen aus amerikanischen Fabriken, und diese Fabriken beliefern zuerst die eigenen Streitkräfte. Wie hoch deren Bedarf ist, zeigt eine einzige Nacht im September. Als der Iran einen Stützpunkt in Jordanien beschoss, feuerten die amerikanischen Soldaten dort nach einem Bericht des Senders CBS mehr als dreißig Patriot-Raketen ab. Washington braucht also dieselben Raketen, die Riad nachbestellen möchte. Das Ergebnis im Jahr zweitausendsechsundzwanzig, in dem diese Abwehr mehr denn je gebraucht wird, ist ein Rückstand bei der Lieferung. Daher das Dilemma. Riad kann mit seinem Verbrauch nicht Schritt halten und muss entscheiden, wo es das knapper werdende Arsenal einsetzt: an den Ölanlagen im Osten, an der Küste des Roten Meeres oder über den Städten im Süden. Es ist eine Lage, in der man nur verlieren kann. Schützt das Königreich Janbu und die Pipeline, werden Städte wie Abha und Chamis Muschait leichter angreifbar. Schützt es die Städte, liegt die letzte Exportroute offen. Und währenddessen feuern die Huthi weiter. Ibrahim Dschalal vom Middle East Institute in Washington sagte dem Sender CNN, die Huthi müssten Saudi-Arabien militärisch gar nicht besiegen, und das könnten sie mit ziemlicher Sicherheit auch nicht. Sie müssten nur beeinflussen, wie viel Geld, Luftabwehr und Luftwaffe Riad noch einzusetzen bereit ist.

Riad wird immer nervöser, und das sollte es auch sein. Denn während die Abwehr dünner wird, versucht das Königshaus jetzt, die Verantwortung für den Schutz des Landes auf andere zu verteilen: auf Washington, auf Europa, auf Pakistan. Aber bevor wir tiefer einsteigen: Du schaust den Frum Report, und wenn du hier etwas mitnimmst, dann abonniere und aktiviere die Glocke.

Das Königshaus weiß, dass es die Abfangraketen nicht schnell genug ersetzen kann. Also sucht es jemanden, der das Problem für es löst. Im September hat Kronprinz Mohammed bin Salman den amerikanischen Präsidenten persönlich gedrängt, die Huthi zu bombardieren. Das Problem ist, dass Washington nicht will. Nach einem Bericht des Senders CBS bot Trump stattdessen Hilfe bei Aufklärung und Zielauswahl an. Laut der New York Times sagte er dem Kronprinzen nach einem Telefonat zunächst Luftschläge zu und überlegte es sich wenige Tage später anders. Mit anderen Worten: Washington hat seinem ältesten Partner am Golf gesagt, das ist jetzt dein Problem. Und um noch Salz in die Wunde zu streuen, begründete Trump es öffentlich. Die Huthi hätten wissen lassen, dass sie nicht mit Amerika kämpfen wollten. Die meisten Schiffe ließen sie passieren, unzufrieden seien sie nur mit einem Land. Das ist keine Machtdemonstration. Es ist das Eingeständnis, dass das Versprechen, auf dem die saudische Sicherheit seit Jahrzehnten ruht, in diesem Krieg nicht gilt. Der Analyst Natiq Malikzada brachte es auf den Punkt. Saudi-Arabien entdecke gerade, wie allein es in einem Moment der Not sei. Jahrelang habe es seine Sicherheit auf die Hoffnung gebaut, dass Washington es verteidigen werde. Eine Quelle, die mit den Gesprächen vertraut ist, beschrieb dem Sender CBS, worauf Riad setzt: Wenn die Saudis hineingehen, würden die Amerikaner ihnen dann folgen? Genau das hofften sie. Am Donnerstag versuchte Riad es noch einmal. Verteidigungsminister Prinz Chalid bin Salman rief nach einem Bericht des Portals Axios Kriegsminister Pete Hegseth an, stellte ihm eine geplante Offensive vor und bat erneut um amerikanische Luftschläge. Die Antwort eines amerikanischen Beamten lautete, Amerika werde vorerst nicht militärisch eingreifen. Es war die zweite Absage binnen weniger Wochen. Das Zentralkommando hat nach dem Bericht ernste Vorbehalte, weil es Schläge im Jemen als Ablenkung vom Iran betrachtet. Was Washington liefert, sind Daten: mehr als zweihundert Ziele in zwei Wochen, so ein Beamter. Ja, Daten, für eine Front, die als Ausläufer von Washingtons eigenem Krieg gegen den Iran entstanden ist.

Also wendet sich Riad an andere, und die Antworten klingen alle gleich. Großbritannien sagte zu, saudische Kampfjets für begrenzte Zeit in der Luft zu betanken, rein defensiv, wie Premierminister Andy Burnham betonte. Frankreichs Präsident Macron kündigte Soldaten, Radargeräte und Abwehrsysteme an, um einen einzigen Standort zu schützen, und ausdrücklich nicht, um in einen Konflikt hineingezogen zu werden. Italien kündigte Kriegsschiffe für die Meeresstraße an, und kurz darauf wurde in Saudi-Arabien ein italienischer Eurofighter beschädigt. Und dann ist da der Pakt von Mekka. Am siebten August unterzeichneten Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei ein Verteidigungsabkommen, in dem ein Angriff auf einen als Angriff auf alle gilt, nach dem Vorbild der NATO. Ende August trafen sich die Außen- und Verteidigungsminister der drei Länder zum ersten Mal in Istanbul, und das Sekretariat des Pakts soll in Saudi-Arabien sitzen. Doch als die Raketen kamen, erklärte Pakistan am zehnten September, es erwäge keine sofortige militärische Antwort. Beide Partner sagen nach Angaben der Nachrichtenagentur AP, eine Bitte unter dem Pakt hätten sie gar nicht erhalten. Der türkische Außenminister Hakan Fidan sprach von ernster Solidarität und davon, dass man bei technischen Fragen helfen könne. Das Magazin The Atlantic schrieb, die Angriffe hätten den Wert der Allianz in Zweifel gezogen. Ein früherer türkischer Diplomat nannte das Abkommen schlicht weitgehend symbolisch. Inzwischen bewegt sich etwas. Nach Angaben des Instituts Critical Threats hat Pakistan dreißig- bis vierzigtausend Mann für Luftabwehr und Grenzschutz ins Königreich verlegt. Aber niemand von ihnen bombardiert den Jemen. Und es gibt eine bittere Pointe. Mitten in diesem Monat, am siebzehnten September, genehmigte Washington den Verkauf von Kampfjets des Typs F fünfunddreißig an Saudi-Arabien, ein mögliches Geschäft im Wert von gut vierundzwanzig Milliarden Dollar. Riad darf also weiter kaufen. Nur kämpfen muss es allein.

Kommen wir zurück zu der Frage, was Riad jetzt eigentlich tun soll. Schließlich kann es nicht einfach losgehen und sich über Nacht neue Patriot-Batterien kaufen. Wenn das möglich wäre, gäbe es das Problem gar nicht. Nein, die Lösungen, die dem Königreich bleiben, sind etwas improvisierter. Die erste ist Hilfe von außen, Stück für Stück. Die Denkfabrik Middle East Forum beschreibt, was Pakistan am ehesten liefern kann: Radarbediener, Mannschaften für die Luftabwehr und technische Fachleute. Schon in der ersten Phase des Irankriegs hatte Islamabad nach Berichten rund achttausend Soldaten, ein Geschwader mit Kampfjets und ein chinesisches Luftabwehrsystem im Königreich stationiert. Die zweite Lösung ist der Gegenangriff aus der Luft. Die saudische Luftwaffe bombardiert den Jemen inzwischen in großem Stil. Der Militärsprecher der Huthi, Jahja Sari, sprach am Freitag von vierundneunzig Angriffen binnen vierundzwanzig Stunden und von eintausenddreihundertfünfzig seit Beginn der Eskalation. Getroffen würden zivile Ziele, behauptet er. Unabhängig prüfen lassen sich diese Angaben nicht. Die dritte Lösung ist eine Offensive am Boden. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters bereiten Saudi-Arabien und die jemenitische Regierung einen Großangriff vor, der in den kommenden Wochen beginnen soll. Mehr als hunderttausend jemenitische Soldaten könnten mobilisiert werden, unterstützt von saudischen Luftschlägen. Zur Wahl stehen zwei Varianten: ein eng begrenzter Stoß rund um Bab al-Mandab oder eine breite Offensive an mehreren Fronten zugleich. Das Ziel ist, die Geländegewinne der Huthi vom September rückgängig zu machen. Amerikanische Beamte sagen, ihre Haltung könne sich ändern, falls die Operation in Schwierigkeiten gerät. Aber eine Offensive am Boden ersetzt keine einzige Abfangrakete.

Und es sind längst nicht mehr nur Drohnen, denen das Königreich gegenübersteht. Es sind ballistische Raketen. Am vierundzwanzigsten September meldete die Koalition, sie habe sechs ballistische Raketen abgefangen, die auf Taif und Janbu zielten. Am Tag darauf waren es nach saudischen Angaben wieder sechs. Am zweiten Oktober drei weitere, diesmal auf Chamis Muschait. Und am dritten Oktober wurde in Ahad Rufaida ein Mensch durch Trümmer einer abgefangenen Rakete verletzt. Ballistische Raketen fliegen also bereits auf Saudi-Arabien, fast jeden Tag. Darin liegt eine gewisse Ironie. Denn die Abfangraketen, die im September verschossen wurden, als Drohnen, Marschflugkörper und Raketen gemischt anflogen, fehlen jetzt genau dort, wofür sie gebaut wurden. Dafür wurden Patriot und THAAD schließlich entwickelt. Allerdings bedeuten die Engpässe, dass die besten Systeme dort stehen, wo das Königshaus am meisten zu verlieren hat. Der Süden und die Küste des Roten Meeres bekommen, was übrig bleibt. Und die Huthi kündigen bereits die nächste Stufe an. Eine Quelle aus dem Militär in Sanaa sagte der libanesischen Zeitung Al-Akhbar, man werde Brücken in Saudi-Arabien ins Visier nehmen, als Antwort auf saudische Angriffe auf Brücken im Jemen. Jeder dieser Schritte kostet Riad weitere Abfangraketen, die es nicht hat.

Es gibt eine große Frage, die wir noch nicht beantwortet haben. Wie konnte ein Schirm, der viele Milliarden gekostet hat, so schnell an seine Grenzen kommen? Es gibt mehrere Gründe, und der erste liegt nicht im Jemen, sondern in der Straße von Hormus. Oft sehen wir die Angriffe auf Janbu als Folge der schwachen Abwehr und nicht als deren Ursache. Aber das eine bedingt das andere. Weil Hormus faktisch geschlossen ist, hängt der saudische Ölexport an einer einzigen Leitung und an einem einzigen Meer. Nach Zahlen, die der Sender Al Jazeera zitierte, liefen zwischen März und Mitte Juli achtmal so viele saudische Seeexporte durch Bab al-Mandab wie im Jahr davor. Das Rote Meer wurde vom Nebenweg zur Lebensader. Und genau dort stehen seit September die Huthi. Der zweite Grund ist die Zahl der Ziele. Ein Schirm, der vor allem für die Ölfelder im Osten gebaut wurde, muss jetzt zugleich eine Pipeline quer durch das Land, einen Hafen am Roten Meer, die Grenze im Süden und die Hauptstadt decken. Der dritte Grund ist der Krieg selbst. Solange Amerika seine eigenen Stützpunkte gegen iranische Raketen verteidigt, liegt es nahe, dass saudische Bestellungen hinten in der Schlange stehen. Am Ende gilt ein alter Satz: Eine Luftabwehr ist nur so gut wie ihr Nachschub. Und der Nachschub kommt aus einem Land, das gerade seinen eigenen Krieg führt.

Riad versucht, sich an dieses Problem anzupassen. Auf der Liste stehen die neuen Kampfjets aus Amerika, aber bis eine F fünfunddreißig geliefert und einsatzbereit ist, vergehen Jahre. Auf der Liste steht die britische Luftbetankung, damit saudische Jets länger in der Luft bleiben können. Das ist ein teurer Weg, Drohnen zu jagen. Auf der Liste stehen französische Radargeräte für Janbu und pakistanische Mannschaften. Und nach Angaben regionaler diplomatischer Quellen, die das Middle East Forum zitiert, gab es Mitte September sogar indirekte Gespräche über israelische Aufklärungshilfe gegen die Huthi, vermittelt über das amerikanische Zentralkommando. Das ist ein riskanter Schritt, und er zeigt, wie weit Riad zu gehen bereit ist. Aber all das stößt an denselben Engpass. Eine Abfangrakete ist ein komplexes Gerät, das nur wenige Fabriken auf der Welt bauen. Der Hersteller der modernsten Patriot-Rakete liefert einige hundert Stück im Jahr, für alle Kunden zusammen. Geld allein löst das nicht. Selbst wenn Riad dem Hersteller einen Sack voller Dollar vor die Füße wirft, erscheinen die Raketen nicht einfach. Es gibt kein Gerät, in das du Geld steckst und das dir dann eine Abfangrakete ausspuckt. Und damit steckt das Königreich in einer Lage, aus der es so schnell keinen Ausweg gibt.

Der September schmerzt Riad deshalb so sehr, weil das Königshaus weiß, dass es diesen Verbrauch nicht ausgleichen kann. Zumindest nicht annähernd schnell genug, bevor die nächsten Wellen kommen. Der Kronprinz kann versuchen, die Last auf Verbündete zu verteilen, auf London, Paris, Islamabad und Ankara. Aber selbst das wird das Grundproblem nicht lösen. Wer fremde Soldaten ins Land holt, muss auch sie schützen. Das bringt Riad genau dorthin zurück, wo die Huthi es hingebracht haben. Was die Huthi angeht: Sie werden einfach weitermachen wie bisher. Jede Woche werden weitere Raketen und Drohnen auf das Königreich fliegen, und jede Welle macht die nächste Lücke größer. Washington, das diesen Schirm verkauft, gewartet und über Jahrzehnte garantiert hat, hat darauf im Moment nur eine Antwort, und die heißt Zieldaten. Ob das reicht, wird sich an der Küste des Roten Meeres zeigen, wenn die Offensive beginnt. Fest steht schon jetzt: Was Saudi-Arabien über Jahrzehnte aufgebaut hat, war nie nur ein Netz aus Radaren und Raketen. Es war das Vertrauen, dass dieses Netz hält und dass Amerika dahintersteht. Dieses Vertrauen haben die Huthi in einem einzigen Monat zunichte gemacht.

Was meinst du: Lässt Washington Saudi-Arabien wirklich allein, oder greift Trump doch noch ein? Schreib uns deine Einschätzung in die Kommentare, und wenn du solche Analysen nicht verpassen willst, dann abonniere den Frum Report. Das war der Frum Report.

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