SON DAKİKA
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4 günde 5 tanker vuruldu: ABD savaş gemileri yaklaşırken Hürmüz İran'ın öfkesiyle patlıyor

Frum Report DE2 Ekim 2026
Özet

İngiliz deniz ticaret kurumuna göre 28 Eylül ile 1 Ekim arasında Hürmüz çevresinde beş tanker bilinmeyen mermilerle vuruldu; bunlar yılın 143 ile 147 numaralı uyarılarıydı ve son olayda gemide yangın çıktı, mürettebat yaralanmadı. Oilprice, vurulan üç geminin adını Al Ruwais, Sinbad ve Mersin Prosperity olarak verdi; İran devlet yayıncısı bunların Birleşik Arap Emirlikleri'ne ait ya da onun kiraladığı tankerler olduğunu bildirdi. Koalisyonun deniz durum merkezine göre ABD güçleri bugüne kadar boğazdan 2.000'den fazla ticaret gemisine eşlik etti; İran Meclis Başkanı Galibaf ise „orantılı karşılıklar dönemi bitti“ dedi.

Tam metin (Almanca)

Fünf Tanker in vier Tagen. Einer von ihnen geriet wenige Kilometer vor der Küste Omans in Brand, die Warnstufe für die Meeresstraße steht auf „schwer", und genau in diesem Augenblick rücken Amerikas Kriegsschiffe an. Was sich gerade vor Hormus zusammenbraut, ist mehr als die nächste Schlagzeile aus einem langen Krieg.

Die Gewässer vor Hormus, die empfindlichste Bruchlinie der weltweiten Energieversorgung, sind in diesen Tagen Schauplatz eines Aufmarschs, wie ihn dieser Krieg noch nicht gesehen hat. Der Druck, den Washington seit dem Frühjahr mit seiner Seeblockade gegen die iranische Küste aufrechterhält, ist in eine neue Phase getreten, die sich nicht mehr mit diplomatischen Formeln beiseiteschieben lässt. Die amerikanische Marine ist entschlossen, Teherans Griff um die Meeresstraße zu brechen, und sie wirft dafür ihr ganzes Gewicht in die Waagschale. Nach Angaben des gemeinsamen maritimen Lagezentrums der Koalition haben amerikanische Kräfte inzwischen mehr als zweitausend Handelsschiffe durch die Meeresstraße geleitet, und mehr als eine Milliarde Fass Rohöl hat die Enge auf diesem Weg passiert. Diese Zahl ist der bislang deutlichste Beleg dafür, wie hart um das Kräfteverhältnis vor Ort gerungen wird. In Wahrheit steht sie für weit mehr als gewöhnlichen Geleitschutz. Sie ist das Geräusch eines aufziehenden Sturms. Denn Washington schickt nicht nur Zerstörer. Es lässt Tanker inzwischen bei Tageslicht durch die Enge fahren, es hat iranische Ortungsanlagen aus der Luft angegriffen, und es hat iranische Tanker zerstört. Genau diese Mischung aus Militär und Wirtschaftskrieg macht den Druck so schwer zu fassen und so schwer zu beantworten. Die amerikanische Regierung treibt ihren Wirtschaftskrieg damit auf die höchste Stufe und überschreitet Teherans rote Linien direkt und ohne Zögern.

Aber der Iran, der lange auf strategische Geduld gesetzt hat, schweigt zu dieser Einkreisung auf See nicht mehr. Teheran hat die Lehre vom bloßen Zusehen aufgegeben und ist zu einer Haltung übergegangen, die Schlag mit Schlag beantwortet. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf hat es Anfang September in einem Satz gesagt: „Die Amerikaner müssen verstanden haben, dass die Ära der verhältnismäßigen Antworten zu Ende ist." Und Mohsen Resai vom Obersten Nationalen Sicherheitsrat kündigte an, auf den Wirtschaftskrieg werde man mit einer maritimen Sperrzone antworten, quer durch den Persischen Golf bis an die Linie der Blockade. Das heißeste Beispiel dafür hat sich in den letzten Tagen des Septembers abgespielt, in jenen Stunden, die die Spannung in der Region auf einen neuen Höhepunkt getrieben haben.

Nach Angaben der britischen Seehandelsbehörde begann es am achtundzwanzigsten September. Ein Tanker, der die Meeresstraße in Richtung offenes Meer verließ, wurde von einem unbekannten Geschoss getroffen. An Bord brach ein kleines Feuer aus, die Besatzung löschte es, und das Schiff setzte seine Fahrt zum nächsten Hafen fort. Es war die Warnung mit der Nummer einhundertdreiundvierzig in diesem Jahr, und es sollte nicht die letzte dieser Woche bleiben.

Bevor wir die nächsten Tage durchgehen, ein kurzes Wort in eigener Sache. Dieser Kanal lebt davon, dass ihr mitdenkt. Wenn dir solche Einordnungen etwas wert sind, dann drück jetzt auf den Daumen nach oben und schick dieses Video jemandem, der wissen will, warum der Sprit teuer bleibt. Abonniere den Kanal, damit du die nächste Lage nicht verpasst, und schreib uns deine Sicht in die Kommentare. Wir lesen mit, und oft sind es eure Hinweise, die uns auf die nächste Spur bringen. Unsere Frage für heute: Wer hat in dieser Meeresstraße gerade wirklich das Sagen? Schreib es uns. Und jetzt zurück zu den Tagen, um die es geht.

Am neunundzwanzigsten September folgten gleich drei Meldungen, die Warnungen einhundertvierundvierzig, einhundertfünfundvierzig und einhundertsechsundvierzig. Getroffen wurden Tanker, die in die Meeresstraße hineinfuhren, und Tanker, die sie verließen. Eines der Schiffe drehte um, um den Schaden begutachten zu lassen. Ein anderes meldete sich nach einem Treffer an der Backbordseite aus der Nähe des Hafens Chor Fakkan an der Ostküste der Emirate. Das Fachportal Oilprice nannte die Namen: Al Ruwais, Sinbad und Mersin Prosperity, ein Supertanker, alle drei unter der Flagge Liberias. Dann, am ersten Oktober gegen siebzehn Uhr fünfzig Weltzeit, kam die fünfte Meldung, die Warnung mit der Nummer einhundertsiebenundvierzig. Wieder ein Tanker, wieder ein unbekanntes Geschoss, diesmal mit einem Brand an Bord. Die Besatzung blieb nach Angaben der Behörde unverletzt. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete am selben Tag von einem Supertanker mit einem Fassungsvermögen von zweieinhalb Millionen Fass, der acht Kilometer vor der Küste Omans getroffen worden sei und brenne. Ob beide Meldungen dasselbe Schiff meinen, ist nicht bestätigt.

Auffällig ist, wo das alles geschieht. Schon im August lagen die Treffer, wie die Zeitung Gulf News festhielt, gehäuft auf der omanischen Seite der Fahrrinne, also in jenem Korridor, den Reeder nutzen, um den iranischen Gewässern auszuweichen. Genau diese Linie erkennt Teheran nicht an. Die iranische Behörde für die Meeresstraße hat die Reedereien ausdrücklich vor nicht genehmigten Routen gewarnt und Schiffen, die sich nicht fügen, Beschränkungen angedroht. Diese unsichtbare Linie, auf der die Golfstaaten ihr Öl an Teherans Kontrolle vorbeibringen wollen, wird nun Tag für Tag infrage gestellt.

Und dann kam die Erklärung, die das Bild schärfer macht. Der iranische Staatssender meldete unter Berufung auf diese Behörde, mehrere Tanker seien in den vergangenen Tagen angegriffen worden, darunter drei, die den Vereinigten Arabischen Emiraten gehören oder von ihnen gechartert sind. Wörtlich hieß es: „Untersuchungen zeigen, dass die Tanker Al Ruwais, Sinbad und Mersin Prosperity in den vergangenen zwei Monaten mehrfach versucht haben, die Straße von Hormus zu durchfahren." Alle drei, so die Behörde, stünden auf der jüngsten Fassung ihrer Liste jener Schiffe, die sich nicht an die Regeln halten. Das ist kein Bekenntnis. Niemand hat die Verantwortung übernommen, und auch das westliche Lagezentrum nennt keinen Urheber. Aber eine zufällige Auswahl ist es ebenso wenig. Wer so über getroffene Schiffe spricht, der will, dass jeder Reeder die Botschaft versteht. Betroffen sind die Zufahrt vor der emiratischen Ostküste und die südliche Fahrrinne vor Oman, also genau jene Wege, die als sicherer Umweg galten. Wird dieser Umweg unsicher, verliert die amerikanische Geleitstrategie ihre Tiefe. Auf der anderen Seite dieser Rechnung stehen Amerikas Zerstörer, deren Raketen Ziele in Hunderten Kilometern Entfernung erreichen. Nur nützt diese Feuerkraft wenig gegen ein Geschoss, dessen Absender niemand nennt. Für die Reeder ist das Risiko damit sehr real geworden.

Wie genau Teheran hinsieht, hat das maritime Lagezentrum schon am siebenundzwanzigsten September beschrieben. Die Revolutionsgarden, heißt es dort, setzten ihre Aktivitäten fort: Drohnen überfliegen die Schiffe, Handelsschiffe werden gezielt beobachtet, und immer wieder werden Kapitäne über Funk angerufen. Rund dreißig Durchfahrten am Tag zählte das Zentrum in jenen Tagen, weniger als im vergangenen Jahr. Jede einzelne davon findet unter Beobachtung statt. Das Lagezentrum liest daraus die Absicht des Iran, entlang der wichtigsten Fahrrinnen Präsenz zu zeigen und den Druck auf die Schifffahrt aufrechtzuerhalten. Dieses Beschatten aus der Luft und über Funk hat einen Zweck. Jeder Kapitän soll spüren, dass er gesehen wird und dass er jederzeit getroffen werden kann. Washington hat versucht, diesem Blick zu entkommen. Zunächst ließ es die Tanker nur nachts durch die Enge fahren, um den iranischen Raketen und Drohnen kein Ziel zu bieten. Dann griff es nach einem Bericht des Magazins Fortune iranische Anlagen zur Ortung von Schiffen aus der Luft an, ließ die Hauptfahrrinne von Minen räumen und ging Mitte September zu Durchfahrten bei Tageslicht über. Die Erklärung der iranischen Behörde zeigt, wie wenig das geändert hat. Wer weiß, welcher Tanker es in zwei Monaten wie oft versucht hat, der hat seine Augen nicht verloren. Und diese lückenlose Beobachtung war nur der Eröffnungszug einer viel größeren Partie.

Denn hinter dem Beobachten steht etwas Härteres. Teheran belässt es nicht dabei, Schiffe zu zählen. Womit die fünf Tanker getroffen wurden, sagt bis heute niemand. Die britische Behörde spricht in jeder ihrer Meldungen von einem unbekannten Geschoss. Was man kennt, ist das, was an dieser Küste bereitsteht. Der Iran verfügt über Raketen gegen Schiffe, die von Lastwagen aus gestartet werden und ihren Standort ständig wechseln können. Dazu kommen nach westlichen Schätzungen fünfhundert bis mehr als tausend Schnellboote. Und dazu kommt seit Mai eine eigene Behörde, die für jede Durchfahrt Regeln setzt und eine Liste jener Schiffe führt, die sich nicht daran halten. Wie ernst das gemeint ist, zeigen die Wochen davor. Mitte August starb auf dem Frachter Minoan Dignity der leitende Ingenieur, als ein Geschoss das Schiff traf. Am vierundzwanzigsten August wurde der Tanker Metro Venetian neun Seemeilen vor dem omanischen Ort Asch Schischa im Maschinenraum getroffen. Am ersten September kamen auf einem Tanker unter saudischer Flagge zwei philippinische Seeleute ums Leben, sechzehn weitere rettete die omanische Marine. Die Botschaft an die Reeder ist seither dieselbe. Wer die Linie überschreitet, die Teheran gezogen hat, fährt als offenes Ziel.

Weil sich diese Lage auf dem Wasser nicht wegschießen lässt, hat Washington den Schwerpunkt seines Drucks auf ein anderes Feld verlagert: auf die Zahlen. Die Regierung erklärte, der Iran habe im September kein einziges Fass Rohöl auf Tanker verladen. Und sie verweist auf Banken, die ihr recht zu geben scheinen. JP Morgan schätzt die Ölausfuhren des Nahen Ostens im September auf siebzehneinhalb Millionen Fass am Tag, achtundneunzig Prozent des Niveaus vor dem Krieg. „Die Exportadern des Nahen Ostens fließen wieder", schreibt die Bank. Goldman Sachs kommt sogar auf mehr als dreiundzwanzig Millionen Fass aus dem Persischen Golf. Finanzminister Scott Bessent spricht von siebzehn Millionen, allerdings mit dem Zusatz „manchmal". Sieht man genauer hin, zerfällt das Bild. Der Chef des Konzerns TotalEnergies nennt im Schnitt zehn Millionen Fass. Der Datendienst Kpler kam Anfang September auf rund dreizehn Millionen. Der Dienst Tanker Trackers schätzte Ende September ebenfalls dreizehn Millionen. Und durch die Meeresstraße selbst fließen auch nach der Rechnung von JP Morgan nur knapp dreizehn Millionen Fass am Tag. Der amerikanische Analyst Michael Rubin beziffert das auf siebenundsiebzig Prozent des Vorkriegsniveaus. Das Magazin Fortune fasste es Ende September so zusammen: Die Menge habe sich in weniger als einem Monat verdoppelt und liege trotzdem deutlich unter dem Stand vor dem Krieg. Die Meldungen aus Washington sollen die Märkte beruhigen und Teheran zermürben. Sie sollen zeigen, dass der Hebel des Iran stumpf geworden ist. Aber jede dieser Durchfahrten hat ihren Preis. Der Ölexperte Rory Johnston beziffert die Kosten des Transits auf dreißig bis vierzig Dollar je Fass und mehr, und zwar ohne die Kosten des amerikanischen Militärs. Reedereien zahlen ihren Besatzungen Zuschläge, und die Versicherungen sind teurer geworden.

Und genau an dieser Stelle legt Teheran seine aktuellste Karte auf den Tisch. Die hohe Zahl von Goldman Sachs hat nämlich eine Besonderheit. Sie zählt Tanker mit, die im Dunkelmodus fahren, also mit abgeschaltetem Sender, um nicht entdeckt zu werden. Schon im Mai hatte die Agentur Reuters berichtet, dass die Emirate Öl auf verdeckt fahrenden Tankern durch die Meeresstraße bringen. Das ist der Hintergrund, vor dem die Erklärung der iranischen Behörde ihr Gewicht bekommt. Drei der getroffenen Schiffe ordnet sie den Emiraten zu. Alle drei hätten es in zwei Monaten mehrfach versucht. Alle drei stünden auf der Liste. Mit anderen Worten: Die Fahrten, die in den Bilanzen der Banken als Erfolg erscheinen, sind in Teheran längst verzeichnet. Keine dieser Durchfahrten bleibt im Dunkeln.

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Der Iran steht dabei nicht allein, und auch das gehört zu dieser Rechnung. Am anderen Ende der Arabischen Halbinsel, am Bab al-Mandab, ist der Ölfluss nach Rubins Zahlen um mehr als die Hälfte gefallen, auf gut zweieinhalb Millionen Fass am Tag. Im Irak spricht der Kommandeur der Quds-Einheit, Esmail Ghaani, von einer demütigenden Lage für die Amerikaner in der ganzen Region und davon, dass sie aus dem Land vertrieben worden seien. Dieses Geflecht engt den Spielraum der amerikanischen Marine ein, weil es sie zwingt, zwei Meerengen zugleich im Blick zu behalten. Erst am ersten Oktober meldete die von Saudi-Arabien geführte Koalition, sie habe vier Drohnen der Houthi über dem Süden des Königreichs abgefangen. Und es hält dem Iran die eigenen Versorgungswege offen. Die Blockade, die das Land von der Welt abschneiden soll, hat Lücken. Rubin, kein Freund Teherans, zählt sie auf: das Kaspische Meer und die Landgrenzen zu Aserbaidschan, zur Türkei und zu Turkmenistan, die nach seinen Worten allesamt auf Hochtouren laufen.

Washington antwortet darauf mit einem Aufmarsch, der die Lage weiter anheizt. Bis Ende November sollen nach einem Bericht des Senders Al Jazeera drei Flugzeugträger und zwei Landungsverbände rund um den Iran stehen. Der dritte Träger ist die Theodore Roosevelt. Der Präsident selbst hat den Ton gesetzt. Der Iran werde „sehr hart getroffen", sagte Donald Trump, falls Teheran etwas mit dem Zwischenfall an Bord der Flydubai-Maschine zu tun habe. Wohlgemerkt: falls. Nach einem Bericht des Wall Street Journal hat Trump seinen Beratern zudem gesagt, er rechne damit, dass nach den Zwischenwahlen wieder bombardiert wird, wenn die Benzinpreise politisch weniger wehtun. Wie die amerikanische Antwort auf See aussieht, hat der achte September gezeigt. An diesem Tag zerstörten amerikanische Kräfte fünf iranische Öltanker: die Kaviz, die Charminar, die Horizon One und die Riesco im Golf von Oman und die Derya vor der Insel Charg, dem wichtigsten Ölhafen des Landes. Die Besatzungen wurden vorher aufgefordert, die Schiffe zu verlassen. Begründet wurde der Schlag damit, dass die Revolutionsgarden innerhalb von zwei Tagen zweimal versucht hätten, ein amerikanisches Kriegsschiff zu treffen. Das Schiff sei ausgewichen. Admiral Brad Cooper, der Chef des Zentralkommandos, machte daraus eine Formel: „Wenn ihr auf zwei unserer Schiffe schießt, erlegen wir euch einen noch höheren wirtschaftlichen Preis auf und nehmen drei von euren." Außenminister Marco Rubio sagte es noch knapper. Für jeden Versuch, ein amerikanisches Kriegsschiff zu treffen, werde der Iran Tanker verlieren. Die Revolutionsgarden erklärten daraufhin, sie hätten zwei amerikanische Schiffe und acht Tanker angegriffen und Raketen auf den Stützpunkt Al-Asrak in Jordanien abgefeuert. Jordanien meldete, achtzehn von zwanzig Raketen seien abgefangen worden, die übrigen seien in unbewohntem Gebiet niedergegangen. Das ist die Logik, in der sich beide Seiten inzwischen bewegen. Ein Angebot aus Teheran, die Meeresstraße wieder zu öffnen, hat Trump abgelehnt. Die Iraner wollten ein Abkommen, sagte er, und das finde er in Ordnung, aber dieses Abkommen sei nicht annehmbar. Sie verlören schließlich „so heftig". Washington setzt also darauf, die Frage nicht am Verhandlungstisch zu lösen, sondern mit überlegener Feuerkraft.

Kurz gesagt: Beide Seiten treffen ihre Vorbereitungen für die nächste Runde. Präsident Massud Peseschkian betont, der Iran sei dem Dialog nie ausgewichen, obwohl das Land dreimal mitten in Verhandlungen angegriffen worden sei. Gleichzeitig zeigt die Woche vor Hormus, dass jemand bereit ist, Teherans Regeln auf dem Wasser mit Gewalt Nachdruck zu verleihen. Die Ruhe in dieser Meerenge hängt an einem sehr dünnen Faden. Die Würfel sind gefallen, und die Rohre beider Seiten sind aufeinander gerichtet.

Im Schatten dieser Schiffe und Raketen gibt es eine zweite Front, die man nicht sieht und die mindestens so ernst ist: die Front der Information. Das Fachportal gCaptain weist darauf hin, dass manche Angriffe erst Stunden oder Tage später öffentlich werden. Auch die drei Meldungen vom neunundzwanzigsten September waren nachträgliche Berichte. Wer in diesen Tagen einen Tanker durch die Meeresstraße schickt, fährt also mit einem Lagebild von gestern. Das maritime Lagezentrum hält die Bedrohungsstufe auf „schwer" und schreibt, gezielte Angriffe auf Handelsschiffe blieben unter den gegenwärtigen Bedingungen sehr wahrscheinlich. Schon im Juni zählte die Internationale Seeschifffahrtsorganisation sechsundvierzig bestätigte Angriffe auf Schiffe und rund tausend Schiffe, die im Golf festlagen. Teheran bestätigt keinen der jüngsten Treffer und bestreitet auch keinen. Es spricht nur über Listen und über Regeln. Der Ehrlichkeit halber muss man deshalb sagen: Wer geschossen hat, ist nicht bewiesen. Bewiesen ist nur die Wirkung. Die Sorge der Reeder gilt nicht dem einzelnen Treffer, sondern der Frage, welches Schiff als nächstes auf einer Liste steht. Das ist kein Bild eines plötzlichen Zusammenbruchs. Es ist die Annahme für den schlimmsten Fall, mit der Versicherer und Kapitäne nun rechnen müssen.

Demgegenüber steht der Hebel, den der Iran seit Kriegsbeginn in der Hand hält: der Ölpreis. Als Washington Anfang September die fünf Tanker zerstörte, stieg der Preis für die Nordseesorte Brent auf mehr als siebenundneunzig Dollar und einen Tag später über die Marke von hundert Dollar je Fass. In Amerika kostete die Gallone Benzin zu diesem Zeitpunkt vier Dollar vierzehn, fast einen Dollar mehr als ein Jahr zuvor. Trump verspricht seither, die Preise würden steil fallen, sobald der Krieg gewonnen sei. Jeder Treffer vor Oman erinnert die Märkte daran, wie weit dieser Tag entfernt ist. Dieser Hebel ist keine Garantie dafür, dass Washington einlenkt. Aber er ist der stärkste wirtschaftliche Faktor, der die Kosten dieses Krieges nach oben treibt und der auch in den Rechnungen Dritter schwer wiegt, von den Golfstaaten bis zu den Tankstellen in Europa.

Die Golfstaaten bereiten sich deshalb auf den Fall vor, dass die Meeresstraße ganz ausfällt. Saudi-Arabien leitet nach Rubins Angaben sieben Millionen Fass am Tag durch seine Ost-West-Leitung quer durch das Land und verschifft fünf Millionen davon über den Hafen Janbu am Roten Meer. Auch dieser Ausweg ist nicht außer Reichweite, denn die Leitung wurde in diesem Krieg bereits von Drohnen getroffen. Sie kann die Meeresstraße nicht ersetzen. Sie ist eine Versicherung dagegen, dass der Export vollständig zusammenbricht, mehr nicht. Rubin wirft Riad sogar vor, vor einer Erpressung einzuknicken, und warnt, wer nachgebe, treibe nur den künftigen Preis in die Höhe. Man muss seine Sicht nicht teilen, um die Zahlen dahinter ernst zu nehmen.

Kurz gesagt: Der Kampf um Hormus ist zu einem Wettbewerb auf vielen Ebenen geworden. Er wird nicht nur von Zerstörern, Flugzeugträgern und Raketen entschieden, sondern auch von Listen, von Versicherungsprämien, von Bankberichten und von einer Rohrleitung durch die Wüste. Washington schickt mehr Schiffe in eine Enge, in der schon die vorhandenen nicht verhindern konnten, dass in vier Tagen fünf Tanker getroffen wurden.

Was denkst du über all das? Wer sitzt am längeren Hebel, die Flotte oder die Küste? Wir freuen uns auf deine Kommentare. Wenn dir diese Einordnung geholfen hat, dann gib dem Video ein Like und abonniere den Kanal. Danke, dass du dabei warst. Das war der Frum Report.

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